Nachdem ich den letzten Rayman-Teilen in 3D weniger abgewinnen konnte, erwartete ich schon mit großer Vorfreude die Veröffentlichung von Rayman Origins. Ich wurde nicht enttäuscht.
Die Grafik ist großartig. Die liebevoll gezeichneten, knuddeligen Helden bewegen sich von links nach rechts durch comichafte, abwechslungsreiche 2D Welten. Die Enscheidung, diese bestechenden Attribute von Rayman 1 zurückzuholen, war definitiv die richtige. Auch die Bewegungen der einzelnen Figuren sind absolut knuffig animiert. Es sieht einfach süß aus, wenn der dicke Globox sich beim Ducken zusammenfaltet oder versucht, mit seinen dünnen Ärmchen seinen Körper in der Luft zu halten.
Die Musik ist ebenfalls toll. So wie jede Welt optisch anders gestaltet wurde, ist auch die Musik von der Stimmung her angepasst. Zu der Hintergrundmusik kommen noch die Gesänge der Lums hinzu, sowie handlungsbegleitende Geräusche (wie Schlagen) und natürlich die 'Help-Rufe' der Electoons, die mitunter gar nicht so einfach herauszuhören sind.
Der langsame Einstieg mit immer mehr hinzukommenden Fähigkeiten (z.B. Schlagen, Tauchen, Fliegen) ist gut gelöst, da er den Umgang mit der Steuerung leichter erlernbar macht, vor allem für Gelegenheitsspieler oder jüngere Kinder. Das Spiel ist zwar ab 6 Jahren freigegeben, aber in diesem Alter definitiv noch nicht allein durchspielbar. Ab höheren Levels wird es als Einzelspieler schon knifflig bis frustrierend, vor allem, wenn es wie beim 'Kiste jagen' oder 'Mücke reiten' einen Zeitfaktor gibt. Dann kommt es durchaus vor, dass Murfy die Froschfliege (oder was auch immer das ist) vorbeikommt und fragt, ob man diesen gefährlichen Ort nicht lieber verlassen möchte.
Um das Spielerlebnis noch spaßiger beziehungsweise entspannter zu machen hat Rayman Origins als erstes Spiel seiner Reihe einen Multiplayer Modus. Hier kann man bis zu 4 Spieler über den Bildschirm rennen lassen (neben Rayman und Globox noch 2 verschiedene Kleinlinge). Diese können zu jedem Zeitpunkt ein- und aussteigen, ohne das Spiel verlassen oder im Menü Einstellungen ändern zu müssen. Ein großer Pluspunkt. Wenn man mal wieder von einem Fisch gepiekst oder von einer Klippe gefallen ist, kann man einfach seinen temporär ballonähnlichen Körper zu einem der Mitspieler fliegen und sich wiederbeleben lassen. Oder man schwebt einfach entspannt eine Weile in der Gegend herum und überlässt seinen Mitspielern die harte Realität.
Neben der Möglichkeit, die vielen Level einfach nur zu schaffen (also irgendwie zum Ausgang zu kommen) kann man auch zurückkommen und versuchen, so viele Lums wie möglich zu sammeln und alle Electoons zu befreien, um damit Bonuslevel freizuschalten. Diese Optionen gewährleisten langanhaltenden Spielspaß.
Als Negativ-Aspekte wären eigentlich nur anzumerken, dass es keinen Online-Koop gibt. Das ist für mich nicht relevant, da sich die Anzahl meiner Xbox Live Kontakte sowieso in Grenzen hält.
Außerdem finde ich es viel cooler, mit Freunden auf der Couch zu sitzen, wenn sie gerade hinter der Kiste hinterher rennen und wollen, dass ich auch mithelfe. Dann lasse ich meinen Rayman nur durch die Gegend fliegen und sage: 'Nein, man. Ich bin eine Blase, wheeeee!'