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Produktinformation
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Aber Gräfin Dönhoffs Erinnerungsbuch wird dennoch ein unvergleichliches Dokument bleiben. Die junge Marion Dönhoff, die schon in den dreißiger Jahren in der Schweiz bei Edgar Salin studiert hatte, um dem Klima des Dritten Reiches zu entgehen, war einbezogen in die Entwicklung, die zum 20.Juli führte. Sie zeichnet hier Bilder der Freunde, die ihr besonders nahe standen und mit denen sie über viele Jahre verbunden gewesen ist.
So sind diese Erinnerungen Marion Dönhoffs Geschichtsschreibung und persönliches Zeugnis zugleich.
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Die fünfzig Seiten zur Vorgeschichte der Verschwörung bieten - so urteilt Hasso Freiherr von Uslar Gleichen - wohl die beste Kurzfassung von Verlauf, Motiven und Problemen der Versuche, Hitler zu beseitigen. Zwei Aspekte werden von Marion Gräfin Dönhoff besonders deutlich herausgearbeitet: das vergebliche Bemühen der deutschen opposition, im Ausland Verständnis und Unterstützung zu finden. Außerdem kritisiert sie die Versuche der Westalliierten, die Berichtersattung über den deutschen Widerstand - selbst noch in den ersten Nachkreigsjahren - zu unterdrücken. So war ihr in Hamburg im Jahre 1945 erschienener Privatdruck: "In Memoriam: Den Freunden des 20. Juli" (die Grundlage des vorliegenden, um die Geschichte des Widerstandes erweiterten Werkes) die erste Würdigung des deutschen Widerstandes, der in Deutshland überhaupt erschienen ist. Ein Verdienst dieses Buches ist es, dass Marion Gräfin dönhoff aufzeigt, wie schwierig der Widerstand in einer totalitärtern Diktatur gewesen ist. Niemand, der nicht das Leben in einem totalitären Regime erlebt habe, könne sich vorstellen, welcher Nervenanspannung die aktiven Verschwörer - die Autorin gehört dazu - über Jahre hinaus ausgesetzt waren. "Nicht nur die schwer lastende Verantwortung für Gelingen oder Misslingen..., auch die Sorge, was ihrer Familie zustoßen werde, wenn das Unternehmen vorzeitig entdeckt würde, war eine schwere Belastung. Es war wirklich der "Aufstand des Gewissens.""
An anderer Stelle erwähnt sie nochmals den psychischen Druck, der auf den Verschörern lastete: Himmler hatte den Familien der Attentäter mit absoluter Sippenhaft" gedroht. Deutlich wird dies etwa in der Würdigung ihres Vetters und Spielgefährten Heini Lehndorff. Dieses Kapitel gehört für mich zu den ergreifendsten des ganzen Buches. Er stellte sich aus Sorge um seine Familie seinen Verfolgern - ihm war zweimal vor der Gestapo die Flucht gelungen. Trotz seiner Verhaftung wurden seine beiden kleinen Kinder von der Gestapo abtransporteiert und verschleppt; erst nach Kreigsende konnten sie durch unwahrscheinlichen Zufall zusammengeführt werden.
Wenn man dies liest, so wird verständlich, dass jeder der Beteiligten nur das Allernotwendigste wissen durfte: wie leicht konnten von einem, der gefangen und gefoltert wurde, die Namen der anderen erpresst werden! Marion Gräfin dönhoff führte eine rege Korrespondenz mit dem deutschen Botschafter in Italien, Ulrich von Hassell, - doch beiden war nicht bewusst, das der jeweils andere zu der Widerstandsgruppe gegen Hitler gehörte. Weiterhin wird in diesem Buch deutlich vermittelt, dass es nach Meinung von Gräfin Dönhzoff Unsinn ist, die am Attentat gegen Hitler Beteiligten in soziale Gruppen einzuteilen. "Es ist wichtig, sich vor Augen zu halten, dass die opposition gegen Hitler ja keine Revolte im Sinne einer politischen oder sozialen Revolution war. Es war vielmehr der Aufstand hoher und höchster Staatsdiener sowie angesehener Persönlichkeiten des öffentlichen Legbens, die aus moralischen gründen den Verbrechern in dern Arm zu fallen versuchten."
Fazit: Deutsche jeder Couleur: Konservative, Sozialisten, hohe Militärs, führende Zivilisten haben jahrelang unter ständiger Lebensgefahr gegen alle Widrigkeiten des Schicksals und des totalitären Staates daran gearbeiet, den Diktator zu stürzen. Nicht als Revolutionäre, so die Autorin, die eine ihnen gefällige, angeblich die Menschheit beglückende neue Ordnung errichten wollten, sondern weil sie nicht länger mit ansehen konnten, wie Verbrecher ihr Land und die Nachbarländer zerstörten, das eigene Volk korrumpierten, alle positiven Eigenschaften pervertierten und die Reinhaltung der Rasse als höchstes ethisches ziel postulierten. In einem Satz hat es Peter Yorck vor dem Volksgerichtshof im Angesicht des tobenen Richters Roland Freisler formuliert: "Die entscheidende Tatsache ist der totalitäre Anspruch des Staates an den Bürger, der gewzungen wird, seine moralischen und religiösen Verpflichtungen gengenüber Gott preiszugeben" - so zitiert ihn Marion Gräfin Dönhoff.
Fazit: Wer die Portraits der Freunde Marion Gränfin Dönhoffs liest, dem wird anhand der Schilderung dieser bewegenden Einzelschicksale bewusst, wie groß der Verlust war, den Deutschland durch das Scheitern des Attentates auf Hitler erlitten hat; die von Marion Gräfin Dönhoff portraitierten PÜersönlichkeiten, die das "bessere" Deutschland verkörperten, fehlten nicht nur der Gräfin - sie fehlten ganz Deutschland nach 1945. Diese Tatsache verdeutlicht zu haben, darin liegt das Verdienst dieses sehr eindrucksvollen Buches.
Engagiert und sehr lebendig geschrieben. Besser als jedes Geschichtsbuch.
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