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Um Kopf und Kragen
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. Januar 2009
Randolph Scott hat in seiner Filmkarriere wohl um die 60 Western gedreht. Aus dieser Vielzahl stechen aber die Western von Regisseur Bud Boetticher (hier vor allem Der Siebente ist dran) und Sacramento hervor. Randolph Scott ist auch hier wiederum der aufrechte aber verbitterte Held der mit den charismatischen Bösewichten aufräumt. Diese werden immerhin von Richard Boone und Henry Silva dargestellt. Maureen O'Sullivan obwohl Rothaarig sollte nicht mit Maureen O'Hara verwechselt werden, bekannt ist sie vor allem als Jane aus den Tarzan Filmen. Die karge Landschaft und die stimmungsvolle Musik tragen einiges zur Unterhaltung bei. Nach einer 15 Minuten-Einführung, die aber durchaus sehenswert ist, beginnt die eigentliche Handlung mit dem Auftauchen der rücksichtslosen Banditen. Die dreht sich dann um die Banditen und ihren Geiseln.

Wieder mal ein sehr gut gemachter und stimmungsvoller Western von Bud Boetticher mit einem gut gelaunten Randolph Scott in der Hauptrolle. Neben ihm dürfen auch Maureen O'Sullivan als frisch verheiratete Alte Jungfer" und Richard Boone als einprägsamer Bösewicht brillieren. Der Film dauert zwar nur knappe 74 Minuten aber keine Sekunde kann als verschwendet angesehen werden. Das Drehbuch wurde übrigens von Burt Kennedy (auch ein Westernveteran) nach einer Geschichte von Elmore Leonard (unter anderem Hombre, 3:10 to Yuma)geschrieben. Gute Westernunterhaltung ist daher garantiert.

Die DVD kann auch als gelungen angesehen werden. Obwohl Specials sind halt keine oben aber Bild/Ton kann als gut bis sehr gut eingestuft werden. Sieht man das Cover könnte man glauben der Film ist S/W, nein "The Tall T" (so der OT) ist in Farbe und die strahlen ganz schön passend zur kargen Westernlandschaft. Als Westernfan hofft man natürlich auf weitere Veröffentlichungen der Randolph Scott/Budd Boetticher Western.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 17. Januar 2009
"Um Kopf um Kragen" ist einer der Filme, die von Filmhistorikern als sogenannter "Ranown-Zyklus" zusammengefasst wird. Es handelt sich um die Budd Boetticher B-Western mit Randolph Scott in der Hauptrolle. Zu den insgesamt 7 Western gehören auch "Der Siebente ist dran", "Fahrkarte ins Jenseits", "Sein Colt war schneller", "Auf eigene Faust", "Messer an der Kehle" und "Einer gibt nicht auf". Scott spielt immer den gealterten Westernhelden, etwas zynisch, stark desillusioniert, verhärtet, enttäuscht, verbittert, nicht näher beschriebene Ereignisse haben ihn zu einem Einzelgänger werden lassen und reitend wird er zum tragischen Helden. Boettichers Kunst war ein perfekt inszenierter Minimalismus. Kein Wort zuviel, keine Szene unnötig. Alles auf den Punkt gebracht und dennoch so vielschichtig, teilweise sogar poetisch, dass sich auch die Liebhaber des Autorenkinos für sein Werk zu interessieren begannen und es in den späten 70er und 80er zu einer Wiederentdeckung seiner Werke kam.
Es sind die einfachen, linear strukturierten Storys mit klaren Konflikten die er in seinen Filmen aufgreift.
Der stoische Cowboy Pat Brennan hat sich eine kleine Farm gekauft und möchte einen Zuchtbullen kaufen. Großrancher Tervoorde, bei dem er früher Vormann war und der ihn nicht gerne gehen liess, überredet ihn zu einer unvernünftigen Wette, bei der Brennan sein Pferd verwettet und den Weg nach Hause zu Fuss antreten muss. Unterwegs nimmt ihn die Postkutsche eines alten Freundes mit. Eine extra von einen frisch vermählten Brautpaar gemietete Kutsche. Die altjüngferliche Doretta (Maureen O'Sullivan) ist zudem Tochter eines reichen Minenbesitzers. Die Kutsche macht Halt bei der nächsten Poststation und da wartet auch schon der alternde Outlaw Frank Usher (Richard Boone) mit seinen beiden, schiesswütigen jungen Haudegen Billy Jack und Chink....
"Um Kopf und Kragen" dauert kurzweilige 78 Minuten, Boetticher braucht eine ca. 15 minütige Einleitung mit sehr idyllischen und familienfreundlichen Impressionen, fast schon ein bisschen "Shane" parodistisch, bis sich die Tür plötzlich zur Gewaltorgie öffnet...
Wer Boettichers erste Zusammenarbeit mit Scott "Der Siebente ist dran" (auch auf DVD erhältlich) gut fand, der wird auch an "Um Kopf und Kragen" Gefallen finden.
Bild und Ton sind für einen ca. 50 Jahre alten Film sehr gut restauriert.
Ein Western, der vielleicht nicht ganz zu den grössten klassischen Meistererken des Genres, gezählt wird, der aber richtig grosses Sehvergnügen liefert.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Auch um einige Menschen kann man schwerlich herumreiten, und Budd Boetticher ist meiner Meinung nach so ein Mensch. Obwohl es ihn in seinem von tragischen Unglücksfällen gezeichneten Leben nicht vergönnt war, viele Filme zu drehen, ist sein Beitrag für den Western - durch den Ranown-Zyklus, eine Reihe von Western, produziert von Randolph Scott und Harry Joe Brown - kaum zu überschätzen. Die meisten dieser Western, allesamt in den 50er Jahren veröffentlicht, zeichnen sich durch eine minimalistische, auf den Showdown zulaufende Handlung und durch psychologische Tiefe der Charaktere aus. Es ist mir eigentlich unverständlich, warum diese Westernperlen auch heute noch im Schatten vieler anderer Genrebeiträge stehen und warum sie - meines Wissens - noch nicht alle in würdiger Ausstattung als DVDs auf den Markt gekommen sind.

"The Tall T" wurde 1957 als dritter Film des Zyklus gedreht und zeigt, wie alle anderen, Randolph Scott in der Rolle des Helden. In allen diesen Western ist der Held ein verbitterter, von allen gesellschaftlichen Banden abgeschnittener Mann, der nur noch für seine Rache lebt, darin dem Helden, den Jimmy Stewart für Anthony Mann spielte, oftmals nicht unähnlich. Was aber Boetticher von Mann unterscheidet, ist, daß Boettichers Schurken bei all ihren Verbrechen oft einen guten Kern zu haben scheinen, der nur durch falsche Entscheidungen oder widrige Umstände verschüttgegangen ist.

In "The Tall T" spielt Scott einen Mann namens Pat Brennan, der seine Stellung als Verwalter einer Ranch an den Nagel gehängt hat, um sich selbständig zu machen. Als er bei seinem ehemaligen Boß einen Zuchtbullen kaufen will, schlägt ihm dieser eine Wette vor: Sollte es ihm gelingen, auf einem Bullen zu reiten und diesen zum Stehen zu bringen, gehört der Bulle ihm. Sollte er abgeworfen werden, muß er sein Pferd dem Rancher - der durch diese Spielchen bezweckt, Pat wieder zu seinem Verwalter zu machen - überlassen. Pat verliert diese Wette und macht sich zu Fuß zu seiner Farm auf. Unterwegs gelingt es ihm, eine Kutsche anzuhalten, in der ein frischvermähltes, aber ältliches Paar in die Flitterwochen fährt. Als die Kutsche bei einer Relaisstation Halt macht, werden die Reisenden von Frank Usher (Richard Boone) und zwei jungen Revolverhelden (Henry Silva, Skip Homeier) überfallen. Nachdem die Banditen den Kutscher erschossen haben, erfährt Pat, daß auch der Postmeister und sein kleiner Sohn, mit denen er befreundet war, kaltblütig von den Gesetzlosen ermordet wurden. Um seine Haut zu retten, verrät der Bräutigam, Willard Mims (John Hubbard), daß seine Frau Doretta (Maureen O'Sullivan) die Tochter eines reichen Minenbesitzers ist und daß die Banditen sie gegen ein Lösegeld eintauschen könnten. Usher beschließt, die drei Gefangenen noch nicht zu töten, sondern erst das Lösegeld einzuheimsen. Für Pat bedeutet dies eine Galgenfrist, während der er Zwietracht unter den Banditen säen und sie ausschalten könnte, um sein und Dorettas Leben zu retten.

Die Story basiert auf der Erzählung "The Captives" von Elmore Leonard und wurde von Burt Kennedy für den Film adaptiert. Sie zeichnet sich durch eine differenzierte Darstellung der Hauptcharaktere aus. Pat scheint am Anfang ein unbeschwerter Mann zu sein, der - vielleicht ein wenig zu sehr - von seinen eigenen Fähigkeiten überzeugt ist und damit die Idee verkörpert, daß jeder Mensch selbst für sein Schicksal verantwortlich ist. Diesen Glauben hält er auch Usher entgegen, der sich paradoxerweise immer mehr freundschaftlich zu ihm hingezogen fühlt und ihm von seinem Traum berichtet, eines Tages selbst eine Farm zu haben. Ushers Worte "A man should have something of his own, something to belong to, to be proud of" appellieren dabei so sehr an unser aller Traum von einem kleinen Glück, daß sie schwerlich aus dem Textrepertoire eines typischen Westernbösewichts stammen zu können scheinen, doch Pats "And you think you'll get it this way" holt uns schnell auf den Boden der Tatsachen zurück und macht deutlich, daß der Zweck eben nicht die Mittel heiligt. Auch mit Doretta geht Pat nicht eben schonend um, wenn er ihr verdeutlicht, daß es zum Teil ihrem mangelnden Glauben an sich selbst und ihre Attraktivität geschuldet ist, daß sie zur "alten Jungfer" wurde und schließlich einen Mann wie Mims geheiratet hat, von dem sie wußte, daß er sie nur ihres Geldes wegen nahm.

Überraschend gewieft kann dieser gradlinige Mann allerdings werden, wenn es darum geht, Mißtrauen unter den Banditen zu säen, nur um sie desto leichter einen nach dem anderen unschädlich zu machen. Bezeichnenderweise gehen zwei von den Schüssen, die Pats Widersacher töten, direkt in ihre Gesichter, was darauf hindeutet, daß es Pat um die völlige Auslöschung der Identität der Männer geht, die den Postmeister und seinen kleinen Sohn ermordet haben. Warum ist Pat diese Abrechnung so wichtig? Er selbst fegt weitergehende Fragen mit dem Hinweis auf unumreitbare Dinge im Leben eines Mannes zur Seite, doch vielleicht hat der alleinstehende Mann in dem ermordeten Vater sich selbst gesehen. Immerhin gibt uns die Kamera viele Einstellungen mit den Zuckerstangen, die Pat in Contention für den Jungen kauft und die schließlich von seinen Mördern gegessen werden. Am Ende bleibt Pat denn auch nicht ganz einsam, denn es zeichnet sich durchaus ab, daß er seine Zukunft zusammen mit Doretta verbringen wird.

Was diesen Western für mich so interessant macht, ist die Tatsache, daß Boetticher sich einer einfachen Schwarzweißdarstellung verweigert. Vergleicht man Boettichers Usher etwa mit Manns Vandergroet in "The Naked Spur", so sieht man auf der einen Seite einen in die Jahre gekommenen Gesetzlosen, der von einer eigenen Farm träumt und dabei irgendwann einmal vom rechten Weg abgekommen ist. Aus aufrechter Sympathie für Pat, in dem er anscheinend den Mann sieht, der er selbst gern geworden wäre, verschont er seinen Gefangenen zunächst, wohlwissend, daß er ihn am Ende doch wird töten müssen, um weiterer Verfolgung zu entgehen. Usher lügt sich ein wenig in die Tasche, wenn er darauf beharrt, nie selbst getötet zu haben, sondern dies seinen zwei jugendlichen Begleitern zu überlassen, denn klar ist doch, daß Usher diese zwei vom Weg abgekommenen Burschen für seine Zwecke ausnutzt. Bezeichnend ist aber auch, daß Usher, der allein losgeritten ist, um das Lösegeld zu holen, so loyal ist, zu seinen Leuten zurückzukehren, um zu teilen. Mit Manns Vandergroat hingegen haben wir einen weit weniger ambivalenten, wenngleich durch Robert Ryan meisterhaft charismatisch gespielten Schurken vor uns. Es ist diese Fähigkeit Boettichers, seine Schufte so facettenreich darzustellen, die einen Teil des Reizes seiner Filme ausmacht.

Boettichers Charaktere sind so groß, daß sie jede Minute seiner zeitlich knapp bemessenen Filme vollkommen ausfüllen und den Zuschauer ratlos darüber zurücklassen, ob er wirklich gerade Zeuge eines Happy Ends geworden ist.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. Juli 2013
"The Tall T" - so der Originaltitel dieses außergewöhnlichen Western - ist der zweite Film aus dem Ranown-Zyklus, der schließlich sieben Filme umfassen und sowohl den Hauptdarsteller Randolph Scott, als auch den Regisseur Budd Boetticher zu Legenden des Genres machen sollte. Nach "Seven Men From Now", der schon einiges davon anlegte und definierte, was die Spezifik dieser minimalistischen Western Boettichers ausmachte, wurden hier die Linien und Kanten noch enimal geschärft. War der Bösewicht im Vorgänger kein wirklicher Schurke, hat man es hier mit echten Banditen zu tun, die dann aber erstaunliche Verletzungen und Wünsche offenbaren. Richard Boone, noch recht unbekannt zu diesem Zeitpunkt, gibt eine hervorragende Performance ab als Frank Usher, der morddet, raubt, entführt und erpresst und doch so gern Freund wäre - Freund des Mannes, den er wird töten müssen, will er unerkannt aus dem Schlamassel, den er angerichtet hat, herauskommen.

[ACHTUNG: SPOILER]
Pat Brennan (Randolph Scott) besitzt ein wenig Land am Fluß. Er reitet zu jenem Rancher, dem er früher als Vorarbeiter gedient hat und will einen Zuchtbullen von ihm kaufen. Auf dem Weg dorthin hält er an einer Poststation. Er verspricht dem Sohn des Beamten, daß er ihm Candy aus der Stadt mitbringt. Auf der Ranch angelangt, wird Brennan von seinem ehemaligen Chef bedrängt, den alten Job wieder anzunehmen. Schließlich lassen die beiden sich auf eine Wette ein: Schafft Brannan es, einen gut gebauten Stier zu reiten, bis dieser still steht, gehört das Tier ihm - ohne Bezahlung. Wird er abgeworfen und verliert, gehört Brennans Pferd seinem Exchef. So kommt es und Brennan muß seinen Sattel zu Fuß durch die Wüste schleppen. Unterwegs hält eine Postkutsche, darin Willard Mimms (John Hubbard) und seine Frau Doretta (Maureen O'Sullivan), wenig attraktive Tochter des örtlichen Bergbaubesitzers und somit reich. Brennan fährt mit, bis zu der Station, wo niemand sich um die Kutsche oder die Pferde kümmert. Schließlich treten drei Männer aus den Schatten der Stallungen: Frank Usher (Richard Boone) und seine Kumpels Billy Jack (Skip Homeier) und der Schnellschütze Chink (Henry Silva). Die drei warteten auf die reguläre Kutsche, die erst eine Stunde später eintreffen soll. Die Mimms sind auf Hochzeitsreise und mit einer gemieteten Sonderkutsche unterwegs. Usher will die Leute - wie zuvor den Postmeister und dessen Jungen, die "tot da hinter dem Brunnen liegen", wie Chink es ausdrückt - umlegen, doch Willard verrät ihm, wer seine Frau ist und daß man ein großes Lösegeld aus ihrem Vater herauspressen könne. So zwingt Usher die Insassen der Kutsche also, mit ihm in sein Bergversteck zu kommen. Billy Jack und Willard reiten los, das Lösegeld zu verlangen. Als sie zurückkehren, sind 50.000$ versprochen, die an einer bestimmten Stelle abgelegt werden müssen. Brennan versteht, daß die Geiseln - also auch er - so oder so nicht überleben werden. Willard, dem Usher die Freiheit gibt, reitet ohne sich von Doretta zu verabschieden davon, was Usher derart in Rage bringt, daß er Chink auf den Mann schießen und ihn töten läßt. Doretta ist verzweifelt, doch sowohl Usher, als auch Brennan versuchen ihr klar zum machen, daß Willard ein Feigling gewesen sei, der sie praktisch verkauft habe, um sein Leben zu retten. Allerdings ist es Brennan wichtig, sich auch dabei von Usher abzugrenzen. Während die Männer und ihre Gefangenen darauf warten, daß sie losreiten können, das Geld einzusammeln, kommt es zu einigen denkwürdigen Begebenheiten: Einmal wird deutlich, daß Usher sich Brennan verwandt fühlt, diesen sogar beneidet. Brennan hat nicht nur Land und Vieh, also "etwas Bleibendes, auf das man stolz sein kann", wie Usher es ausdrückt, nein, er hat auch natürliche Autorität. Er ist ein freundlicher Mann, wie wir v.a. anfangs in der Szene mit dem Postmeister und seinem Sohn gesehen haben. Er ist auch ein guter Arbeiter gewesen, wie wir in den Szenen auf der Ranch mitbekommen. Usher ist ein Bandit, den die Menschen "bestenfalls" fürchten, Autorität oder gar Charisma hat er nicht. Frank Usher wäre gern Brennans Freund, gesteht ihm sogar, daß er noch nie einen Menschen getötet habe, sich mit seinen ewig über "Weiber und Spiel redenden" Kumpanen langweile. Und auch Brennan erkennt in Usher einen Seelenverwnadten, macht sich jedoch nichts vor: Auch Usher will überleben und ist bereit dafür alles zu tun. Alles. Das ist das eine. Das andere ist die Begegnung zwichen Doretta und Brennan. Die beiden sind sich zugetan, das merkt man, doch Brennan wirft ihr vor, daß sie nicht ehrlich um ihren Mann trauern könne, da dieser sie nicht geliebt habe. Er habe sie wegen ihres Geldes geheiratet. Sie wisse das und dennoch...erst später gibt sie zu, daß sie sich als hässlich und als Mauerblümchen wahrnehme und deshalb froh gewesen sei, daß sie überhaupt einer genommen habe. Brennan macht ihr klar, daß man niemanden lieben könne, der sich nicht selber mag. Usher reitet schließlich los, das Geld holen. Brennan gelingt es, bei Chink so viele Zweifel an Usher und dessen Absichten zu sähen, daß dieser seinem Boss nachreitet. Brennan kann mit Dorettas Hilfe Billy Jack töten und auch den zurückkehrenden Chink. Schließlich kommt auch Usher zurück mit dem Geld. Dieser jedoch meint, Brennan so gut zu kennen, um zu wissen, daß der keinen Menschen von hinten erschieße, weshalb er sich nun einfach entferne. Doch als er gerade um die Biegung des nächsten Felsens geritten ist, zückt er sein Gewehr und reitet zurück - um seine "Familie", wie er seine Kumpels einmal nennt zu retten oder an das Geld zu kommen, bleibt unklar. Brennan tötet also auch Usher. Er wendet sich Doretta zu und fordert sie auf, mit ihm zu kommen, es werde noch ein schöner Tag.

"Come on, it's gonna be a nice day" sagt Brennan vor der Kulisse eines atemberaubend weiten und blauen Himmels, der ein wunderschönes Bergpanorama einrahmt. Ein Happy End? Nein. Zu viel Mißgunst, Neid, Hass und Tod mussten wir miterleben, um das Ende dieses Films als ein "glückliches" anzusehen. Zerstörte Leben und zerstörte Menschen bleiben zurück. Anders als Ben Stride - die Randolph-Scott-Figur in "Seven Men From Now", der ein Getriebener ist, innerlich, weil er sich als Versager fühlt, äußerlich, weil er Rache will - ist dieser Pat Brennan ein im Grunde glücklicher und zufriedener Mensch. Was ihm zustößt ist schließlich auch eine Folge von Zufällen und Verwechslungen. Weder wollte er sein Pferd verlieren, noch je in dieser Kutsche sitzen. Er ist auch kein Kämpfer oder gar Krieger, wie Stride es wohl sein muß als Exsheriff. Die Art und Weise, wie er hier die Banditen ausschaltet, ist auch nicht die eines offenen Kampfes, sondern es sind eher Hinterhalte und Tricks. Er benutzt Doretta als Blickfang für Billy Jack und feuert auf Chink zwar nicht direkt aus dem Hinterhalt, läßt dem aber auch nicht wirklich eine Chance, sich zu wehren. Pat Brennan will überleben. Und das tut er. Dabei verliert er sein Lachen. Es ist auffällig, daß er in den ersten Szenen auf der Poststation, aber auch in der Stadt, wo er den Candy kauft, und später auf der Ranch, immer freundlich ist und den Leuten zulacht. Schon als er Doretta das erste Mal küsst und man meinen sollte, dies sei ein glücklicher Augebnblick, wirkt es eher, als klammerten sich zwei Ertrinkende aneinander. Und auch das "Happy End", das keines ist, veranlasst die beiden nicht zu einem Lächeln. Im Gegenteil: Brennan geht vor und sie folgt und legt ihm, scheinbar vorsichtig, fast verhalten, den Arm auf den Rücken, er reagiert und nimmt sie in den Arm. Pat Brennan wurde vom Bösen berührt und musste in sich Böses finden, um aus der Situation, die er nicht wollte, herauszukommen. Man fragt sich automatisch, ob der Mann eines Tages wieder wird lachen können.

Das Drehbuch, die Inszenierung, das Setting, die Kulissen, die Landschaften, die Männer und diese eine Frau - Budd Boetticher fügt das alles zusammen zu einem grandiosen Western, der sogar noch einen Ticken überzeugender ist als sein eh schon formidabler Vorgänger. Vielleicht entspricht "Seven Men From Now" eher einem Western insofern, als daß es um eine Rachegeschichte geht, daß Indianer eine Rolle spielen, daß man den klassischen Shoot-Out hat, also das Duell am Ende. Doch ist "The Tall T" ein unglaublich lyrischer Film, der exemplarisch vorführt, was Boetticher für jemanden wie Jim Kitses, der das Standardwerk "Horizons West" verfasst hat, zu einem der stilbildenden Westernregisseure der klassischen Ära werden läßt, neben John Ford und Anthony Mann. Dieser Film ist ein reiner Western, er ist tragisch, er ist (darin allerdings - ähnlich wie Robert Aldrichs "Vera Cruz" - ebenfalls stilbildend seiner Zeit voraus) brutal und von einer Härte, die später bei Sam Peckinpah und in den Italowestern wieder auftaucht. Sergio Leone war es, der in "C'era una volta il west" die Szene an der Poststation fortführte: Wenn Henry Silva zu Scott sagt, der Postmeister und sein Junge lägen "da drüben hinter dem Brunnen" und Boetticher uns eben diesen mit einem Zwischenschnitt zeigt, dann hat das schon eine Brutalität, wie sie für den klassischen Hollywoodwestern untypisch war; Leone zeigt dann in der berühmten Szene, wenn Frank (Henry Fonda) und seine Spießgesellen aus dem Unterholz treten, nachdem sie McBride und seine älteren Kinder bereits getötet haben, wie das so aussieht, wenn man einen kleinen Jungen erschießt. Daß Frank in Leones Großwestern ausgerechnet ein Namensvetter Ushers ist - Zufall?

"The Tall T" (der Titel wurde später vom Verleih festgelegt, Boetticher sagte selbst, er wisse nicht, wofür der stünde) ist m.E. der beste der sieben Filme aus dem Ranown-Zyklus. Mit Frank Usher gibt es einen der eindringlichsten und ambivalentesten Schurken in der Geschichte des Westerns zu bestaunen. Boetticher wurde immer zweierlei, sich vermeitlich Bedingendes vorgeworfen: Er sei frauenfeindlich und seine Helden, v.a. aber seine Schurken, seien verkappt homosexuell. Letzteres mag der angeblichen sexuellen Orientierung seines Hauptdarstellers geschuldet sein, dennoch ist nicht von der Hand zu weisen, daß Ushers Sehnen nach Freundschaft mit Brennan zumindest unterschwellig Ausdruck eines tieferen, möglicherweise körperlichen Verlangens ist. Was die Frauenfeindlichkeit angeht, gründet sich diese Annahme wohl auf Boettichers einst geäußertes Credo, daß Frauen im Western eben nur Staffage seien. Wollte man ihm wirklich Misogynie vorwerfen, dann könnte "The Tall T" wierklich als einer der wenigen Belege dafür dienen. Zumindest scheint es so. Doretta ist nicht hübsch (Maureen O'Sullivan, die einst die Jane zu Johnny Weissmüllers Tarzan gab, macht hier einen großartigen Job, nahezu ungeschminkt und sehr, sehr verletzlich), sie ist auch nicht liebenswert. Die Handlung gibt ihr auch nicht sonderlich viele Möglichkeiten, sich zu entwickeln. Sie wird herumgeschubst, mißhandelt, geschlagen und auch von Brennan nicht sonderlich nett behandelt. Das alles wirkt schon so, als sei sie Freiwild und den Lachern des Publikumns preisgegeben.

Doch sowohl der Regie als auch der Darstellung ist es zu verdanken, daß diese Frau Tragik erhält und dadruch Größe gewinnt. Eine hässliche Frau in einem rauhen Land, ungewollt (sie sollte eigentlich ein Sohn werden) und ungeliebt, findet sie sich wieder als Ehefrau eines Stutzers und schleißlich als Faustpfand einiger Banditen. Die einzige Erfüllung, so scheint es, die einzige Bedeutung, die diese Frau im Leben erfährt, ist die als Geisel für Geld. Es ist Brennans Verdienst, ihr zu verdeutlichen, daß sie sehr wohl liebenswert sein kann, daß sie allerdings dazu selber beitragen müsse und nicht imemr weglaufen solle. Als es dann zum Showdown kommt und er sie wegschicken will, bleibt sie und nutzt dazu exakt seine Worte. Doretta entwickelt sich also in diesen letzten Minuten des Films immerhin noch etwas, sie nimmt ihre Aufgabe an, könnte man sagen.

Der Vorwurf der Mysogynie greift also auch hier nicht wirklich. Daß es dem Drehbuch und offenbar auch dem Filmemacher Spaß macht, diese Frau leiden zu lassen, ist offensichtlich, dennoch ist das eine sehr oberflächliche Betrachtung. Unter dieser scheinbar so offensichtlichen und glatten Oberfläche schläft eben - wie in allen guten Western - auch das Gegenteil dessen, was man zu sehen bekommt, eine verborgene Wahrheit. In diesem Fall verdeutlicht die Erzählung, wie Menschen verdinglicht werden, die Verdinglichung annehmen und sie schließlich Kraft eigener Stärke überwinden und wieder zu Mesnchen, Subjekten werden können. Wollte Boetticher das? Wahrscheinlich nicht, aber passiert - passiert ist es ihm. Budd Boetticher, dem Meister des Minimalismus, ist mit "The Tall T" einer der ehrlichsten, klarsten, schönsten und ergreifendsten Western gelungen, die es gibt. In seiner Konstruktion unglaublich elegant, in seiner Geschichte einfach und sehr ehrlich und in der Größe dieser Figuren, die scheinbar so klein sind, erhaben, kann er bestehen, neben den ganz großen Filmen dieses Genres.
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am 23. Juni 2009
Randolph Scott als looser/winner, trocken, cool und schnörkellos. Western der klassischen B-Machart: die Kulisse liefert das Land, Pferde und Schießeisen sind die einzigen wichtigen Requisiten. Die Geschichte ist zwar einfach und vorhersehbar, dennoch kurzweilig angelegt - weil der Held eigentlich hoffnungslos in der Klemme steckt und auf den Zufall hoffen muss (der natürlich zu seinen Gunsten eintritt).
Western echter US-Machart und bestimmte Schauspieler darin sind einfach Klassiker.
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am 9. Dezember 2008
Endlich erscheint dieser großartige Western auf DVD. Kurz und knackig. Interessante Charaktere. Besonders Boone ist richtig gut in der Rolle des Bösewichts. Wie so oft bei den Boetticher- Western, ist der Böse nicht so eindimensional, wie man es in einem Western dieser Zeit erwartet. Auch Randolph Scott ist kein Überheld, sondern eher ein alternder Cowboy, der seine letzte Chance auf Veränderung sucht. Unbedingt zugreifen!
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am 6. März 2015
Die alten Western kennen ich in der Regel schon immer bevor ich sie mir kaufe, somit auch diesen. Ein typischer Randolph Scott Western dem man nur weiterempfehlen kann !
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am 27. September 2009
Wonderful Randolph Scott western in CinemaScope and Technicolor

THE TALL T. Great print Widescreen 16.9 - 2.35.1

HIGHLY RECOMMENDED.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. Februar 2009
Der Film "The Tall T(error)"- Um Kopf und Kragen ist ein klassisches Juwel, das z.B. Martin Scorsese in seiner "Reise durch das amerikanische Kino" besonders würdigt.
Während die deutsche Ausgabe von
Boetticher's "Der Siebte ist dran" geradezu vorbildlich mit Extras ausgestattet ist,
wurden hier leider die schönen Extras der amerikanischen Ausgabe
( Einführung von
Martin Scorsese, Audiokommentar von Jeanine Basinger, Dokumentarfilm über Werk und Leben von Boetticher mit Tarantino, Eastwood, Hackford etc.) nicht übernommen.
Bleibt ein ausgesprochen sehenswerter Film in guter Aufbereitung.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. März 2009
Leider wurde auch hier das Bild von 4 : 3 auf 16 : 9 zusammengeschnitten !
Eine traurige Unart der Bildverstümmelung !
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