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Un aller simple: Roman. (Fremdsprachentexte)
 
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Un aller simple: Roman. (Fremdsprachentexte) [Taschenbuch]

Didier van Cauwelaert , Peter Müller , Helga Zoch
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation


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Didier Van Cauwelaert
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Zigeuner stehlen einen Citroen aus Marseille, in dem ein kleiner Junge schläft. Sie nehmen das Kind in ihren Clan auf, nennen es Aziz, verschaffen ihm einen falschen marokkanischen Paß und machen aus ihm einen Spezialisten für den Diebstahl von Autoradios. Verhaftet wird Aziz erst auf seiner eigenen Hochzeitsfeier. Als illegalen Ausländer schiebt man ihn in seine "Heimat" ab - unter großem Medienspektakel, denn begleitet wird er von einem französischen Regierungsbeamten, dem "Attache für Humanitäres", der ihm bei seinem Neuanfang helfen soll. Doch leider weiß dieser ebensowenig über Marokko wie sein Schützling. Vor dem realistischen Hintergrund der Fremdenfeindlichkeit ist van Cauwelaert eine Romankomödie voller Gefühl und Sarkasmus gelungen, "ein kleines Meisterwerk, das in Form einer Satire über die aktuelle Einwanderungspolitik wie nebenbei eine Allegorie der Literatur erhält." (Le Monde.) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Über den Autor

Didier van Cauwelaert, 1960 in Nizza geboren, hat seit seinem literarischen Debüt ein sehr umfangreiches und vielgestaltiges Werk vorgelegt. Bereits im Alter von 9 Jahren schickte er das Manuskript für einen Kriminalroman an den Gallimard-Verlag und war sich sicher, dass er als jüngster Schriftsteller gedruckt werden und in die Literaturgeschichte eingehen würde. Doch erst 1981 interessierte sich ein Verleger für den Autor. Dieser hatte sich in der Zwischenzeit einige Jahre dem Theater gewidmet. Er war als Schauspieler in einem Sartre-Stück aufgetreten und hatte sich als Regisseur einiger Inszenierungen von Beckett, Anouilh und Ionesco hervorgetan. Einige Zeit betätigte er sich auch als Kritiker für Kinderliteratur. Mit der Veröffentlichung von Romanen wie 'Vingt ans et des poussières' (Prix Del Duca 1982), 'Poisson d'amour' (Prix Roger Nimier 1984), 'Les vacances du fantôme' (Prix Gutenberg 1987) erreichte er ein immer größeres Publikum. Der größte Erfolg wurde ihm mit dem Prix Goncourt 1994 zuteil, den die Jury ihm für 'Un aller simple' zuerkannte. 'Un aller simple' wurde 2000 von Laurent Heynemann nach einem von van Cauwelaert selber verfassten Skript verfilmt. Neben zahlreichen Romanen hat van Cauwelaert Theaterstücke und Drehbücher für Film und Fernsehen geschrieben, zeichnet aber auch verantwortlich für die von Franck Bonnet illustrierte Comic-Reihe 'Vanity Benz'. Seine Bücher sind bislang in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt worden.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von "melouni"
Format:Taschenbuch
Der Protagonist wurde als Baby in einem Ami 6 gefunden, woraus sich der Name Aziz ergab, wurde von den Zigeunern die in einem Stadtteil von Marseille leben, aufgezogen und zum Spezialist für Autoradios ausgebildet. Er erzählt sein Leben, wie er am Tag seiner Verlobung verhaftet wurde, wie er den "Attaché humanitaire" kennenlernte und mit ihm zusammen nach Marokko reiste, dem Land seiner vermeintlichen Herkunft, jedenfalls steht das in seinem gefälschten Pass. Da er noch nie über Marseille hinausgekommen war, nur in seinen Traumreisen, erfindet er ein Märchen über ein abgelegenes Tal mitten im Atlas-Gebirge. Die Reise entwickelt sich abenteuerlich, aus der geplanten Rückführung von Aziz in seine Heimat ergibt sich eine Liebesgeschichte, eine tiefe Freundschaft und ein Buch.
Man kann Aziz nicht anders als mögen, den stolzen Araber, der mit dem Herz dabei ist, der jedoch auch seine Prinzipien hat. Er weiss nicht viel über Gefühle zu sagen, doch zwischen den Zeilen liest man seine tiefen freundschaftlichen Gefühle für den "Attaché humanitaire" heraus, für welchen er sogar eine weite Reise durch die Wüste wagt, um ihm einen Traum zu erfüllen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
verpasste Chancen 22. November 2007
Format:Taschenbuch
So ging es mir schon mit anderen Romanen Van Cauwelaerts: Von der Grundidee war ich begeistert, von der Entwicklung eher enttäuscht. In "Das Findelkind" verliert der Autor meiner Meinung nach den interessanteren Erzählstrang aus den Augen. Das bei "Zigeunern" aufgewachsene Findelkind Aziz soll mit Anfang 20, aufgrund falscher Papiere fälschlich als Marokkaner mit abgelaufener Aufenthaltsgenehmigung identifiziert, aus Frankreich ausgewiesen, von einem "Attaché humanitaire" heimgeführt und resozialisiert werden. Der Attaché selbst ist mit der Aufgabe heillos überfordert. Für ihn soll die Reise initiierenden Charakter bekommen, ermöglicht sie ihm doch, den nötigen Abstand zu seiner Ex-Frau zu gewinnen, sich im Stillen mit seinen Eltern und seiner Herkunft auszusöhnen, sich noch einmal zu verlieben und schließlich ganz in seinen Träumen aufzugehen.

Die Geschichte, die man aber eigentlich hören will, ist die von Aziz. Schon allein seine Herkunft, seine Kindheit bei den Zigeunern und seine Jugend als Delinquent in einem Marseiller Vorort, bergen so viel Potenzial; da hätte Van Cauwelaert ganz weit ausholen müssen! Er hat fantastische Ideen, einen Sinn für verquere Biographien und Geschichten, aber unbegrenzte Fabulierlust packt ihn nie. So bleiben Charaktere und Geschichte in unzähligen Ansätzen stecken, bekommen nicht den Raum, der ihnen gebierte, und der Leser bleibt im Regen stehen. Noch dazu ist der Attaché, der in der zweiten Hälfte zum eigentlichen Helden des Romans gemacht wird, ein echter Unsympath: unreif, selbstmitleidig, dauernd kränkelnd, naiv, egoistisch, nervig. - Schade.

Nichtsdestotrotz machen die Romane (ich würde sie eher Erzählungen nennen) Van Cauwelaerts Spaß, sind unterhaltsam, humorvoll und manchmal herrlich schräg. Die Sprache ist einfach im besten Sinne des Wortes, frisch und voller Wärme für die Protagonisten.

Für Leute mit mäßigen Französischkenntnissen eignet sich Van Cauwelaert im französischen Original ("Un Aller simple") hervorragend als nicht allzu schwerer Einstieg!
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Cassandra
Format:Taschenbuch
Man nimmt das Buch in die Hand und denkt so bei sich: Ach ja, noch ein Autor, der auf den interkulturellen Zug aufspringt, vielleicht schon ein bißchen ausgelutscht, die Thematik, aber eine ganz nette Idee, und weil man in Frankreich ohnehin nicht um eine Beschäftigung mit der Maghrebproblematik herumkommt, kauft man es schließlich doch. Und dann kommt etwas ganz anderes, wirklich Gutes und Interessantes: Ein Roman nämlich über einen scheinbar Fremden, Heimatlosen - das maghrebinische Findelkind Aziz - und den urfranzösischen Gegenpart - den attaché humanitaire, der Aziz in seine "Heimat" zurückbegleiten soll -, der kulturell scheinbar festverankert, verortet ist. Und doch ist er der eigentlich Heimatlose in dieser Geschichte. Im Laufe der Erzählung findet der französische Staatsbeamte seine eigentliche Heimat in den imaginary landscapes eines von Aziz beschriebenen, fiktiven Ortes in Marokko, während der vermeintlich wurzellose maghrebinische Immigrant Aziz konsequenterweise in das Land zurückkehrt, das seine eigentliche Heimat ist - Frankreich - und dort durch die Verwicklungen der Geschichte schließlich zu einem festen Platz in der Gesellschaft kommt.
Van Cauvelaert gelingt es, in diesem Roman zweierlei zu verbinden: Auf der einen Seite schreibt er einen psychologischen Roman, der uns tief in die kulturellen und persönlichen Identitäten und Identitätskrisen der Protagonisten entführt, auf der anderen Seite ist der Subtext dieses Buches ganz klar politisch und nimmt Stellung zu einem der wichtigsten gesellschaftlichen Probleme des gegenwärtigen Frankreichs. Beide Aspekte werden geschickt in eine durchaus gefällige Prosa eingewoben, ohne zu belehren oder zu moralisieren.
"Un aller simple" (dt. "Das Findelkind" - übrigens ein sehr unglücklich gewählter Titel) ist aber trotz der leichten Feder, mit der das Buch verfaßt ist, kein einfacher, kein leichter Roman, und er ist im Gegenteil in jeder Hinsicht vor allem ein tieftrauriger Roman, der sehr viel zu sagen hat.
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