Opaschowski zeigt in diesem nüchtern geschriebenen Buch die Folgen die sich durch Freizeit und Tourismus für die Umwelt ergeben. Das Paradoxe ist, wir alle wollen unsere Freizeit und Ferien doch gerne draußen an der frischen Luft bzw. im freien verbringen, Freizeit und Tourismus nutzt also die Umwelt und bedroht sie auch zugleich. Diese Zielkonflikte zwischen Freizeit- und Urlaubsbedürfnis und Natur- und Umweltschutzinteressen zeigt Opaschowski auf, und unterbreitet Lösungen und Vorschläge für eine ökologische Freizeit- und Tourismusgestaltung.
Durch Tourismus wird die Natur und Umwelt erheblich belastet, Naturkatastrophen, Schädigung des Ökosystem usw. können teilweise auch auf den Tourismus zurückgeführt werden. Der Schlüssel ist also ein verändertes Verhalten bei den Touristen und Freizeitnutzern und nicht die Erschließung neuer Destinationen. Die Grundlagen zu Opaschowski`s Buch stammen bzw. stützen sich auf Erhebungen des BAT Freizeit-Forschungsinstituts (Leiter des Instituts in Opaschowski) aus dem Zeitraum von 1984 bis 1990). Obwohl dieses Buch bereits schon über 15 Jahre alt ist, so hat doch das Thema kaum an Aktualität verloren.
Im ersten Kapitel (Umwelt und Gesellschaft) werden die globalen, allgemeinen Umweltprobleme erläutert und der Umweltschutz als vordringlich zu lösendes Gesellschaftsproblem beschrieben.
In den folgenden Kapiteln verdeutlicht Opaschowski, dass von Seiten der Freizeit- und Tourismusnutzer nur die Industrie diese Umweltprobleme zu verantworten hat. Der einzelne, ja der Tourist trägt nach eigener Einschätzung keine Schuld an der Umweltproblematik in Freizeit und Tourismus. Opaschowski erläutert z.B. die Sicht der Betroffenen (Bereisten), sie sehen den Touristen teilweise als erhebliche Bedrohung für die Umwelt; die Ansicht der Anbieter, diese verharmlosen das Verhalten ihrer Kunden (Touristen) und die Sicht der Meinungsbilder, die je nachdem ob selber betroffen oder nicht, sehr unterschiedliche Sichtweisen zu diesem Thema vertreten. Detailliert werden auch die sog. sieben Umweltsünden in Freizeit und Tourismus wie z.B. die Landschaftsverschmutzung, Wasserverschmutzung, Pflanzen- und Tiergefährdung beschrieben.
Jedoch scheinen immerhin noch 2/3 der Bevölkerung noch nie etwas von dem Thema "Freizeit als Umweltrisiko" gehört zu haben. Eine Ursache hierfür sieht der Autor in Informationsdefiziten und Informationsbarrieren der Bevölkerung. Damit die Umweltbelastungen spürbar gemildert werden können, kommen für Opaschwoskit die drei Maßnahmenbereiche, Informationsmaßnahmen, Förderungsmöglichkeiten und Sanktionsmaßnahmen in Frage. Zwar möchten die Mitglieder unserer Freizeitgesellschaft eine saubere Umwelt haben, jedoch besteht ein erheblicher Zielkonflikt zwischen Umweltschutzinteressen und den Freizeit- und Urlaubsbedürfnissen. So wären zwar 81% der Reisenden bereit im Notfall ihr Verhalten zu verändern, jedoch kann der Begriff wann ein solcher Notfall vorliegt, sehr weit gefasst werden.
Selbstverständlich nennt Opaschwoski auch einige Lösungsmöglichkeiten um das Verhältnis von Umwelt, Freizeit und Tourismus zu verbessern. So könnten z.B. fahrradfreundliche Städte geschaffen werden, der Freizeit- und Ferienverkehr entzerrt werden und die Ferienregelung flexibilisiert werden, um hier nur einige Beispiele zu nennen.
Die beiden letzten Kapitel befassen sich mit:
- Grundlagen einer neuen Umweltökonomie von Freizeit und Tourismus
- Vom Umweltdenken zur ökologischen Lebensweise
Ein gutes Buch das dem Leser einige Denkanstöße vermittelt und zu einem Umdenken in Freizeit und Tourismus animiert.