13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sci-Fi Klassiker und Meisterwerk, 14. Oktober 2001
In einer Zukunft, in der es zwischen dem Leben und dem Tod eine Welt gibt, die für die Menschen zugänglich ist, da ist auch die Wirklichkeit nicht immer die, die man wahrnimmt.
Es ist mir ein Rätsel, warum Ubik noch nicht auf Deutsch erschienen ist, immerhin hat Philip K. Dick es 1969 geschrieben und es zählt heute zurecht zu den Meisterwerken der Science Fiction.
Als ich anfing, es zu lesen, wußte ich nicht wirklich, was mich erwartet, und war deswegen auch etwas skeptisch, was die Betitelung "Meiterwerk" anging. Aber als ich es schließlich fertig gelesen hatte (was sehr schnell war), hatte es mich völlig in seinen Bann gezogen.
"For everyone lost in the endlessly multiplicating realities of the modern world, remember: Philip K. Dick got there first."
(Terry Gilliam)
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
metaphysik für konsumkinder, 30. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Ubik (Taschenbuch)
seltsam, dass sich hier jemand, 2001, darüber wundert, dass das buch noch nicht auf deutsch erschienen ist. ich besitze eine ausgabe aus den 70er jahren, mit einem nachwort des - meiner meinung nach - hoffnungslos überschätzten stanislaw lem. lem will in seinem nachwort beweisen, dass "ubik" auch als science fiction funktioniert. in seinem ausufernden buch "phantastik und futurloge" widmet er sich, wiederum unter ähnlichen vorzeichen, ausführlich philip k. dick. für lem geht es um die möglichkeit der simulation von realität. dem werden wohl auch die meisten dick-fans folgen, die in den büchern dieses autors mittlerweile lediglich vorläufer von banalen populär-ontologien a la "matrix" sehen. da bin ich anderer meinung.
vielleicht empfielt es sich grundsätzlich, die romane dicks mehrmals zu lesen. bei "ubik" muss man schon sehr gezwungen wegsehen, um nicht schließlich die tatsache zu konstatieren, dass der realitätszerfall, der hier geschildert wird, lange vor der explosion auf dem mond einsetzt. tatsächlich gibt es einen prozess der deformation, der sich durch das ganze buch hinzieht. man kann zum beispiel auch schon joe chips geldgierige tür als psychotische deformation interpretieren. die explosion selbst ist ein bedeutungsloses ereignis, eine finte. auch pats begabung ist eine finte. letztlich ist hier alles eine finte. "ubik" ist etwas wie die komödie des menschen, der sich mit einer realität konfrontiert sieht, die plötzlich eigenen gesetzen gehorcht, die er sich nicht erklären kann. der clou, den viele leser übersehen: jede erklärung, die im laufe der handlung angeboten wird, erweist sich als unhaltbar. vielleicht liegen runciter und joe chip schon zu beginn der handlung in der kaltpackung? vielleicht gibt es gar keine kaltpackungen, vielleicht ist dies von vorne bis hinten der traum eines schizoiden? persönlichkeitszerfall und anachronismus sind motive, die schon sehr früh, beiläufig, auftauchen. bemerkenswert ist, meiner meinung nach, welchen wert dick zum beispiel auf die schilderung von kleidung und mode legt (die zukunft, die er da vorhersieht ist ziemlich grell!). und wie sehr die figuren des buches durch solche umstände charakterisiert werden. ich halte das keinesfalls für nebensächlich, denn eine pointe von "ubik" besteht, wie ich glaube, darin, dass inhalte, die aus metaphysischen, religiösen oder philosophischen kontexten stammen, auf eine konsumwelt projiziert werden. die beiden "letzten wesen", ella und jory, sind von banaler diessietigkeit, die erlösung steckt in einer spraydose, offenbarungen sind werbebotschaften. das buch selbst, das übersieht lem völlig, ist schon simulation, die sprache erschafft die wirklichkeit. das ist eine apokalypse im stil eines groschenromans. dick ist, obwohl er nicht, wie dieser, collagiert und viel weniger destruktiv vorgeht, längst so weit wie william burroughs (beide hatten sie einen drogenhintergrund).
allerdings würde ich zustimmen, dass "ubik" nicht dicks bestes buch ist. "the man in the high castle" habe ich nicht gelesen (wäre vielleicht lohnend). aber "a scanner darkly" und "martian time slip" machten auf mich, bei einer wiederlektüre nach mehr als 30 jahren, weitaus größeren eindruck. dick "auch als science fiction" zu lesen, worauf stanislaw lem pocht, heißt meiner meinung nach, ihn nicht zu lesen - das tiefe drama, das sich in diesen büchern versteckt, das mitgefühl mit jenen, für die die realität nicht mehr bestehen kann, die, klinisch, toxisch oder intellektuell, ein opfer ihrer innenwelt wurden, zu ignorieren. philip k. dick war ein autor, der mit den mitteln der trivialen sf über existenzielles schrieb. seine biografie dürfte das belegen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
typisch Dick mit Schockmoment am Schluss, 3. Juni 2005
Rezension bezieht sich auf: Ubik (Taschenbuch)
Da ich ein großer Dick-Fan bin, habe ich dieses Buch innerhalb von 6 Stunden durchgelesen. Es hat mich einfach nicht mehr losgelassen. Die Charaktere werden sehr persöhnlich geschildert, man kann sich mit ihnen anfreunden und muss sich nicht erst auf ein anderes Weltbild der Personen einlassen. Das Buch ansich ist ein Meisterwerk. Es bildet die perfekte Synthese zwischen science-fiction und einer gut nachzuvollziehenden, spannenden Geschichte. Dick schreibt in einem sehr umgangssprachlichen Stil, sodass man kein Literatur-Wissenschaftler sein muss um eine Handlung zu erkennen, oder der Geschichte zu folgen. Der Innhalt ist genial. Besonders interessant ist die Tatsache, dass Dick seine Romane mit seinen Kurzgeschichten verbindet. Die Thematik in diesem Buch findet man auch in der Kurzgeschichte 'Was die Toten Sagen' wieder. Auch der Schockmoment am Ende des Romans ist in vielen Kurzgeschichten Dicks zu finden.
Fazit: Ein absoluter Lesegenuss mit Suchtgarantie. Dieses Buch bietet sogar einen Denkansatz am Schluss und ist damit nicht nur Unterhaltung, sondern auch ein bisschen Philosophie.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein