Ich habe "Young Savage" von Ultravox! (das ! ist wichtig) gehört und dachte "Ey, geiler Punk", bin dann gleich losmarschiert und habe mir diese LP zugelegt. Etwas enttäuscht, dass "Young Savage" nicht drauf war, ging es doch mit "Saturday Night In The City Of Dead" fetzig los. Aber dann - Entsetzen! Schreck! Schaudern! Was ist denn das für ein lahmes Teil? Erst beim letzten Song "My Sex" ist bei mir etwas eingerastet. Die Platte rumgedreht und noch einmal gehört und dann fiel es mir wie Schuppen aus den damals noch vorhandenen Haaren. Ja, habe ich denn auf den Ohren gelegen? Die spielen ja bockstarke Musik! Ich war nur so auf Punk geeicht, dass ich das glatt überhört habe.
Eindeutig von Velvet Underground und David Bowie beeinflusst, geht einem dieser "Dangerous Rhythm" nicht mehr aus dem Sinn. Der Knaller ist das siebenminütige "I Want To Be A Machine", das unglaublich schwermütig anfängt und zum Schluss in ein irres Geigensolo (ja, Geigensolo!) übergeht, dass es dir die Hirnrinde durchbrennt.
Ich habe Ultravox! damals live in einer Bruchbude von Halle gesehen und bei diesem Geigensolo setzte das Stroboskoplicht ein, so dass man meinte, die Musiker würden sich entmaterialisieren. Billy Currie, der für dieses Solo verantwortlich war, spielte die Geige dermaßen schnell, dass man in diesem Blitzlichtgewitter Mühe hatte zu erkennen, dass er tatsächlich den Arm bewegt.
"Ultravox!" ist eines der grandiosesten Debütalben aller Zeiten und auch hier der Hinweis, dass das mit dem Pop ab "Vienna" mit Midge Ure gar nichts zu tun hatte.