was schon im Titel der Rezension zu erkennen ist: die Kamera tut ihren Dienst recht ordentlich. Dass sie natürlich nicht mit Profi-Produkten vergleichbar ist, die dann aber auch das Zehnfache kosten, versteht sich von selbst.
Die Ausstattung:
Die Kamera kommt in einem ABS Kunststoffkoffer, enthalten sind die Kamera selbst, ein kleiner Magnet zum aufklipsen auf den Kamerakopf, eine Kurzanleitung und eine Treiber-CD (8cm). Das USB-Kabel hat eine Länge von 2 Metern, die Länge des Schwanenhalses inklusive Kamerakopf beträgt 60cm. Am Griffstück befindet sich ein Drehregler, mit dem sich die Helligkeit der Beleuchtung einstellen lässt, außerdem noch ein Taster, der den Treiber zu einem Snapshot veranlasst.
Die Verarbeitung:
Der Kunststoffgriff macht einen eher minderwertigen Eindruck, ansonsten ist alles recht ordentlich. Der Schwanenhals neigt erst bei sehr kleinen Radien zum zurückstellen und ist in einem Kunststoffschlauch. Ich persönlich würde aber keine Wetten darauf abschließen, dass das Gesamtsystem wirklich wasserdicht ist. spätestens, wenn die Schwanenhals-Ummantelung an scharfen Kanten beschädigt wurde, ist die Dichtheit ohnehin Geschichte, denke ich.
Die Bildqualität:
Die Videoauflösung beträgt 640x480 bei theoretisch 30bps. Die 30bps mag die Schnittstelle wohl unterstützen, gefühlt hat man's allerdings mit 5 bps zu tun. Für Inspektionsarbeiten ist das allemal ausreichend. Ich habe vertikale Streifen im Video festgestellt, ich glaube man kann das in dem Beispielfilm ganz gut sehen. Der Film wurde übrigens mit voll aufgedrehtem Zusatzlicht gemacht. Eigenblendung, wie sie schon in einigen Rezensionen beschrieben wurde, konnte ich nicht beobachten. Offensichtlich wurde das Design des Kamerakopfes durch eine bis zur Frontscheibe reichende optische Trennung der Kamera von den LED's ergänzt.
Die Farben wirken blass uns übersteuern leicht. Die automatische Korrektur der Belichtungseinstellungen bei veränderlichen Umgebungslichtverhältnissen geht sehr schleppend und oft nicht auf Anhieb. Der Schärfebereich geht nach meiner Messung von ca 50mm bis Unendlich. Wenn man keine allzu hohen Ansprüche an die Schärfe stellt, kann man sogar Objekte ab 30mm Entfernung erkennen.
Handhabung:
Für eine Endoskopkamera können selbst 30mm Mindestabstand noch deutlich zu viel sein, wie sich bei meinem Versuch zeigte, von hinten in Birnrnaufnahme des Hauptscheinwerfers meines Autos zu sehen. Mit einem Knick im Schwanenhals gleich hinter dem Kamerakopf braucht man dennoch mintestens 130mm "Luft" vor dem zu betrachtenden Objekt. Hier werde ich mir wohl aus der Magnethalterung und einem Inspektionsspiegel noch etwas basteln müssen. Da der Treiber einfache Trasformationen (kippen/spiegeln) beherrscht, ist trotzdem ein seitenrichtiges Bild darstelbar. Der Betrieb mit einer 2m USB Verlängerung wurde von mir getestet und klappt einwandfrei. Trotzdem würde ich den Betrieb an einem Laptop oder Netbook empfehlen.
Software/Installation
Die Installation unter Win7 HomePrem war völlig problemlos. Steckt man das Gerät ein, ohne vorher den Gerätetreiber installiert zu haben, wird nur ein USB-Mikrofondevice erkannt, das allerdings keine brauchbaren Daten liefert. Wird der Treiber installiert, bekommt man neben dem (immer noch unbrauchbaren) Mic-device auch noch Ein Web-Cam-device mit dem Namen "Telescope Driver". Der Treiber lässt sich über einen leicht verständlichen Dialog einstellen. Zu den Möglichkeiten des Treibers gehören neben den oben bereits erwähnten Transformationen u.a. noch Filtereinstellungen, man. Weißabgleich, Tageslicht/Kunstlicht Voreinstellung, Farbsättigung und Kontrast.
Als Video-Capturing Software empfehle ich nicht die eingebaute Routine zu verwenden, ich habs zwar nicht probiert aber offensichtlich macht die unkomprimierte Filme, wenn man anderen Rezensenten glauben schenkt. Ich habe die Freeware-Programme VIDCAP32 und Debut, sowie die Software für meine WebCam ausprobiert und alle Programme wollten auf Anhieb mit der Endoskopkamera zusammenarbeiten. :D
Wenn der Taster für die Snapshot-Funktion am Griff betätigt wird, was leider relativ häufig unabsichtlich passiert, dann wird ein neues Fenster mit dem Standbild geöffnet, das standardmäßig das Live-Bild überdeckt. Das ist ziemlich lästig.
Zusammenfassung:
Wer ab und zu mal in enge und/oder dunkle Ecken sehen möchte und kein Profi-Gerät haben muss, für den eignet sich das Gerät sicher prima. Die Kinderkrankheiten, von denen andere Rezensenten bei ähnlichen Produkten berichtet haben, scheinen bei diesem Modell ausgemerzt zu sein. Kaufempfehlung.
P.S.: Dass die Katze in dem Video die Ohren nach vorne gelegt hat, liegt nicht daran, dass sie sauer ist, sondern an der Rasse. Sie hat die Ohren immer so und war nach anfänglicher Neugier vom Modelln sogar eher gelangweilt und hat anschließend noch den ganzen Nachmittag an Ort und Stelle verdöst.