Hallo,
mir ist aufgefallen, dass viele Rezensionen sich quasi nur auf den Spielstart beruhen. Ich möchte folglich ein wenig mehr darüber sagen, wie sich das Spiel am Ende verhält. Denn die wirklichen Herausforderungen und Features kommen erst ab Level 50, alles davor gehört quasi zum Anfang des Spiels.
Kampfsystem und Schwierigkeitsgrad
Das wirkt einfach so erfrischend - mittlerweile habe ich schon ziemlich viele Stunden hinter mir und Langeweile ist immer noch Fehlanzeige. Schließlich bekommt man immer mehr Skills, mit denen man sich auseinandersetzen muss und die Gegner sind sehr variationsreich, sowohl von der Intelligenz als auch vom Auftritt, sodass eigentlich immer Abwechslung geboten wird. Der Schwierigkeitsgrad ist für mich persönlich zufriedenstellend, denn es wird immer anspruchsvoller und es wichtig, die Gegner gut zu analysieren. Bereits der letzte Boss in der 45er Instanz "Siegel von Adstringo" ist ein kleiner Vorgeschmack auf das, was bald kommen wird. Vor allem Instanzen, normale Mobs und BAMS (große Elitemobs) ziehen um den Levelbereich 50 zusehends an, wo dann auch erfahrene Spieler gefordert sein dürften. Der erste richtig harte Brocken ist die Instanz Akashas Versteck im Hardmode - viele Wipes sind garantiert, wenn man nicht gerade deutlich überequipped ist. Wer in einem Spiel einen hohen Wert auf anspruchsvolle und schöne Instanzen legt wie ich, der wird hier sehr, sehr viel Spaß haben -' über Monate hinaus, denn diese Tera Version beinhaltet diesbezüglich relativ viel Content! Vor allem die 60er Instanzen haben es mir angetan, denn es gibt in den Bosskämpfen des Öfteren Events, die man lösen muss - die machen mir viel Spaß! Man merkt dann einfach auch die Fortschritte nach jedem Wipe. Hinzu kommt, dass die Bosskämpfe ohnehin sehr actionreich sind. Ich habe solche Action noch nicht zuvor erlebt in Instanzen anderer Spiele.
Ausstattung: in diesem Spiel ist Equipment traditionell ziemlich wichtig, aber es ist wichtiger als je zuvor, auch genügend Skill zu haben. Es gab bei den Spielern, die ich miterleben durfte, schon deutliche Unterschiede bei der Leistung und der Fähigkeit, Herausforderungen zu lösen.
Fazit: Ich möchte derzeitig gar nicht mehr Spiele spielen, die dieses Kampfsystem nicht haben, obwohl ich das viele Jahre getan habe. Es fühlt alles so frei an, denn man muss nicht zuerst ein Mob antabben, um seine Waffe zu betätigen. Dadurch sind sämtliche Abläufe vom Gefühl her viel realistischer. Wie oft hat man mit einer riesigen Axt bei einem Rumdumschlag nur den angetabbten Gegner getroffen? Wenn hier Monster im Umkreis sind, so werden die auch getroffen! Dafür braucht man kein AOE-Skill.
Die Balance scheint insgesamt gut zu sein, da alle Klassen gebraucht werden und nützlich sind. Ach ja, bei Tera ist es wichtig, mit anderen zu spielen. So macht es viel mehr Spaß, die Quests, Risse und BAMS anzugehen, zumal es manchmal anders nicht möglich ist. Als Singleplayer wird man bei Tera nicht glücklich, denke ich.
Grafik
Die Grafik ist nicht nur bunt, wie man nach dem Startgebiet vermuten könnte, sondern überrascht mit abwechslungsreichen Gebieten, die sich grafisch peu a peu steigern und lebendiger werden! Man merkt richtig, dass Bluehole wohl immer mehr gelernt hat, mit der Engine umzugehen. Es gibt alle möglichen Terrains, die sich auch von ihrer Atmosphäre unterscheiden - ob fröhlich, futuristisch, verschneit und kalt, heiß, hügelig, mysteriös, regnerisch oder düster - es ist alles mal dabei. Die Charaktere und Animationen sehen nicht minder wertvoll aus, denn auch hier punktet Tera meiner Meinung nach ziemlich stark (möglicherweise muss man sich hier aber erst an den etwas anderen Stil gewöhnen). Die Gebiete sind meiner Meinung nach nicht nur asiatisch, was hier oft pauschalisierend gesagt wird. Es gibt z.B. auch Gebiete, die ziemlich westlich aussehen oder auch aus einem Science Fiction Film wie Avatar oder Aliens stammen könnten. Die Landschaften um Sturmebene und Frostweiten hätten auch im Spiel Skyrim einen Platz gefunden. Ein anderes Beispiel ist auch ein Gebiet, das basierend auf dem Maya-Kult aufgebaut worden ist. Ich könnte hier wirklich noch so einige Sachen nennen, aber jeder der sich wirklich mit dem Spiel auseinandersetzt und nicht nur den Anfang anspielt, wird das erkennen.
Das Mobdesign ist größtenteils einzigartig und ziemlich imposant, vor allem im späteren Verlauf. Die großen Monster sind definitiv was für Augen, im positiven Sinne. Kleiner Kritikpunkt ist, dass sich einige Monster unter anderem Namen und mit unterschiedlichen Farben versehen ab und zu wiederholen. Das kann man aber einigermaßen verzeihen, wenn man bedenkt, wie riesig die Tera Welt eigentlich ist. Zudem kommen in jedem Gebiete immer auch eine Menge neuer Monster hinzu.
Die Skins fangen schwach an, werden aber immer schöner und unterschiedlicher, mit mehr Liebe zum Detail. Jede Rasse hat hier seinen eigenen Stil, wo es je nach Rüstungsart dann nochmals Unterschiede gibt. Es gibt im Übrigen die Möglichkeit, Skins auszuwechseln. Es gibt auch Effekte, wenn man seine Waffe pimpt oder allgemein Skins, die visuelle Effekte mit sich bringen.
Sinnvolle Funktionen
Das Spiel an sich ist wirklich sehr intuitiv - seien es die Menüführung, die Steuerung oder sonstige Features; man lernt schnell und es ist vieles einfach sehr praktisch. Sinnvolle Funktionen findet man bei vielen Features. Das Auktionshaus ist sehr gut zu bedienen und man kann selbst vom Auktionshaus mit anderen Spielern in Kontakt treten. Zum Beispiel kann man neben dem Item auf "Kontakt" gehen, eine Nachricht erstellen und einen neuen Preis anbieten. Diese Nachricht erscheint dann umgehend beim Verkäufer. Ist der mit diesem Angebot einverstanden, so muss er einfach dieses Angebot bestätigen und der Deal ist abgeschlossen. Es gibt auch eine intelligente Suche, die Items beispielsweise aus bestimmten Instanzen oder bereits gepimpte Ausrüstungen rausfiltert.
Noch was: man kann sich ingame bei einer Gilde bewerben! Einfach die Gilde aus einer gut gefilterten Übersicht auswählen (dort gibt es u.a. dann noch die Möglichkeit zu sehen, wie oft eine Gilde empfohlen wurde, wer die Ansprechpersonen sind, wie viele Mitglieder sie hat und über welche Provinz geherrscht wird). Hier angelangt, musst du einfach auf "Bewerben" gehen, daraufhin kannst dann los schreiben und letzten Endes die Bewerbung abschicken. In der Gilde sehen dementsprechend die dazu berechtigen Personen die Bewerbungen und können sie annehmen oder ablehnen. Sogar wenn die Person offline ist, kann sie bei der Gilde angenommen werden!
Das Lootsystem bietet auch viele Möglichkeiten, so kann man einstellen, dass auf Items nur die Klasse würfeln darf, zu der sie auch gehören - oder dass nur gelootet werden kann, wenn der Kampf vorbei ist. Erwähnenswert ist noch die sogenannte "F" Taste: mit dieser Taste sind so einige Interaktionen im Spiel verknüpft. Selbst das Looten geht so schnell von statten - hat ein wenig was von den ehemaligen Diablo Teilen. Na ja, es gibt noch mehr solcher Funktionen, die auf jeden Fall sehr gut tun, ich hoffe allerdings, dass diese kleine Übersicht reicht, um sich einen vagen Eindruck davon zu verschaffen.
Pimpen und Fähigkeiten
Das Pimpen ist mitunter an Aion angelehnt, wurde jedoch etwas verfeinert. Es ist relativ leicht verständlich, bietet viel individuellen Spielraum und ist nicht so frustrierend gestaltet.
Es ist möglich Items zu plussen, dabei gilt zu beachten, dass jeweils ab bestimmten Stufen abermals Boni hinzukommen. Daneben ist es möglich, die Items selber noch mit bestimmten Kristallen und zufälligen Stats zu füllen, die wiedermals zu Verbesserungen führen. Das Kombosystem ist ebenfalls ähnlich wie bei Aion, aber auch hier kann man sagen: auf praktische Weise verändert. Man braucht hier keine Skillleiste, wo ca. 30 Skills Platz benötigen, sondern kann bestimmte Rotationen individuell belegen und mit einer Leertaste nacheinander auslösen; das gleiche gilt für die situationsbedingten Skills, z.B. wenn man zu Boden geworfen wurde und schnell mit einem dafür ausgelegten Angriff kontern möchte, so reicht auch hier die Leertaste. Denkt aber jetzt nicht, dass es so leicht ist. Das gilt nicht für alle Skills und oft muss man auch spontan anders reagieren können. Insbesondere wenn immer mehr Skills hinzu kommen, geht man zusehends zur manuellen Eingabe über. Mit speziellen Glyphen lassen sich darüber hinaus spezielle Kampfstile individualisieren, was ab Level 20 beginnt.
Noch ein Punkt zum Crafting: Es gibt ein paar Rezensionen, die sagen, dass es nichts bringt. Das ist totaler Quatsch, denn die besten t13 Items (bis +12 plusbar) sind craftbare Items. Allerdings muss man hier einiges an Aufwand reinstecken.
Endcontent und Quests
Hier wird schon ein wenig geboten, weil das Spiel in Korea mittlerweile seit einem Jahr läuft und wir uns sogesehen über die aktuellste Version erfreuen dürfen.
Es gibt ganze 5 Hardmode Instanzen für das Endlevel 60. Fraktionsgebundene Tagesquests gehören gleichermaßen zum Repertoire des finalen Contents;- bei diesen sogenannten Tagesquests sammelt man Rufpunkte und kann diese für exklusive Items eintauschen (Skin; Reittiere; Schmuck; Kristalle, die Attribute verbessern usw.).
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