Zydeco – das ist die typische Musik für den Teil der USA, wo alles etwas anders ist: Wo französisch gesprochen und scharf gewürzt gegessen wird, wo man im Land des High-Tech mit alten Raddampfern auf den Flüssen spazierenfährt und wo viele Arten von Musik zum Leben gehören – Louisiana. Es waren französische Einwanderer aus Mittelkanada, die ihre Volkmusik hierherbrachten. Deutsche und italienische Einwanderer steuerten dazu ein passendes Instrument bei: Das Akkordeon. Und schließlich brachten die dort zahlreich als Sklaven ansässigen Afroamerikaner ihre Vorstellungen von Musik und Rhythmus ein und so entstand dieser hochinteressante Musikstil. Dem Zydeco ist anzuhören, dass er ein Verwandter des Blues ist, doch anders als bei B.B. King und Konsorten sind es hier nicht krachende Gitarren, die das Feld beherrschen. Es ist das Akkordeon, das hierzulande ja immer noch mit einem gewissen Shanty-Mief zu kämpfen hat. Stanley Dural Jr. alias Buckwheat Zydeco ist ein Meister dieses Instrumentes und dieses Album gibt einen Querschnitt durch zwanzig Jahre seiner Karriere und einen Eindruck vom Zydeco. „Wenn nicht mindestens einer dieser 19 Tracks bei Ihnen den Willen weckt aufzustehen und etwas zu schütteln, sollten Sie Ihren Puls fühlen“ heißt es im Booklet dieses Albums und der Autor hat Recht: Der Zydeco ist eine Tanzmusik par excellence. Tragendes Element der meisten der 19 Tracks ist Buckwheat Zydecos Akkordeon, eine weitere wichtige Rolle spielt in fast allen Stück ein geriebenes Waschbrett, das der Musik viel Elan und Druck verleiht. Schlagzeug, Bass und eine eher im Hintergrund agierende Gitarre sorgen eher für einen soliden „Unterbau“ der Stücke, die teilweise durch Trompeten einen leicht funkigen Unterton bekommen, wie beispielsweise „Ya ya“, das dem einen oder anderen in einer Version von Otto Waalkes (aus „Otto – Der Liebesfilm“) bekannt sein dürfte.
Für dieses wie auch für die bluesigeren Stücke des Albums gilt gleichermaßen: Das Anhören macht Vergnügen, besonders bei beschwingten Nummern wie „Zydeco Boogaloo“ und „On a night like this“ (dieses geschrieben von Bob Dylan).
Bemerkenswert ist der 12. Track („Why does love got to be so sad“), dem eine gewisse Ähnlichkeit mit beschwingten Sting-Nummern nicht abzusprechen ist. Hier macht das Akkordeon einer Lead Guitar ein wenig Platz, gespielt von Eric Clapton höchstpersönlich, der das Stück auch geschrieben hat – für mich ein Beweis für die Kontakte und den Respekt, den Buckwheat Zydeco in die Musikszene hat.