Dr. Ruth Jensen, Fachärztin für Innere Medizin, deckte bereits 1990 Widersprüche, Verschleierungen und Tabus der offiziellen AIDS-Forschung auf - die AIDS-Forschung könnte also heute 20 Jahre weiter sein...
Dabei kommen Fragen der sozialen Exposition ebenso zur Sprache wie erstaunliche Statistiken zwischen Gebieten mit und ohne radioaktivem Fallout, chemischer Vergiftung sowie zwischen benachbarten wohlhabenden und armen Gebieten.
Ein wichtiges Thema bilden der Vergleich der Krankheitsbilder von "infizierten" Patienten und von solchen Patienten, die z.B. im Zusammenhang mit Organ-Transplantationen Immun-Suppressiva erhalten.
Statt sich ausschließlich auf die Erregerfrage zu konzentrieren, geht die Autorin offen an Untersuchungen von Risikogruppen und Risikofaktoren.
Wie Pasteur warnte: "Wenn Sie meinen, Krankheiten einfach dadurch beseitigen zu können, dass sie die dabei auftetenden Bakterien unterdrücken und abtöten, dann werden Sie ganz schlimme Wunder erleben. Vergessen Sie nicht, dass Mikroben nicht Ursache, sonder Zeichen für Krankheiten sind, und dass wir unsere wissenschaftliche Sorgfalt auf die Erforschung des Rätsels verwenden müssen, WARUM die Mikroben bei MANCHEN Individuen so verheerend wirken."
Nicht nur Fachleuten und Betroffenen kann dieses Buch die Augen hinsichtlich der politisch und wirtschaftlich blockierten, einseitigen Ausrichtungen der medizinischen Forschung öffnen.
Auch in Jensens Buch schimmert durch, dass die verständliche Verweigerung durchschnittlich Intelligenter, sich vom linearen Denken freizumachen und sich einem komplexeren, systemischen Ansatz, wie ihn Vester propagierte, zu öffenen, das Grundproblem verharkter Forschung darstellt.
jury 4* A0002 14.11.2010eg