T.J. Malone ist mit Leukämie diagonstizierter Apotheker und seit der Diagnose verstärkt von Wut gegenüber Leuten überwältigt, die ihn wahrscheinlich überleben werden, wie etwa die Juden, die ihn schon aus dem Medizinstudium gedrängt haben (ein wenig wie der Doktor in Max Frischs "Andorra")oder der jüdische Arzt, der ihm seine Diagnose gegeben hat und all die Schwarzen, die er auf der Straße sieht und die noch da sein werden, wenn er längst tot ist.
In Letzerem wird er bestärkt durch seinen Kunden, den pensionierten Richter, der sich gegen die Bundesregierung auflehnt und plant für den Süden einen Regress für Schäden aus dem Bürgerkrieg zu bekommen - und eine Wiedereinführung der Konförderationswährung, von der er große Mengen in einem Tresor aufbewahrt.
Diese Idee gefält seinem noch in der Selbstfindung befindlichen Enkel nicht, der den offenen Rassismus seines Großvaters genauso ablehnt, wie sein Vater, den das Reden und Handeln seines Vaters in den Selbstmord getrieben hat.
Die beiden verbindet schließlich das gemeinsame Interesse an dem Schwarzen Sherman, der sich selbst vor sich selbst als diskriminierter Schwarzen zubeweisen versucht und dabei auf der einen Seite den Enkel Jester, der seine Freundshcaft und Liebe sucht ständig vor den Kopf stößt, während er schließlich für den Richter als eine Art Privatsekretär arbeitet. Und auch diese Beziehung lässt später noch einmal an Max Frisch denken.
Die vier Charakterestränge sind natürlich relativ eng miteinander verwoben, wobei Malone ein wenig außen vor bleibt und wie schon in anderen Romanen von McCullers ist auch hier das Jahr der zeitliche Richtwert der Geschichte. Dabei kann keine der Figuren wirklich als Sympathieträger gelten, Frauen bleiben marginalisiert und Antisemitismus wird festgestellt, aber nicht wirklich kritisch thematisiert. Das Buch plätschert in seiner nicht immer geglückten deutschen Übersetzung so vor sich hin und kann an keiner Stelle wirklich überraschen. Wenn man "Das Herz ist ein einsamer Jäger" im Vergleich betrachtet, dann ist dieses Buch nicht unbedingt als Fortschritt anzusehen.