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5.0 von 5 Sternen
Ein richtig guter Krimi ohne Gewalt und Sex, 30. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Ultramarin: Kriminalroman (Taschenbuch)
In den Kriminalromanen von Henrik Tandefelt steht der Fotograf Josef Friedmann im Mittelpunkt. Josef Friedmann ist ungarisch-jüdischer Abstammung und lebt in Schweden. Dort betreibt er mit einem Freund ein Fotostudio, das er aber immer wieder für seine fotografischen Ausflüge und die Organisation der Ausstellungen seiner wohl sehr anspruchsvollen Bilder verlässt. Seine über 80 – jährige Mutter, die auf dem selben Gelände wohnt, ist Künstlerin und kennt sich eigentlich im ganzen 20.Jahrhundert gut aus. Insofern ist sie ihm bei seiner Hobbybeschäftigung immer eine wichtige Hilfe. Genauso wie seine beiden Freunde, der Kommissar Knut Lindström und dessen Frau Ingbritt. Lösten die drei den letzten Fall („Lauf, Helin, lauf“) noch gemeinsam, bekommt Josef Friedmann dieses Mal nur den Tipp von Lindström. In Finnland, wo sich Friedmann nun öfters aufhält, seit er mit der Opernsängerin Bella zusammen ist, geschah vor vielen Jahren ein Verbrechen an einem alten Arzt, Jens Bäck. Bei einem Raubüberfall wurde er schwer verletzt und starb 3 Wochen später. Drei Bilder eines russischen Marinemalers aus dem 19. Jahrhundert mit einigem Wert und auch einiger Berühmtheit für die Fachwelt ( z.B. Friedmanns Mutter), werden dabei gestohlen. Das Buch schildert den Weg der Bilder und Friedmanns hobby-kriminologischen Versuch, diesem Weg zu folgen und das Rätsel zu lösen. Er tut das auf seine eigene Weise fast nebenher und mit viel eigenwilliger Phantasie. Ähnlich wie viele andere schwedische Autoren der Gegenwart wirft auch Tandefelt ein eher skeptisch-pessimistisches Licht auf die gegenwärtige Gesellschaft und Kultur, ohne daß seine Figuren versteift oder verknöchert wirken. Josef Friedmann erinnert mich in seinem Charakter, seiner Lebensführung und – philosophie und der Art und Weise, wie er an die Lösung eines Kriminalfalles herangeht in vielem an Jacques Berndorfs Hauptfigur in seinen Eifel-Krimis, den Journalisten Siggi Baumeister oder auch an den pensionierten Polizeikommissar Berndorf in den Büchern von Ulrich Ritzel. Leider ist der allererste - und wohl politischste- Roman mit Josef Friedmann noch nicht übersetzt. Nach Auskunft des Lektorats von DTV hat das lizenzrechtliche Gründe. Hoffentlich können diese rechtlichen Fragen bald gelöst und das Buch veröffentlicht werden. Ansonsten bleibt uns nur auf den nächsten Band zu warten. Fazit: Ein richtig guter Krimi ohne Gewalt und Sex.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Schöner Schreibstil, langweilige Geschichte, 20. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Ultramarin: Kriminalroman (Taschenbuch)
Vor fünf Jahren wurde auf einem finnischen Hof, fernab der Zivilisation, der Mord an dem 85-jöhrigen Jens Bäck begangen, seitdem fehlen einige teure Bilder, die in dessen Haus gehangen haben. Der Fall wurde nie aufgeklärt. Durch einen Zufall erfährt der Fotograf Josef Friedmann davon, seine Neugier packt ihn und er macht sich auf die Suche nach den Tätern und nach der Wahrheit. Henrik Tandefelt verspricht schon im Vorwort einen Krimi, der ohne dessen typische Charaktereigenschaften auskommen muss.Zitat Henrik Tandefelt, Ultramarin, Vorwort auf Seite 6: "Ein Krimi enthält vor allem Sex und Gewalt. Die Sprache ist niveaulos, die Charaktere sind billig. Deshalb ist es nicht gesund, Krimis zu lesen!" Eben diese Charakterzüge, Sex, Gewalt und Blut möchte Tandefelt in seinem Buch unerwähnt lassen. Der Schreibstil von Henrik Tandefelt gefällt mir besonders gut. Schön bildlich beschreibt er die Landschaft von Schweden und Finnland, ich habe das Gefühl als wäre ich schon einmal dort gewesen, obwohl das definitiv nicht der Fall ist. Seinen Charakteren haucht er durch viele kleine Details leben ein. Allgemein habe ich mich beim Lesen wohl gefühlt, die Kapitel haben genau die richtige länge und wirken auch nicht zu überladen. Die Handlung wird weitestgehend aus Sicht des Fotografen Josef in der Gegenwart erzählt, zwischendurch werden Leider hat mich die Geschichte überhaupt nicht überzeugt. Es hat ganz gut und vielversprechend angefangen und hat dann stetig nachgelassen. An vielen Stellen war die Handlung einfach zu zäh und langatmig, Spannung ist so gut wie gar nicht aufgekommen. Desweiteren wirkt die Geschichte total unglaubwürdig. Josef, relativ erfolgloser Fotograf, scheint überhaupt keine Probleme bei der Lösung des Falls zu haben, ganz im Gegensatz zur gesamten Polizei. Immer zum richtigen Zeitpunkt wird irgendein Bekannter, neu gewonnener Freund, ein Familienmitglied etc. aus dem Ärmel geschüttelt, der einen entscheidenden Tipp zur Lösung gibt. Mit dem Protagonisten Josef Friedman bin ich nicht warm geworden, ja er war mir sogar richtig unsympatisch. Josef scheint mir etwas unter dem Erfolg seiner Partnerin Bella zu leiden und weiß nicht recht was er mit sich anfangen soll und wo er hingehört. Und diese Umstände betont er mMn etwas zu oft. Fazit Tandefelt hat sich an seine Aussage im Vorwort gehalten, leider gibt es Autoren, die bessere Krimis/Thriller schreiben und das ebenfalls ohne brutal zu werden.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Krimi ohne großes Blutvergießen, 6. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Ultramarin: Kriminalroman (Taschenbuch)
Der 85jährige Landarzt Jens Bäck wird überfallen. Er überrascht die Diebe, wird bewusstlos geschlagen und im Flur seines Hauses zurückgelassen. Einige Tage später erliegt der alte Mann seinen Verletzungen. Angehörige des Eigenbrötlers kennt keiner und der Russe, der ihm bei der Arbeit auf seinem Hof zur Hand ging, ist verschwunden. Hat er vielleicht etwas mit der Sache zu tun? Und wieso wählten die Diebe ausgerechnet Bäcks Hof aus? Bekanntermaßen gab es dort nicht viel zu holen. - Und tatsächlich fehlen auch nur drei kleine Gemälde aus dem Haus. Die Ermittlungen der Polizei verlaufen im Sand und schon kurze Zeit später scheint die Sache vergessen. Es dauert fünf Jahre bis der finnische Fotograf und Hobby-Kriminologe Joseph Friedmann durch Zufall von dem Unglück erfährt. Er kann sich selbst nicht erklären warum, aber irgendwie lässt in das Schicksal des alten Arztes, der so einsam gestorben ist, nicht mehr los. Wer war Jens Bäck? Wieso verbrachte er seinen Lebensabend so einsam? Und wer war Dimitri, der russische Gastarbeiter? Und dann waren da noch die gestohlenen Bilder... Henrik Tandefelt erzählt in seinem zweiten Roman um den Fotografen Joseph Friedmann von dessen Leben mit der Sopranistin Bella und von Friedmanns Drang, den Dingen auf den Grund zu gehen. Der Fotograf stellt Nachforschungen in der Kunstszene an, lernt neue Leute kennen und kommt des Rätsels Lösung dabei näher. Als eine männliche Leiche im Wald gefunden wird, erhalten die Ermittlungen neuen Schwung. Handelt es sich um Dimitri? Obwohl „Ultramarin" ein Krimi ist, wird auf den ca. 270 Seiten kaum Blut vergossen. Stattdessen erfährt man viel über den freiwilligen Ermittler Joseph Friedmann, der durch seine unbändige Neugier das Geschehen immer wieder vorantreibt. Als Leser nimmt man gern Anteil an seinen Bemühungen, die hin und wieder etwas amüsant rüberkommen. Ansonsten ist Henrik Tandefelts Schreibstil eher nüchtern und stellenweise ist der Roman auch etwas langatmig. Wer aber darüber hinwegsehen kann, wird mit Ultramarin sicherlich ein paar schöne Stunden verbringen!
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