Als Fan der Rainbow6 & Ghost-Recon Reihe, machten mich erste Trailer schon sehr neugierig auf diese neue Perspektive der Welt von Tom Clancy's Zukunft.
Diese Neuumsetzung von Realtime-Strategie bot mir immerhin kurzweilige Unterhaltung, wenn sie auch nichtallzu viel Eindruck bei mir machte.
Die Story ist schnell geschildert:
3 große Hauptfraktionen "USA"-"Europa"-"Ostblock" kämpfen um die Weltherrschafft.
Die ersten ~8 Missionen dienen zur Eingewöhnung ins Welt-Geschehen. Je nach gewählter Fraktion, wird man auf vorgegebene Schlachtfelder entsendet, um dort mit unterschiedlich gemixten, aber nicht veränderbaren Kampfgruppen den Feind zu bekämpfen.
Man erlernt sowohl Tastatur- als auch Stimm-Befehle kennen, wobei zweiteres die eigentliche Innovation des Spiels darstellt und meist recht gut funktioniert.
Ich spielte die Europäische Kampange der Englishen Spiel-Version durch, woran ich mich generell orientieren werde. Der Unterschied zu den anderen Fraktionen ist eher marginal.
Ab Mission 8, bzw wenn "der echte Krieg" losgeht, wird man gefragt, welche Kampfgruppe man zukünftig in seine Schlachten führen will.
Man erhält eine Übersicht über alle verfügbaren Mixturen aus Panzern, Helis, Infantrie usw. und kann dann beurteilen welche am ehesten zusagt.
Wer direkt anklickt (wie ich "aus Versehen"), hat ausgewählt! Es gibt keine Sicherheits-Abfrage und man wird direkt ins nächste Gefecht geschickt! Das hat mich schonmal gestört, denn nun muss man umständlich den letzten Spielstand laden, eine Entscheidungs-Schlacht durchstehen, das De-Briefing nochmal durchmachen, um dann nochmal wählen zu können.
> Das ginge einfacher! Vllt überlegt man sich was für nen Patch ;D
Endlich kann man nun auch sein hart erkämpftes Budget in neue Ausrüstung investieren!
Entsprechende Erfahrungsstufen vorausgesetzt kann man in den Baracken mehrstufig seine Panzer mit besseren Ziel-Systemen oder moderner Panzerung nachrüsten, Infantrie intensiver ausbilden und dergleichen.
>Gefällt mir sehr gut! Die erfahrenen "General-Units" aus anderen Strategie-Titeln waren mir immer besonders ans Herz gewachsen; man fühlt sich sogar noch verbundener, wenn man diese nun noch selbst ausstatten darf! :D
Die nächsten Schlachten darf man nun auch bisschen mehr wählen!
Man erhält nun Zugriff auf die Welt-Karte, welche auf den 3 "wichtigsten" Kontinenten militärische Installationen oder strategisch wichtige Gebiete als Sechsecke darstellt.
Es stehen je nach politischer Lage zwischen einem und 3, manchmal auch 4 "Brennpunkte" zur Auswahl auf denen man nun kämpfen darf.
Man muss entscheiden:
Greift man ein gegnerisches Gebiet an?
Verteidigt man eine Position, in die ein Feind einmarschieren will?
Wählt man eine Nachschub-Basis oder ein "normales" Feld, das angegriffen oder verteidigt werden soll?
Leider steht einem nicht die gesamte Frontlinie frei zur Verfügung! Sonst könnte man wohl direkt auf Hauptstädte zustoßen, um so schnell zum "End-Sieg" zu kommen.
Hat man ein Schlachtfeld gewählt, wird man über den feindlichen Commander informiert, dem man gegenüberstehen wird.
Airforce, Armoured, Mechanized; die Gegner scheinen sich nur dem Namen nach zu unterscheiden; im Gefecht sind sie sich zu ähnlich!
Jedoch kann man sich trotzdem überlegen, welchen Einheiten-Mix man zu Beginn der Schlacht ins Gefecht führen will.
Nicht verwirren lassen: Wenn nur 2-3 Slots zur Verfügung stehen, bedeutet das NICHT unbedingt, dass man während der Schlacht auf nur diese 3 Gruppen angewiesen ist. 1-2Minuten hat man Zeit, dann gehts los.
"Im Feld" kann man dann, wie auch schon in den Einführungs-Runden, Nachschub-Truppen ordern, wenn man ausreichend Resourcen-Punkte "gesammelt" hat.
Die meisten Missionen lassen sich fast zu einfach meistern, indem man auf die gegnerische Landezone vorrückt, unterwegs den Feind abfängt bzw eindämmt, oder vllt noch in einer Zangenbewegung flankiert. An der LZ angekommen werden neu eingeflogene Feind-Einheiten (besonders gefährliche Artillerie) schnell im Nahkampf verschrottet.
Sind alle Feinde weg, ist das Gebiet gesichert, die Schlacht gewonnen.
Es erfolgt nun noch das aus der Einführung bekannte De-Briefing, indem man seine Erfolge bewundern kann.
Nachdem man auf der Weltkarte die Folgen seines Kampfes auf geopolitischer Ebene begutachtet hat, wird man zu den nächsten Schlachtfeldern entsendet.
>Gefällt mir auch toll, denn es stellt eine Alternative zu den meisten anderen linearen Abläufen des Spielgeschehens dar!
Gewinnen oder verlieren wirkt sich relativ direkt auf die Welt-Lage aus.
Hat man 28 Felder der (leichter recht beschränkten) Weltkarte erobert, oder "wahlweise" alle 3 Hautpstädte "befreit", ist die Welt vom Feind gerettet und man hat gesiegt.
Dieser Sieg kam mir persönlich einfach zu schnell. "Wenn schon dann Weltherrschaft" dachte ich mir, mit vollem "Risiko", wenn ihr versteht ;-)
Diese Sieg-Bedingungen abzuändern ist mir bisher nicht gelungen. Man kann also scheinbar nicht die beiden Feind-Fraktionen gänzlich stürtzen, was ich etwas schade finde.
Ebenso stört mich die zu zweidritteln leere Globus-Karte!
Zentral-Europa, ungefähr die Gebiete des westlichen Teils der Ex-UDSSR-Staaten, und etwas mehr als die Ostküste Nord-Amerikas bieten in ihren Karten kaum Abwechslung. Es scheint zumindest während der Kampange nur 5-8 tatsächlich verschiedene Schlachtfelder zu geben, die mehr oder weniger zufällig auf dem Globus verteilt werden.
Ein strategisch wichtiger Landstrich um ein Dorf in den USA gleicht "zufällig" bis auf den letzten Baum einer französischen Küsten-Stadt.
>Viel Einfallsreichtum ist hier nicht erkennbar. Das dürfte sich auch im weltweiten Multiplayer nicht wirklich anders verhalten.
Ein weiterer Kritikpunkt liegt auf dem Spielstand-System. Hat man in einem Gefecht durch eienn Überraschungs-Angriff hochdekorierte (mit viel Erfahrung beförderte und teuer ausgerüstete) Einheiten verloren, will auf diese aber zukünftig nicht verzichten müssen, so kann man nicht einfach den letzten Spielstand laden.
Man muss relativ umständlich, die Schlacht verloren geben, sich de-briefen und enttäuscht vom Vorgesetzen belabern lassen, um dann nach viel "Geklicke" endlich den Status vor der Schlacht (sofern man ihn gespeichert hat) neu laden zu können. Wieder erfolgen Briefing, Einheiten-Auswahl etc. man kämpft von Neuem los!
Während einer Schlacht zu speichern&zu laden ist scheinbar nicht möglich!
>Dies zieht das Spiel eigentlich unnötig in die Länge, soll aber vllt den realistischen "Kriegs-Ablauf" darstellen. Einmal vernichtete Einheiten bleiben für die Zukunft verloren. Nur wenn rechtzeitig ein Transport-Flugzeug die schwerst angeschlagenen Truppen ausfliegen kann ist zumindest ihre Status gerettet.
Nette Idee mit dem Ausfliegen, zumindest für die eignen Truppen. Meinen Feinden gönne ich diese Gnade nicht, sie werden trotz Not-Signal und Notfall-Schilden manchmal mitsamt Rettungs-Trupp zerschreddert. Dem Feind wird nichts geschenkt ;-)
Nicht so richtig überzeugen wollte mich die Grafik. Zwar sind die Einheiten meist sehr detailiert modelliert und texturiert (Panzer tragen nach Treffern Schmauchspuren auf der Hülle mit sich rum usw.), auch die Landschaft ist zumindest von den verteilten Objekten her schön gestaltet. Doch wirkt die Welt insgesamt kalt und trostlos.
Allerdings ist Krieg nun kein Schulausflug und soll keinen Spaß machen :P
Ist nur ungünstig für ein PC-Spiel, das den Kunden oft mit Optik binden und fesseln kann. Grau-olives Einerlei macht da nicht soviel her.
Auch die kaum-animierte Weltkarte (der Globus ist immerhin rund ;) ) und das (De)-Briefing durch eine Stimme zu einem statischen Avatar-Bildchen binden kaum in die Story ein. Die Sprüche a la "Machen sie es nächstes Mal besser", oder "Beim letzten Zusammentreffen haben sie ihn besiegt, zeigen sie ihm auch heute wieder, [wo der Hammer hängt?]", wiederholen sich allzu häufig.
Ganz witzig war zumindest anfangs das Voice-Command-System. Nach einiger Übung, und Anpassung des Systems durch Nachsprechen ausgewiesener Befehle gewöhnt man sich schnell "aneinander". Es funktioniert relativ intuitiv, und würde im Spiel bestimmt häufiger von mir genutzt werden, wenn es denn etwas besser funktionieren würde. Die meisten Anweisungen an die kampflüsternen Truppen werden zwar erkannt, doch eben nicht alle, oder wenn nur teilweise, was am Ende auch keinen Einsatz-Befehl bewirkt.
Gerade in (zwar seltenen) hektischen Momenten ist dann ein sicherer Mausklick dann doch schneller, als ein mehrmals gesprochener Befehl. Das darf nicht sein! In der Realität würde dies schnell zum Tod der Einheiten und Verlust der Schlacht führen ;)
Somit wurde dieses lustige Feature nur am Anfang von mir benutzt, als es "noch um nichts ging".
Schade eigentlich :P Es würde in so manchem Gefecht bei besserer Funktionalität ne Menge Geklicke ersparen ;D
Fazit: End-War bietet dem geneigten Strategen und Fan der Reihe zumindest kurzweilig Unterhaltung, doch nachhaltiger Spielspaß wollte bei mir nicht so recht aufkommen.
3,5 Sterne wenn ich sie denn vergeben könnt scheinen gerechtfertigt :)