Brothers in Arms D-Day hat es nicht leicht auf der PSP. Schliesslich muss sich Ubisofts WW2-Shooter völlig ohne Onlinemodus gegen die starke Konkurrenz aus dem Hause EA (Medal of Honor Heroes1+2) bzw. Sony (Die Socomtrilogie, Killzone und später Resistance) behaupten.
Als Shooterfan sehe ich Ubisofts Prestigeshooter im direkten Vergleich mit den oben genannten Spielen.
Grafik (9/10)
Brothers in Arms liefert auf der PSP eine tolle Grafik.
Die Landschaften sind detailliert dargestellt und vermitteln ein ländliche Atmosphäre.
Die meisten Schlachten finden auf Äckern oder in ländlichen Dörfern statt. Manchmal kämpft man auch in den Straßenschluchten einer Stadt (u.a. St Come-du Mont oder Baupte). Sehr selten muss man auch mal ein Gebäude stürmen.
Grafisch gefällt mir dieses Spiel von allen PSP-Shootern am besten.
Selbst schöne Nebeneffekte, wie z.B. Regentropfen, die am Bildschirm abperlen wenn es regnet, wurden eingebaut.
Die Atmosphäre ist genial und übertrifft die Konkurrenz eindeutig.
In Testberichten wird oftmals die schlechte Framerate bemängelt. Diesen Vorwurf kann ich nicht bestätigen. Brothers in Arms läuft bei mir stets flüssig (ich habe es früher auf einem 32MB-Stick gespielt, heute auf einem 2GB-Stick) und nur bei sehr großem Gegneraufkommen kann es zu kaum spürbaren Framerateeinbrüchen kommen.
Steuerung (5/10)
Der größte Nachteil bei Brothers in Arms. Ubisoft hat es nicht geschafft eine flüssige Steuerung auf die PSP zu bringen. Mit der Zeit kommt man damit klar und das Spiel ist auf jeden Fall "spielbar". Aber unter einer "flüssigen Steuerung" verstehe ich das, was z.B. EA mit MoH geschafft hat. Es ist nicht möglich, zu laufen und gleichzeitig zu zielen. Bei allen anderen PSP-Shootern geht das. Für mich ein Riesennachteil...
Singleplayer (10/10)
Der Einzelspielermodus ist extrem gut gelungen! Es gibt 14Kampagnemissionen, die sehr viel Zeit beanspruchen und sehr abwechslungsreich sind. Die Kampagne wird dabei von einer tiefgehenden Story untermalt.
Hinzu kommt der Gefechtsmodus, in welchem den Spieler 12zusätzliche Missionen als Amerikanischer bzw. als Deutscher Soldat erwarten.
Im "Verteidigungsmodus" muss der Spieler auf 12 verschiedenen Karten eine Stellung gegen immer stärker werdende Feinde halten, während er im "Zeitmodus" alle Feinde in kürzester Zeit eliminieren muss.
Die KI ist sehr gut gelungen. Sie wirft Granaten stets zurrück und kennt das Wort "Deckung". Eine nette Idee hatte Ubisoft mit der Einteilung der Soldaten in verschiedene Klassen: Während man mit Rekruten noch leichtes Spiel hat, wird man spätestens mit den gut ausgebildeten Panzerabwehrsoldaten oder den Fallschirmjägern seine Probleme bekommen...
In der Kampagne befielt man als Baker bzw. Hartsock in jeder Mission entweder einen (KI-gesteuerten)Panzer oder einen Trupp aus 2 KI-gesteuerten Soldaten. Dieses Konzept ist sehr gut gelungen und stellt eine gewisse taktische Herrausforderung dar.
Für alle Modi gibt es 4verschiedene Schwierigkeitsgrade. Während das Spiel auf "einfach" noch ziemlich locker durchgespielt werden kann, bringt es spätestens beim Schwierigkeitsgrad "schwer" eine große Herrausforderung mit sich. Der höchste Schwierigkeitsgrad ist wahrlich nur für Experten gemacht.
Das Spiel hat einen sehr großen Wiederspielbarkeitswert, speziell wegen dem gelungenen Gefechtsmodus und dem herausfordernden Schwierigkeitsgrad.
Multiplayermodus/Koopmodus (7/10)
Als einer von wenigen hatte ich die Möglichkeit, den Koopmodus von BIA auszuprobieren. Dieser ist sehr gut gelungen. Der Schwierigkeitsgrad ist angenehm hoch und die KI stellt auch hier eine Herausforderung dar.
Sehr gut gefiel mir die Möglichkeit, meinem Partner Befehle zu schicken.
So konnte ich ihn über die "unten"-Taste auffordern, mir zu folgen, während ich ihm mit "Dreieck" sogar konkrete Befehle, wie etwa "Sperrfeuer" zurufen konnte (ganz wie im Singleplayermodus).
Eine Empfehlung wert!
Schade ist dennoch, dass Ubisoft bei D-Day die Möglichkeit auf einen Onlinemodus entfallen lies...