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Sten Nadolnys
Ullsteinroman, der zum 100-jährigen Jubiläum der Presse- und Verlegerdynastie in eben jenem Ullstein-Verlag erschien, macht es dem Leser nicht leicht. Schon der Publikationsort gibt dem dicken Buch den Anhauch von Auftragswerk und lässt den Leser fragen, ob von einem solchen Buch über den rasanten Aufstieg eines Verlagsimperiums und seinen durch die Nationalsozialisten brutal erzwungenen Fall denn auch Kritisches zu hören sei. Aber: Hat Nadolny überhaupt ein Buch über den Werdegang einer Berliner Dynastie geschrieben? Und, wenn ja: Warum bedient er sich hierzu eigentlich der Form eines Romans? Wäre da ein Sachbuch nicht viel sinnvoller gewesen?
Man muss die Frage wohl in zwei Richtungen beantworten: Wer Nadolnys Buch in die Hand nimmt, um möglichst viel über das in Vertriebsfragen revolutionäre Presse-Unternehmen einer jüdischen Familie zu erfahren, das aus dem Kapital zweier Papierhändler-Generationen erwuchs und bei dem schließlich fünf Brüder zentrale Funktionen des Hauses übernahmen, wird vom Ullsteinroman sicher etwas enttäuscht. Wer aber einfach einen unterhaltsamen, psychologisch tief gezeichneten Familienroman mit realem, historisch überaus interessant geschildertem Hintergrund sucht, der die eine oder andere wahre Anekdote und Geschichte über das wahre Schicksal der Ullsteins bereithält, der wird von Nadolny bestens bedient.
Am Anfang des Ullsteinromans sitzt der junge Leopold Ullstein, später der "Stammvater" des Hauses, am Ufer und sieht zu, wie Pegnitz und Rednitz an einer Flussgablung ineinander fließen. Meisterlich beschreibt Nadolny, wie der Knabe Leopold, schon ganz der hinterfragende Geschäftsmann, hinter die "Naturgesetze" der Vermischung beider Flüsse in der Tiefe zu kommen sucht. Bei der Mixtur von Dichtung und Wahrheit hingegen lässt uns der Autor nicht in die Karten schauen. Gerade dies aber ist der ganz eigenwillige Reiz dieses tiefgründigen Buchs. --Stefan Kellerer
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Pressestimmen
»Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, das so intelligent, so sorgfältig gearbeitet, so hinreißend gut geschrieben und zugleich so anrührend ist wie Sten Nadolnys Ullsteinroman.« Uwe Wittstock in Die Welt
Kurzbeschreibung
Vom Sohn eines Fürther Druckereibesitzers zum Berliner Zeitungstycoon: Leopold Ullstein (1826 –1899) schuf eines der ersten Medienunternehmen Deutschlands. Sten Nadolny erzählt von dem glänzenden Erfolg, aber auch von den Leidenschaften und den Konflikten der großen Verlegerfamilie, deren Macht nach 1933 ein jähes Ende fand.
Der Verlag über das Buch
Limitierte Sonderauflage zum Welttag des Buches
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Klappentext
Hajum Hirsch Ullstein betrieb noch eine Papiergroßhandlung in der Nachbarschaft der Synagoge in Fürth, dem »fränkischen Jerusalem«. Sein Sohn Leopold wagte den Sprung nach Berlin, wo er die erste Zeitungsdynastie des Kontinents gründete. Seine fünf Söhne erweiterten das Verlagsimperium um Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, Illustrierte und vieles andere. Sie schufen den ersten modernen Medienkonzern der Welt, bis die Nazis den Verlag zerschlugen und die Familie ins Exil trieben. Die Story der Ullsteins ist ein Stück deutscher Wirtschafts-, Demokratie- und Pressegeschichte. Sie bedeutet aber auch eine genaue Beobachtung des Antisemitismus über Jahrzehnte hin. Vor allem hat Sten Nadolny den mitreißenden Roman einer ehrgeizigen, einfallsreichen Familie geschaffen, mit allen Fehlern, Schwächen und Rückschlägen, mit allen Erfolgen und Hoffnungen. Und, ganz unvermeidlich: Liebe und Glück kommen auch vor.
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Über den Autor
Sten Nadolny, geboren 1942 in Zehdenick an der Havel, aufgewachsen in Oberbayern, studierte Geschichte, arbeitete als Lehrer und in Spielfilmproduktionen. 1981 erschien sein erstes Buch Netzkarte, zwei Jahre später der sehr erfolgreiche Roman Die Entdeckung der Langsamkeit. Weitere Romane: Selim oder Die Gabe der Rede (1990), Ein Gott der Frechheit (1994), Er oder Ich (1999). Nadolny lebt in Berlin und Bayern.