Das Buch ist nicht reißerisch, obwohl es sehr offen ist. Genauestens beschreibt die Autorin ihren Leidensweg und wichtige Schlüsselerlebnisse während der Krankheitsentstehung. Ich hatte beim Lesen zum 1. Mal das Gefühl, ein essgestörtes Gehirn zu verstehen. Diese unglaubliche Angst, zuzunehmen, zu "versagen" und die Kontrolle zu verlieren. All diese Symptome kannte ich, hatte ich schon gehört, aber niemals wirklich verstanden. Und nach der Lektüre ist mir klar, wie unglaublich tief der Selbstwert der Betroffenen ist, wie sehr sie sich verabscheuen. Ich kann dieses Buch nicht nur Betroffenen und Angehörigen empfehlen, ich empfehle es auch jenen, die immer mal wieder mit ihrem Gewicht hadern. Die zwar keine Essstörung haben, aber trotzdem immer wieder mit Diäten liebäugeln. Oder sich gar selbst abwerten, wenn sie schlankere Frauen sehen. Denn nach der Lektüre beneidet man diese Models und Filmstars nicht mehr, sieht diese mit anderen Augen und ist froh, nich so ein leben führen zu müssen.