Tja, wie soll ich das genau beschreiben:
Habe das Spiel aufgrund der US Version schon eine ganze Woche auf der Festplatte und bin wirklich sehr überrascht. Driver hat sich in der letzten Zeit, durch Driver 3 oder Parallel Lines etwas schlauchen lassen und wurde zu einem "unwichtigem" Spiel. Nun kommt der Entwickler aber mit dieser unglaublich gut gewählten Fahrzeugliste daher, der coolen Musik, der wirklich sehr guten Inzenierung und den ständigen Zwischensequenzen und Dialoge, welche die Spannung im Spiel halten. Auch eine Reise in die Vergangenheit mit einigen Mission sind drin: So können wir beispielsweise das Parkhaus-Training aus dem ersten Driver von 98 noch einmal spielen, mit 180'er, 360'er, Slalom, Handbremse, Vollgas und co. Da werden Erinnerungen wach!
Die Fahrphysik ist recht gut gelungen, dennoch sehr arcade-lastig. Ein Muscle-Car mit Heckantrieb bricht gerne mal aus, der Audi A4 mit Frontantrieb eher garnicht. Super Klassiker wie der Dodge Challenger 69', Charger 69', Pontiac LeMans 70', Ford GranTorino, AstonMartin DB5, VW Käfer (auch als Buggy), Pontiac GTO, die Chevelle 69' und viele mehr, machen es immer wieder wahr, dass man zwischen den Autos hin und her "shiftet" und sie einfach nur Mal fahren will. Das "Shiften" ist im Spiel wie die Ein- und Aussteigen-Funktion in einem GTA. Was allerdings keineswegs schlecht ist, denn dies sorgt für einen städig anbleibenden Spielfluß. Es macht sogar viele Manöver möglich: Wenn wir einen Wagen verfolgen, "shiften" wir einfach in einen entgegenkommenden LKW und verursachen einen Frontalcrash! Auch auf dem Highway schockt es: Wenn vor einen Linienbus ein LKW mit heruntergelassener PKW-Laderampe fährt, "shiften" wir in den LKW, treten voll auf die Bremse und der Bus macht einen Abflug, herlich!
Die KI ist im Grund eher Zweckmässig, selbst der so berüchtigte Jericho fährt in späteren Abschnitten des Spiel einfach Schlangenlinien und schiebt mit seinem Pickup alles beiseite (selbst LKW's??), doch lässt auch er sich gekonnt mit der "shifterei" besiegen. Die KI der übrigen Teilnehmer im Verkehr ist eher schlecht gelungen, nahezu nicht vorhanden, denn rammt man ein anderes Auto, versucht es verzweifelt ohne jeden Grund auf der Spur zu bleiben und reagiert nicht wirklich darauf, das wir sein Vehikel gerade geschrottet haben. Die Verfolgungsjagden sind auch nicht ganz so gut gelungen wie beispielsweise im Originaldriver von 98! Denn die Polozei setzt zwar Manöver ein um unser Auto ins schleudern zu bringen, ist im Grunde aber viel zu aggressiv. Nicht zu schwer, einfach nur zu aggressiv. Eine coole Verfolgungsjagd wie in Filmen, wo die "Bullen" dicht an unserer Stoßstange hängen gibt es leider nicht. Sie fallen weit zurück, holen schnell auf und ramm was das Zeug hält. Schade, denn mit dem Dodge Charger 69' und drei Polizeiwagen am Heck über die Staubpisten zu Bügeln und dabei old-times-Rock zu hören ist einfach nur herlich! Doch wird es in diesem Spiel leider sellten vorkommen.
Die Grafik ist keine Augenweide, sie ist schlicht und trist, an manchen Stellen eher eintönig und interessante Visuals wie Regen oder gar Tag und Nachtwechsel gibt es nicht. Dafür sind die Fahrzeuge erstklassig und in wirklich sehr guten Details. Die Polygonarbeit kann sich hier echt sehen lassen. Und das wir in jedes der 120 lizensierten Fahrzeuge reinspringen und das Cockpit sehen können, ist so oder so die Krone des ganzen! Jedes Fahrzeug hat dazu ein gutes Schadensmodell und selbst die Reifen können abfliegen (gruß an GTA4 hier!). Allerdings hat der optische Schaden keine Auswirkung auf das Handling unseres Fahrzeuges, daher ist dies ebenfalls mehr Schein als sein, was aber kein Problem ist, da es sich ja um ein Driver handelt!
Der Sound ist toll gelungen, jedes Auto hört sich fast so an wie man es in Wirklichkeit annimmt. Vor allem die V8-Sounds sind sehr gut, beispeilsweise der GT500 schlummert wie eine Bestie, der Audi RS6 brüllt und der Dodge RAM brodelt, wahnsinn! Die Dialoge sind, "ausnahmsweise" in diesem Spiel RICHTIG GUT! Wir haben sehr gute Sprecher, die Stimmen von Mulder (aus Akte-X), Nicolas Cage, Paul Walker, Vin Diesel, JD aus Scrubs, jede Menge gut vertone Dialoge, selbst die Nebensprecher sind gut gelungen! Da man ja nicht immer in ein Auto "shiftet", in welchem nur eine Person sitzt, bekommt man so einiges mit. Die Beifahrer reagieren auf unsere Handlungen, beispielsweise wenn wir einen Unfall haben, oder wenn sie die Raserei toll finden und mehr wollen. Wenn sie Angst haben bis hin zu dem Punkt an dem sie schreiend das Auto verlassen wollen.
POR:
-Sehr gute Sprecher
-120 lizensierte TRAUMAUTOS!!!!
-gutes Schadensmodell
-tolle Musik
-gute Sory
-sehr viel Dinge, die man entdecken kann
-V8 Sound, he he
-jede Menge Herausforderungen
-die Dialoge
CONTRA:
-teilweise schwache KI
-belanglose und zu aggressiv angelegte Verfolgungsjagden
-mittelmäßige Grafik
-Kein Regen oder Tag/Nachtwechsel
-allgemein vielleicht etwas zu leicht
FAZIT:
Driver: San Francisco ist ein wirklich gutes Spiel. Der Sound passt sehr gut, die Musik ist gut gewählt und die Sprecher lassen wirklich was gutes vom Stapel. Die Cockpit-sicht macht sehr viel Spaß und versprüht ein gutes "wirklich fahren"-Gefühl. Die Animationen der Hände, wenn wir fahren, sind außerordentlich! (In welchem Spiel greift der Fahrer nach, wenn er das Lenkrad weiter als 90° dreht?) So gesehen ist Driver ein gutes Spiel, hat viel Potenzial im Mehrspieler und dank der sehr vielen Herausforderungen eine gute Spielzeit von ca. 15 - 25 Stunden. Im Multiplayer vermutlich weitaus mehr! Klare Kaufempfehlung!