Pasticcio- eine musikalische " Pastete" war in der Mitte des 18ten Jahrhunderts in Mode.
"Die Affekte, die in den Arien zum Ausdruck kommen, kehren in jeder Oper wieder und sind zudem textlich wie auch musikalisch stark typisiert. Daher werden die Arien leicht zu Versatzstücken, die man beinahe beliebig von einer Oper in eine andere transferieren kann."
Die Oper diente der Unterhaltung, musste abwechslungsreich sein.Langweilen wollte man sich schliesslich nicht. Ivan Alexandre, der diese Pastete angerichtet hat, zeigt daher das Spektrum der zu Händels Zeit üblichen Stücke: eine Schlummerarie, eine Schattenarie, eine "Wahnsinnsscene" als Höhepunkt,... immer abwechselnd.
Diese Pastete hat drei Schichten: der erste Akt brilliant, der zweite tragisch und der dritte mächtig-martialisch.
Eine Funktion des Pasticcio, das Schaffen eines Komponisten kennen zu lernen, wird hier vorbildlich erfüllt.
Man wird vertraut gemacht mit SängerInnen der erste Garde, Orchestern und Dirigenten, die als Händel-Spezialisten bekannt sind oder mindestens in der Alte-Musik-Scene einen Namen.
Ein Feuerwerk hervorragender Interpretationen.
Kleine Einschränkung: im Händel erscheinen viele Kompilationen. Dort erscheinen teilweise die gleichen Stücke mit den gleichen Interpreten. Venti turbini aus Rinaldo wird man bei allen diesen Produktionen mit David Daniels hören ( und, weil sie bei einer anderen Firma sang, nicht etwa mit Marilyn Horne).
Beachtet man , nur eine Zusammenstellung zu kaufen, um nicht immer wieder auf die gleichen Aufnahmen zu treffen, ist man mit dieser Aufnahme aufs Beste bedient.