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Der Mensch hat - ständig nach Triebbefriedigung strebend - keine Chance, glücklich zu werden in einer Kultur, die maßgeblich auf Triebverzicht aufgebaut ist.
Die Unmöglichkeit des Auslebens der eigenen Triebe, die kulturell nicht akzeptiert seien, führe dazu, dass die Menschen sich auf "Methoden des Lustgewinns und der Unlustvermeidung" einlassen. Freud nennt hier u.a. die Verwendung von Rauschmitteln, Libidoverschiebung bzw. Sublimierung, die "Flucht" ins Irreale, den wahnhaften Versuch, die Realität zu verändern, die Flucht ins Neurotische, sowie "eine auf dem Glückswert der Liebe gegründete Lebenstechnik".
Von Interesse ist außerdem das von Freud (nicht nur) in diesem Werk gezeichnete Menschenbild. Der Mensch wird in seinen Beziehungen dargestellt als seinen Trieben unterliegender "reißender Wolf" (homo homini lupus), was dieses Werk vor allem sozialpsychologisch interessant macht. Ein zu dieser Auffassung kontrastives Bild zeichnet das Spätwerk Alfred Adlers (Der Sinn des Lebens), bei dem sich der Mensch als ein von Gemeinschaftsgefühl geleitetes Wesen wiederfindet.
Herbert Marcuse hat den Freud'schen Antagonismus zwischen Kultur und Individuum aufgegriffen und reformuliert (Der eindimensionale Mensch). Der Antagonismus löse sich in einer Eindimensionalität zunehmend auf, die tanszendentale kulturelle Qualität löse sich dadurch auf, dass der Mensch sich insbesondere durch repressive Entsublimierung bei gleichzeitig glücklichem Bewusstsein (bzw. "happy consciousness") die Kultur mehr und mehr den eigenen Triebregungen angleiche.
Insgesamt also ein absolut lesenswertes Buch, das eine Menge Denkanregungen mitbringt und zu kontroverser Diskussion anregt.
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