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am 5. Mai 2014
Der Tod, das Sterben, rücken in den letzten Jahren mehr und mehr wieder in den Blick, in das Bewusstsein. Nachdem über Jahrzehnte hinweg dieses Geschehen immer mehr „am Rand“ angelangt war. In einer Gesellschaft, die auf Jugendlichkeit, Dynamik, Schlank sein ausgerichtet war (und ist). Da hatte der Verfall zumindest keinen Platz „in der Mitte des Lebens“.

Vielfach und vielfältig nun allerdings ist der Tod wieder „im Gespräch“, wie an den ebenso vielfältigen Veröffentlichungen der letzten Jahre (zu Recht) abzulesen ist.

Bartholomäus Grill hat da einen durchaus eigenen, besonderen, man könnte sagen, „kompetenten“ Zugang zum Thema. Als Journalist, als wortgewandter Autor ebenso, wie einfach als Mensch. Schon 2006 hat seine Reportage über den Tod seines Bruders hierfür ein Zeichen gesetzt. Einer, der bewusst hinschaut und das, was er sieht, auch und gerade über das Geschehen von Sterben und Tod, zurückhaltend und dennoch intensiv in Worte zu fassen versteht.

„Der Tod hat tausend Gesichter und ich habe in viele geschaut“.
Dieser Satz des Klappentextes kündet von der persönlichen Nähe Grills zum Thema und gibt zugleich dem Buch seine Inhaltsbeschreibung.

In 14 Kapiteln wendet sich Grill im Buch ganz verschiedenen Todesfällen und ganz verschiedenen Aspekten des Todes zu.
Eine Auswahl an Themen, die eine große Bandbreite zum Vorschein bringen. Von ganz persönlichen Momenten., die den Leser nicht unberührt lassen werden (wie der Tod des Vaters, der Tod der Mutter („Der Tod ist ein Mörder“) über Todesereignissen, an denen sich ganze Traditionen und rituell geprägte Weisen der Umgangs mit dem Tod ablesen lassen („Die Todeskultur auf dem Bergbauernhof“), bis hin zum „ganz großen“ Sterben, erschütternde Berichte vom „Völkermord in Ruanda“ und Erlebnisse als Kriegsberichterstatter mit dem Tode quasi „Auge in Auge“.

Dass der Tod auch als Fest gefeiert werden kann, wie eng Tod und Leben verknüpft sind (und wie das zum Ausdruck kommt), davon erzählt Grill in seinen „Streifzügen im afrikanischen Ahnenreich“ genauso interessant und persönlich, wie er die Ereignisse ums einen Bruder noch einmal prägnant zu Gehör bringt („Endstation Zürich“). Mit einem dann eigenen Kapitel über den daran laut gewordenen Diskurs über die Sterbehilfe.

Dies alles in einer sehr treffenden, ruhigen und bildkräftigen Sprache. Wer je die eigenen Eltern im Sterben miterlebt hat, der wird sich umgehend an Krankenhauszimmer, wachsbleiche Gesichter, sparsame Bewegungen erinnern, wie Grill selbst sie erlebt hat und im Buch noch einmal und wieder wachruft.

„Die Verbindung zur Bodenstation ist abgerissen. Das Raumschiff saust durchs All, wird kleiner und kleiner, verschwebt in der Finsternis“. Während die Kinder schichtweise am Krankenbett wachen, begleiten und das Sterben in Gemeinschaft, vor allem mit der Mutter selbst, erleben. Die letzen Sekunden, intensiv beschrieben mit Bildern, die lange beim Leser nachhallen werden.

„Das mütterliche Kraftwerk erkaltet“.

Eine Intensität, die sicher nicht bei allen Beschreibungen im Buch vorliegt und auch nicht an allen Orten nötig ist, manche Themen gar behindern würde, die aber den emotionalen Faden durch die Seiten hindurch gibt und beibehält und durchweg aus persönlicher Erfahrung sprechen.

„Der Tod wohnt mitten unter uns. Er ist unser Untermieter. Lebenslang“.

Ein sehr verschieden zugehendes, sehr breit sich dem Thema widmenden, ein hervorragendes und emotional berührendes Buch.
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An den Tod seines Großvaters Bartholomäus erinnert sich Bartholomäus Grill so genau, weil die Ereignisse in der Familie immer wieder erzählt und dabei sicher auch ausgeschmückt wurden. Auf dem Bergbauernhof der Großeltern wurde damals der Verstorbene noch in der guten Stube aufgebahrt. Das Brauchtum im streng katholischen Alpenland gibt den Hinterbliebenen Rückhalt; der Tod kommt wie ein Vertrauter ins Haus. Doch das Sterben der schwerbehinderten Schwester des Autors offenbart, dass die Verwurzelung im Glauben ihres unerschütterlichen katholischen Kosmos Grills Eltern keinen Halt zu bieten hat. So wie die Familie verschämt über die psychische Erkrankung und den Selbstmord des Großonkels schwieg, wird nun die Existenz der behinderten Tochter verschwiegen. Der Vater verweigert eine Inschrift auf dem Familiengrabstein, die Mutter hat sich zu fügen. Grill beschreibt sich als ein Kind, das in einer bilderarmen Umgebung von der bildlichen Darstellung der Madonnen, Kruzifixe, Lüftlmalereien und der Abbildung eines personifizierten Todes geprägt wurde. Der 'Boandelkramer' war auf dem Bergbauernhof der Grills so gegenwärtig wie die Drohung der Großeltern gegenüber einem aufsässigen Kind, nach ihrem Tod zurückzukehren und es zu sich zu holen. Als Jugendlicher sieht sich Grill mit dem Selbstmord Gleichaltriger konfrontiert und springt nach waghalsigen Versuchen mit Drogen selbst dem Tod erst in letzter Minute von der Schippe. Seine Tätigkeit als Afrika-Korrespondent konfrontiert ihn mit Krieg, Völkermord, Hungersnöten und schließlich der Ausrottung einer ganzen Generation durch die Auswirkungen des HIV-Virus. Auf die Globalisierung und Anonymisierung des Todes angesichts des Massensterbens in Afrika ist Grill so wenig vorbereitet wie seine Familie auf die Todesfälle, die sie persönlich treffen.

Grill, der für ZEIT und STERN mehr als 20 Jahre aus Afrika berichtete, erfüllt mit seinem Buch über den Tod eine Verpflichtung gegenüber seinem jüngeren Bruder, der sein Leben aufgrund einer unheilbaren Krebserkrankung durch 'assistierten Freitod' selbst beendet. Die Reportage über das Sterben seines Bruders bringt Grill 2006 den Egon-Erwin-Kisch-Preis ein und konfrontiert ihn unmittelbar danach mit dem von einer Person nicht zu bewältigenden Bedürfnis seiner Leser nach Hilfe und Aussprache.

Grills Buch einen Platz im Koordinatensystem des Buchmarktes zu geben, fällt mir noch immer schwer. Es ist eine sehr persönliche Bilanz mit dem spürbaren Anliegen, dem Thema Sterbehilfe einen angemessenen Platz zu schaffen. Grill selbst nennt seinen Text eine Zwiesprache mit dem Tod. Er ist in einem Lebensalter angelangt, in dem 'die Einschläge näher kommen', der Tod seiner Altersgenossen ihn ständig mit der eigenen Endlichkeit konfrontiert. Mit dem Sterben in Auschwitz und dem RAF-Terrorismus deutet Grill jedoch auch auf die speziell deutsche Sprachlosigkeit zwischen seiner in den 50ern geborenen Generation und der seiner Eltern. 'Um uns die Toten' ist die vom Thema Sterbehilfe getragene, dicht geschriebene Lebensbilanz eines Journalisten, die ich besonders jenen empfehle, die sich für eine Patientenverfügung noch viel zu jung fühlen.

+++ Gratisexemplar +++
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am 9. Juni 2014
Bartholomäus Grill hat sich in einer umfassenden Darstellung mit den Todesritualen und Gebräuchen aus verschiedenen Jahrhunderten, in Märchen und Mythen und den heutigen Tabus über das Sterben auseinander gesetzt.

Anlass sind seine Erfahrungen als Journalist in Kriegs -und Hungergebieten der Welt, seinen eigenen Erlebnissen mit engen Angehörigen und den Einsichten, die ihm diese Erkenntnisse ermöglicht haben.

Er ist vom gläubigen Katholiken zu einem Ungläubigen geworden. Man kann es ihm nicht verdenken!

Die Mischung aus Allgemeinwissen, Glaubensfragen und eigenen Erlebnissen machen seinen Bericht so glaubhaft und überzeugend.
Er räumt mit all’ den schönen Lügen über „ das Geschenk des Todes“ oder der Erweiterung der Weltsicht durch das Sterben auf.

Nichts von alledem ist wahr! Zu deutlich sind seine Einlassungen darüber, wie mit vielfachen Mitteln der Sterbeprozess hinausgezögert wird, womit ökonomische und ideologische Interessen bedient werden. Doch auch die Gegenposition gegen Sterbehilfe erfährt ausführlich Würdigung. Die alte Frage nach Hilfe beim Sterben oder Geschehenlassen erfährt in diesem Fachbuch überzeugende Argumente des „Für“ und „Wider“ bei den Bedingungen, die zum Ende führen. Grill ist unsentimental und klar in seinen Überlegungen. Er scheut nicht davor zurück, die Verlogenheit oder Beschönigung bei zahlreichen Veröffentlichungen und Diskussionsbeiträge zum Thema zu benennen.

Nichts ist gut beim Sterben, und nichts kann über den Tod und den Schmerz beim Sterben und Abschiednehmen hinwegtäuschen.
Nüchtern betrachtet ist das Lebensende vorprogrammiert und man hat den Tod anzunehmen. Trost vermögen alleine liebvolle Mitmenschen zu geben, die beim Tod dabei sind und mit tröstender Hand Begleitung leisten. Doch nicht immer sind diese Bedingungen gegeben. Der Autor lässt in seinen Ausführungen nichts unerwähnt. Er besticht durch seine Authentizität.

Ein großartiger, einfühlsamer und hilfreicher Bericht ist Bartholomäus Grill gelungen, für den man nur danken kann!
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am 3. Juli 2014
Der Tod ist das Tabu unserer Zeit; das Sterben noch mehr. Geburt wie Tod sind heutzutage "ausgelagert" in Kliniken, Pflegestufen, Rehabilitationszentren und Bestattungsunternehmen. Aber auf einmal kommt er doch, der Sensemann und "Boandlkramer", zum Beispiel im Befund von Metastasen.

Ja und dann?: davon handelt das Buch von Bartholomäus Grill, und noch von vielmehr. Denn er hat als ZEIT-Korrepondent das Sterben durch Hunger, Krieg und AIDS in Afrika miterlebt - aber das der Agonie seines Bruders auch. Dessen verzweifelter Mut, würdig aus dem Leben zu scheiden und nicht als Fleischklumpen der Apparatemedizin, schildert der Autor bis zum letzten Lebenshauch seiner assistierten Selbsttötung in der Schweiz.

Darf man das? Dem Bruder, dem Freund, der Mutter beim Sterben zu helfen? Aber ja! Oder nur: um sie loszuwerden, die Sterbenden? Bartholomäus Grill macht es sich nicht leicht, er umkreist und reflektiert die christlich-katholische Dogmatik, in der er aufgewachsen ist, wie ein hungriger Wolf. Aber es gibt keine Tröstung.

Vor allem nicht in auf den "killing fields" von Afrika. Wo ist da der "Liebe Gott"?

Grill erspart uns nicht die Beschreibung von Leichenbergen aber auch das Bekenntnis, dass er versagt hat. Er hätte einen kleinen Jungen vielleicht retten können, dort unten im Kongo, aber er hat es nicht getan. "Was haben sie unternommen, um die Menschen zu retten, die Sie für die Weltpresse fotografiert haben?" : Die Kriegsreporter dieser Welt müssen sich diese Frage gefallen lassen. Bartholomeus Grill gehört nicht zu ihnen, denn er läuft weg, wenn die Kamikaze-Kameramänner vordringen.

Weil ihn der Tod fasziniert, aber nicht verführt. Der tröstlichste Teil seins Buches, das gekonnt den Bogen spannt zwischen seiner ersten bayerischen und seine zweiten afrikanischen Heimat, ist, wie er von seiner Tante Lisl berichtet, die den Tod, wie das Leben zuvor hinnimmt wie sie sind: Bänder, die uns binden. Bis er Boandelkramer kommt.

Bartholomäus Grill hat ein ein tief bewegendes Buch geschrieben über seine Begegnungen mit dem Sterben. Dieses Buch ist aber zugleich eine Apotheose auf das Leben. Es macht Mut.
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am 1. August 2014
Dieses Buch ist wirklich einzigartig, da der Autor subjektiv an das Thema Tod und Sterben herangeht, es sind eben seine Begegnungen mit dem Sterben. Sehr viele Bereiche sprechen mir aus dem Herzen und ich empfehle dieses Buch jedem der sich mit diesem Thema auseinandersetzen will.
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am 16. Dezember 2014
In ein paar Tagen verschlungen, wurde mehrere Nächte danach von Alpträumen heimgesucht. Und anschließend ging ich zum Standesamt und trat aus der katholischen Kirche aus.

Vielen Dank für dieses Werk! Die Sicht aus einem ungewohnten Augenwinkel öffnete mir die Augen. Und was ich sah, machte mich traurig. Und wütend.
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am 2. November 2014
Eindrücke und Erlebnisse wurden vorstellbar wiedergegeben. Ausdrucksweise ist gut verständlich. Das Buch kann ich unbedingt weiterempfehlen.Das Lesen hat mich in den Ort des Geschehens gebracht.
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am 24. Juni 2015
Das Buch kam bei mir recht schnell und sehr gut erhalten an. Es wurde zwar als gebraucht verkauft, sieht aber wie neu aus.
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am 12. November 2014
Ein sehr bewegender Bericht, gerade jetzt, wo über die Sterbebegleitung neu verhandelt wird. Der Bruder mußte auch mit Schwester und Bruder in die Schweiz reisen, um sich mit Medikamenten aus dem Leben zu verabschieden. Er war unheilbar krank und hatte Schmerzen. Wer kann das beurteilen???
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