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Um Leben und Tod: Wie weit darf man gehen, um das Leben eines Kindes zu retten? - Der Fall Jakob von Metzler - Protokoll eines Verbrechens
 
 
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Um Leben und Tod: Wie weit darf man gehen, um das Leben eines Kindes zu retten? - Der Fall Jakob von Metzler - Protokoll eines Verbrechens [Taschenbuch]

Ortwin Ennigkeit , Barbara Höhn
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 272 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (12. September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453172167
  • ISBN-13: 978-3453172166
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13,6 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 73.747 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Ein Ermittler trifft die schwerste Entscheidung seines Lebens

Ein Kind ist verschwunden, und der Entführer weigert sich auch nach tagelangen Verhören, den Aufenthaltsort des Jungen zu verraten. Die Ermittler, die um das Leben des Kindes fürchten, drohen ihm schließlich Gewalt an, sollte er nicht endlich das Versteck preisgeben. Sie haben zwischen dem Recht des Opfers auf Leben und dem Recht des Täters auf körperliche Unversehrtheit abgewägt – und entschieden. Doch wie weit darf man gehen, um das Leben eines Kindes zu retten?

Noch nie hat es einen Fall wie diesen gegeben: Nach tagelangen Vernehmungen hatte Kriminalhauptkommissar Ortwin Ennigkeit auf Weisung des Frankfurter Polizeivizepräsidenten Wolfgang Daschner dem Entführer des elfjährigen Jakob von Metzler die »Zufügung von Schmerzen« angedroht, falls er nicht endlich das Versteck des Kindes verrate. Zur tatsächlichen Anwendung von Gewalt kam es nicht, die Drohung genügte. Doch die Hoffnung, den Wettlauf gegen die Zeit zu gewinnen und Jakobs Leben zu retten, erfüllte sich nicht: Magnus Gäfgen hatte den Jungen bereits unmittelbar nach der Entführung getötet. In der Folge entbrannte eine beispiellose rechtspolitische Diskussion über »Folter«: In wahren Leserbrieffluten wurden die Ermittler als Helden gefeiert, während sie sich vor Gericht wegen Verletzung der Menschenwürde verantworten mussten.

Zum ersten Mal erzählt der Ermittler Ortwin Ennigkeit von der schwersten Entscheidung seines Lebens: Was wiegt schwerer? Die Menschenwürde des Tatverdächtigen oder die Menschenwürde des entführten Kindes?

Über den Autor

Ortwin Ennigkeit, Jahrgang 1953, ist seit 37 Jahren im Polizeidienst tätig, 10 davon als stellvertretender Kommissariatsleiter im K 12 (zuständig für Raub, Erpressung, Geiselnahme und Entführung) in Frankfurt. Nach seiner Verurteilung wegen Nötigung im Zusammenhang mit der Entführung des Bankiersohnes Jakob von Metzler wurde er mit anderen Aufgaben betraut: 2007 wurde er Leiter eines Kommissariates zur Bekämpfung der Eigentumskriminalität. 2010 wurde er mit dem Aufbau eines Kommissariates "Operative Kräfte" beauftragt. Ortwin Ennigkeit wohnt in der Nähe von Gießen und hat vier Töchter.

Barbara Höhn, 1962 in München geboren, lebt seit 1988 in Rom und gründete dort die Künstlergruppe „Molo 15“, mit der sie zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland organisiert. Sie ist als Designerin für eine Papierfabrik und als Bühnenbildnerin tätig, zudem seit 2008 als freie Mitarbeiterin des ORF in Rom. Barbara Höhn hat zwei Kinder und lebt in Anguillara.

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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Kuddl VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Am 27. September 2002 wird der damals 11jährige Jakob von Metzler entführt. Kurz darauf erhalten die Eltern des Jungen ein Schreiben mit Lösegeldforderung. Der Täter ist recht bald ermittelt: Magnus Gäfgen, mit den Kindern der Familie von Metzler weitläufig bekannt. Nachdem ein guter Teil des Lösegeldes bei ihm gefunden wurde und er schon mit seiner Freundin auf prasserischer Einkaufstour durch Frankfurt beobachtet wurde, greift die Polizei zu und nimmt den Entführer fest. Der ergeht sich während der folgenden Verhöre in Lügen und Falschaussagen bis hin zur Beschuldigung völlig Unbeteiligter - und er weiß als Jurastudent, der kurz vor Abschluss des Ersten Staatsexamens steht, das Recht für sich zu nutzen. Während er sich gemütlich von der Polizei mit Speisen und Getränken versorgen lässt und sein Schlafbedürfnis geltend macht, bangen die Beamten um das Leben seines Opfers. Man weiß sicher, wie lange Jakob von Metzler schon ohne jegliche Versorgung gefangen gehalten wird. Mediziner prognostizieren, dass der Junge bei herbstlicher Kälte und ohne Versorgung maximal vier Tage überleben kann - so dass sich Polizeivizepräsident Wolfgang Daschner am Morgen dieses vierten Tages dazu entschließt, dem dreisten, arroganten und mörderischen Schweigen des Entführers ein Ende zu machen. Er lässt Magnus Gäfgen durch den Polizisten Ortwin Ennigkeit mitteilen, dass man "unmittelbaren Zwang" als Mittel in Betracht ziehe, um ihn zur Preisgabe des Aufenthaltsortes seines Opfers zu bewegen. Der Rest rauschte hinreichend durch den medialen Blätterwald: Gäfgen machte sich vom Täter zum Opfer, die Zwangsandrohung wurde in den Medien zur versuchten oder auf psychischer Ebene bereits vollstreckten "Folter", die Polizisten Daschner und Ennigkeit schließlich wegen "Nötigung" verurteilt. Für Kindermörder Gäfgen war der Fall damit aber noch lange nicht erledigt - er zog in schier unfassbarer Dreistigkeit bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, der ihm in zweiter Instanz sogar recht gab.

Von Polizist Ortwin Ennigkeit stammt das vorliegende Buch, das die Geschehnisse dieser Tat und das juristische Nachspiel zusammenfasst. Und wie hier bereits in einer Rezension geschrieben wurde, stolpert man beim Lesen von einer Unfassbarkeit in die nächste. Dass ein Gericht - nein, sogar mehrere Gerichte - die körperliche Unversehrtheit eines Täters höher einstufen als das Leben eines Opfers, ist an sich schon unglaublich genug. Doch das vorliegende Buch macht sich darüber hinaus die Mühe, die Aussagen vieler namhafter Juristen sowie zahlreiche Gesetzestexte zusammenzutragen, die das Verhalten der Polizisten eindeutig rechtfertigen, so dass ein Freispruch für die Beamten nicht nur möglich gewesen wäre, sondern fast hätte erfolgen MÜSSEN. Das alles interessierte das Gericht in Frankfurt jedoch nicht. Schließlich hatten die UNO-Menschenrechtskommission und Täterschützer von "Amnesty International" schon laut genug politisch getrommelt - und dabei ebenso wie das Gericht die vollkommen verzerrte Darstellung des Täters und notorischen Lügners Magnus Gäfgen für bare Münze genommen.

Gerade deshalb ist dieses Buch so unfassbar wichtig - weil es Verhältnisse geraderückt, die von Gerichten in unverantwortlicher Weise durcheinandergebracht wurden. Ortwin Ennigkeit gebührt größter Dank und größte Anerkennung, dass er sich nach dem fatalen Urteil gegen ihn nicht resigniert zurückgezogen hat, sondern mit diesem Buch an die Öffentlichkeit gegangen ist und sich dabei auch nicht scheut, das Verhalten von Polizeikollegen, Staatsanwälten und Gerichten offen zu kritisieren. Bei der Lektüre verliert man in der Tat einen guten Teil des Vertrauens in den Rechtsstaat, wenn man ein handfestes und gravierendes Beispiel dafür präsentiert bekommt, dass die körperliche Unversehrtheit eines Schwerverbrechers für manche Gerichte Vorrang vor dem Leben eines unbescholtenen Bürgers - noch dazu eines Kindes! - hat.

Das Buch kann man nur ganz dringend empfehlen, denn es steht zu befürchten, dass der geltungssüchtige Magnus Gäfgen auch weiterhin Gerichte mit seinen Foltermärchen beschäftigen wird - übrigens natürlich auf Kosten des Steuerzahlers.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
fesselnde Tatsachen 28. Dezember 2011
Format:Taschenbuch
Dieses Weihnachtsgeschenk hat mich für Stunden ans Buch gefesselt. Am liebsten hätte ich es gleich komplett verschlungen. Gelungen beschreibt der Autor, wie verzweifelt die Polizei in der bekannten Situation war -- so verzweifelt, dass die umstrittene Maßnahme unvermeidbar wurde.
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26 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Ein hervorragendes Buch, was einen authentischen Einblick in die Arbeitsweise unserer Justiz und unseres Justizapparates gibt.
Herrn Ortwin E n n i g k e i t sollte man lieber mit dem Bundesverdienstkreuz auszeichnen anstatt ihn zu bestrafen, aber in diesem Lande hat man leider seltsame Vorstellungen von Recht und Moral. Herr Magnus Gäfgen hat wohl die richtigen Eigenschaften als Jura-Student, "eiskalt und verlogen", wie ihn Ortwin E n n i g k e i t in seinem Buch schildert. Und solchen Leuten wird in diesem Staat von der Justiz auch noch eine Entschädigung bewilligt. Vielleicht kann Herr Gäfgen in der Haft auch noch sein Jura-Studium beenden und sich dann unbeschadet in diesen Justizapparat eingliedern. Was für ein unglaublich skandalöser Zustand in diesem Lande.
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