Sten Nadolny hat offenbar von den Überlebenden der Familie Ullstein Briefe und Tagebucheinträge bekommen mit dem Auftrag, dieser jüdischen Familie, die in Deutschland trotz Nationalsozialismus so tiefe Spuren hinterlassen hat, ein literarisches Denkmal zu setzen. Entstanden ist eine Familiensaga, die sehr lebendig und ein wenig philosophisch geworden ist.
Das Buch ist, auch wenn es eine Auftragsarbeit ist, nicht zur Lobhudelei geraten. Vielmehr wird die Frage beantwortet, wie die verschiedenen Charaktere des riesigen Ullstein-Clans mit den Versuchungen der Macht und des Geldes umgegangen sind. Auch, was dazu gehört, ein Verlagshaus zu leiten und am Leben zu halten, wird deutlich. Und -
wie politische Machtverhältnisse schließlich alles zerstört haben
Ich habe das Buch binnen weniger Tage verschlungen und mich keine Sekunde lang gelangweilt. Streckenweise flossen Tränen oder ich bekam Gänsehaut, weil die Ereignisse allesamt wahr sind. Die Romanform, das wird schnell klar, hat Nadolny nur gewählt, um ein wenig philosophisch werden zu dürfen und eine gewisse Subjektivität anzudeuten.