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Das Unbehagen in der Gesellschaft (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) Taschenbuch – 12. März 2012

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Pressestimmen

»Zu den Glanzstücken des Buches gehört es, wie Ehrenberg in der amerikanischen Geistesgeschichte die Psychologie als demokratische Methode erfasst, die sich mit der puritanischen Auffassung verbindet, jeder einzelne Mensch sei eine Kirche für sich.«

(Elisabeth von Thadden Die Zeit )

»Und was ist das Neue an dem alten Unbehagen? Neu ist, dass es aus der Autonomie oder dem Autonomie-Ideal entspringt. Nicht mehr die Triebunterdrückung, die scharfe Regulierung des Menschen ist sein Problem, sondern die Selbstbestimmung.«

(Stephan Speicher Süddeutsche Zeitung )

»Ein durchaus sperriger Text – aber auch ein gehaltvoller, wertvoller Beitrag zu einer kritischen Theorie der postindustriellen Gesellschaft.«

(Susanne Mack Deutschlandradio Kultur )

»Es ist nicht immer leicht, Ehrenbergs Argumentation zu folgen. Die Geduld des Lesers wird aber mit einem reichen Interpretationsangebot belohnt, sich einen Begriff vom Leiden am Ich und an der Gesellschaft zu machen.«

(Harry Nutt Frankfurter Rundschau )

»Schon in seiner Studie Das erschöpfte Selbst hat Alain Ehrenberg die Überforderung des Einzelnen durch zunehmende Freiheit analysiert. Sein neues Buch erweitert diese These zum Gesamtbild eines gesellschaftlichen Strukturzerfalls.«

(Stefana Sabin Neue Zürcher Zeitung )

»Ein kapitales Buch.« Peter Sloterdijk



»Ehrenbergs neue, brillante Studie beschreibt, wie das psychische Leiden von einem persönlichen zu einem sozialen Problem wurde.«

(Matthias Dusini Falter, Wien )

»Den Pessimismus diesseits und jenseits des Atlantiks will Ehrenberg nicht teilen. Er plädiert dafür, die sozialen Umwälzungen mitsamt ihren Pathologien als Teil der Demokratie zu akzeptieren. Dass die Gesellschaft darüber schwindet, fürchtet er nicht. Diese Einschätzung mag weniger auf Empirie als auf die Interpretation von Theorie gestützt sein, sie ist gleichwohl eine wertvolle Einsicht, zu der zu gelangen auch die umständliche Anlage seines Buchs rechtfertigt.«

(Tim Caspar Boehme Die tageszeitung ) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Alain Ehrenberg ist Soziologe und Leiter der Forschungsgruppe »Psychotropes, Politique, Société« am Centre National de Recherche Scientifique in Paris.



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Format: Gebundene Ausgabe
...der psychologische Mensch dagegen, um befriedigt zu werden" (155). Enke, Deisler, Rangnick; seitdem sich immer mehr Menschen zu ihrer Krankheit Depression bekennen, wird dieses Thema zumindest schrittweise enttabuisiert und gesellschaftlich als schwerwiegendes, zum Teil lebensbedrohliches, Leiden akzeptiert. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Anzahl psychisch attestierter Erkrankungen dramatisch erhöht, so dass mittlerweile sogar von Depressionen als neuer Volkskrankheit gesprochen wird. Es bleibt die Frage, ob sich tatsächlich die Zahl der Krankheiten erhöht hat, oder lediglich die Menge eben jener Diagnosen. In seiner Darstellung "Das Unbehagen in der Gesellschaft" analysiert Alain Ehrenberg, welche Entwicklungslinien gerade in den westlichen Gesellschaften (hier am Beispiel von Frankreich und den USA) dazu geführt haben, dass sich immer mehr Menschen ihrer Umgebung und sich selbst psychisch nicht mehr gewachsen fühlen.

Wie schon in seinem grundlegenden Buch Das erschöpfte Selbst legt Ehrenberg im einleitenden Kapitel dar, dass es im 20. Jahrhundert eine Verschiebung gegeben habe, weg von einem neurotischen Schuldtypus, also der Frage 'Was darf ich tun?', hin zu einem depressiven Typus, der von der Frage 'Besitze ich die Fähigkeit, es zu tun?' getrieben werde: "Die neurotische Schuld ist offensichtlich kaum verschwunden, sondern hat die Form der depressiven Unzulänglichkeit angenommen" (17). Unsere Gesellschaft zeichne sich durch eine Vielzahl von Möglichkeiten aus, sein Leben zu gestalten, was aber zu der Erkenntnis führe, diesen Anforderungen bzw.
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