"Ultra Fukers" von Carlton Mellick III ist nach "Die kannibalen von Candyland" mein zweites Buch von ihm und wirklich alles andere als das, was ich in der Regel lese - denn bei mir dreht sich eigentlich alles um das Thema Thriller & Horror. Da ich aber von Natur aus neugierig bin, passt natürlich auch diese Lektüre perfekt in meine Hände und ich wurde nicht enttäuscht, denn CM III ist wohl der Knalligste Typ, der mir je untergekommen ist. Als ich dann mit dem Roman fertig war, habe ich doch länger überlegt was ich dazu sagen-, was ich davon halten soll......Was will er mit diesem Roman vermitteln, was ist die Botschaft?
Zum einen ist CM III wohl die hyper-moderne Variante eines Politikers im Jahre 3000, der seine Fantasie spielen lässt und seinen Kopf auf links zieht, um zu sagen:"Hey, seit Ihr sicher dass das alles so richtig ist, was um Euch herum geschieht?" Die einfachen Worte aber, kommen dabei ebenso wenig zum Einsatz wie das klassische Rednerpult.
Zum anderen ist er natürlich auch ein Geschichtenerzähler, der auf seine spezielle Art unterhalten will. Seine Art zu erzählen ist absolut bizarr, völlig abgedreht und total crazy. Er schreibt es so wie er denkt, einfach so wie ihm die "Schnute" gewachsen ist, ohne Rücksicht auf negative Kommentare. Natürlich will er so die Leser mit in eine Welt nehmen, in der mehr oder weniger alles Fiktion ist. Alles anders ist, als im normalen Alltag auf einen wartet. Er will die Fantasie des Lesers anregen, ihn dazu animieren nicht immer nur in Schubladen zu denken, nicht alles nur nach schwarz oder weiß zu beurteilen. Wer nicht in diese Schubladen passt, offen für alles und jeden ist, der sollte sich dieses etwas andere Werk auf keinen Fall entgehen lassen, denn es ist "Bizarro Fiction" vom Feinsten.
Aber, und ich denke dass ist es was CM III hauptsächlich mit seiner ganz speziellen Art und Ausdrucksweise erreichen will - er will wachrütteln! Und hierfür wählt er einfach eine ganz andere Methode, einen ganz anderen Weg um die Leser aufhorchen zu lassen, um ihnen zu zeigen, was ihm angst macht, ihn bedrückt, wenn er in die Welt hinaus sieht. Es sind die vermeintlich kleinen Dinge, die er in Form von Bildern, die beim Lesen in den Köpfen der Leser entstehen, zeigen will.
"In Eagle Hills, einer bewachten Siedlung in der die Geschichte spielt, sind die Häuser, die Straßen und die Menschen alle gleich - es wirkt alles wie geklont. Alle haben die gleichen Hunde, die gleiche Katze und den gleichen Goldfisch. Die Frauen tragen die gleiche Kleidung wie die Mädchen sie tragen, ebenso tragen die Männer die gleiche wie die Jungs. Die Menschen reden nicht miteinander und es ist totenstill - es wirkt schon fast steril."
Natürlich hat er diese Darstellung nicht nur zum Spaß gewählt, und natürlich steckt eine ganz klare Message dahinter - denn es geht ganz klar um die Mißstände in der Gesellschaft, die Ignoranz, die Selbstzufriedenheit, alles gerade aus laufen zu lassen, ohne aufzugucken - einfach alles vorgelebt zu bekommen, ohne auch nur einmal nach dem richtig oder falsch zu fragen. Es ist die Gleichgültigkeit mit der die Menschen jeden Tag aufs neue beginnen, und immer nur in eine Richtung schwimmen - es ist einfach die Angst vor der Automatisierung, die Angst nur noch ein Roboter der Gesellschaft zu sein.