Kurzbeschreibung
Mit einer seltenen Sensibilität für jene alltäglichen Dinge, die tiefer als große Veränderungen unter die Haut gehen, hat Nadine Gordimer den Akzent ihres Schreibens auf die Widersprüchlichkeiten der »weißen Seele« im Südafrika der Rassentrennung gelegt: auf die Paradoxie, einer herrschenden Elite anzugehören und gleichzeitig an deren Brutalität zu leiden. So wurde sie nicht nur zur Chronistin des schwarzen Befreiungskampfes, sondern auch zur literarischen Erforscherin des psychischen Elends, das sich in den Villen der weißen Liberalen eingenistet hatte. Gerade in ihren Erzählungen erforscht sie in Standbildern von bewundernswerter Präzision die Selbstzweifel der progressiv eingestellten Intellektuellen, ihre etwas abgestandenen Existenzkrisen, ihre altmodische Libertinage, ihr Spießertum, ihre kleinen Fluchten in den Rausch oder ins politische Engagement - kurzum, ihre uneingestandenen Ängste um die eigene weiße Haut ... Dank Nadine Gordimers großer erzählerischer Meisterschaft werden aus politischen Themen universale Dialoge.
Über den Autor
Nadine Gordimer wurde 1923 in der südafrikanischen Grubenstadt Springs geboren. Sie begann schon früh, Erzählungen zu schreiben, und begründete mit ihren ersten Romanen in den fünfziger Jahren ihren Ruhm. 1991 wurde ihr
der Nobelpreis für Literatur verliehen.