Bei mir sind die Bücher von Cosette mittlerweile wie ein Suchtmittel, von denen ich trotz oder vielleicht auch gerade wegen dem härteren SM, einfach nicht mehr los komme. Dabei empfinde ich Unartig als eines ihrer schönsten Bücher.
Bei Geschichtensammlungen hab ich ein oder zwei Erzählungen, die mir besonders gut gefallen oder zum weiter Träumen anregen. Hier jedoch kann ich mich nicht entscheiden, welche Story mir am besten gefällt. Ist es die in Deutschland spielende Geschichte Sklavenstolz, bei der ich gleich am Anfang dachte, was macht nur der neue Dom mit der "Sklavin", die ihm ihre genauen Vorstellungen mitteilt? Oder die hochnäsige Pariserin, die nachts von einem Maskierten in ihrer Wohnung überfallen wird, der ihr lehrt, ihre Mitmenschen respektvoller zu behandeln? Der Eignungstest, den der Inhaber eines niederländischen Möbelhauses mit seiner Bewerberin durchführt, hat es auch ganz schön in sich. Den besonderen Reiz der speziellen Behandlungsmethoden eines sardinischen Arztes, merkte ich erst richtig, als ich kurz darauf zum Arzt musste. Auf solche Gedanken bin ich vorher noch nie gekommen. Oder nehme ich doch die Russlandgeschichte, bei der eine junge Frau unbeabsichtigt in eine exklusive SM Party gerät und äußerst interessante Einblicke bekommt. Alle haben bei mir den Status Lieblingsgeschichte, wobei die besonderen Lern- und Studiermethoden, die ein Shunga Meister bei seinen beiden Studenten anwendet, auch etwas Besonderes an sich haben. Einzig bei der Jamaika Geschichte, in der ein kleiner Hotelangestellter seine Vorgesetzte im Privaten dominiert, konnte ich wegen den Analspielen nicht ganz so viel abgewinnen.
Eines haben alle Erzählungen gemeinsam, dass die wo das Sagen haben konsequent und streng sind, aber nicht herzlos wirken und somit ein gutes Gefühl bei mir hinterlassen. Die Ausdrucksweise ist direkt. Cosette eben. Genau das, was ich lesen will. Darum bekommt das Buch meine volle Empfehlung.