Der Winter naht und somit habe ich mich auf die Suche nach einer geeigneten Winterjacke gemacht. Die Ultrasport Multifunktionsjacke kam mir da gerade gelegen.
Beim Auspacken wurde direkt die erste Produktbeschreibung widerlegt: die Jacke ist nicht navy (was ich mit einem Blauton verbinde), sondern erstrahlt in einem satten Lila-Ton. Somit perfekt für Frauen, die gern kräftige Farben tragen. Auffällig sind die weißen Reflektoren, die an der Jacke angebracht sind. Diese geben die Sicherheit, dass man auch im Dunklen gesehen wird, wenn einem ein Auto entgegenkommt.
Der Hersteller verspricht eine leichte Jacke. Da war ich skeptisch, denn ich verbinde eine Winterjacke immer mit einem ordentlichen Gewicht. Doch hier hält Ultrasport, was es verspricht: die Jacke ist nicht schwerer als eine normale Jacke. Das ist angenehm und der Tragekomfort wird dadurch auch erhöht, da man sich nicht erdrückt fühlt.
Der Schnitt ist tailliert und passt sich somit gut an die Frauenfigur an. Hier ist zu beachten, dass die Ultrasport-Jacke kleiner ausfällt und somit besser eine Nummer größer als gewohnt bestellt wird. Das Innenfutter ist angenehm und durch die längeren Innenärmel mit zwei Löchern für die Daumen ermöglichen einen sicheren Sitz auch beim Anziehen von Handschuhen. Doch hier offenbart sich schon die erste Schwäche: wenn man die Arme längere Zeit ausgestreckt hält (z.b. bei kurzen Fahrten mit dem Auto oder das Halten von Skiern), scheuern die Ränder der Löcher an der Haut. Das irriert und tut auch weh.
Die Jacke schützt gut vor Wind und auch Regen hält sie Stand, ohne dass die Nässe bis ins Innere vordringt. Schade ist, dass man die Kapuze nicht abnehmen oder zusammenrollen kann, wenn man sie nicht benutzen möchte. So kann sich Schnee in ihr sammeln, den man dann mit ins Haus trägt.
Nun zu der größten Schwäche, die sie als Winterjacke nur minder einsetzbar macht: Sie schützt nicht ausreichend vor Kälte. Ich habe unter der Jacke sowohl ein T-Shirt also auch mal einen Pullover getragen. Dennoch habe ich bei leichten Minusgraden gefroren. Selbst bei körperlicher Bewegung und anschließender Pause kroch die Kälte schnell wieder in die Jacke und ließ mich frieren.
Zum Vergleich habe ich meine andere Skijacke, die in eine günstigere Preiskategorie fällt, angezogen und siehe da: mir war mollig warm.
Die Schwachstellen waren schnell ausgemacht: die Nähte und der Reißverschluss. Da dringt die Kälte durch. Es wäre besser gewesen, wenn man über den Reißverschluss noch eine Abdeckung genäht hätte, die man mit Klettverschlüssen schließen kann. Dann hätte man noch einen zusätzlichen Kälteschutz.
Ich empfinde es auch als verwunderlich, dass das als Ski- und Sportjacke ausgewiesene Kleidungsstück keinen Recco-Reflektor hat. Dieser Reflektor hilft Rettungstruppen nach Lawinenunglücken die Verschütteten schneller zu finden, da es dafür Suchgeräte gibt. Für mich gehört so eine Hilfe an jede Wintersportjacke. Hier fehlt es aber leider komplett. Sehr schade.
Mein Fazit: die Jacke ist ein toller Hingucker, der sich angenehm tragen lässt. Als Winterjacke ist sie jedoch nur bedingt einsetzbar und kann eher als Übergangsjacke angesehen werden. Hier also nur eine Kaufempfehlung mit Einschränkung, da sie ihren eigentlichen Zweck nicht erfüllt.