Das Land ist einfach gewaltig. Diese Weite, die für einen Menschen, der aus dem engen Mitteleuropa kommt, fast schon etwas Einschüchterndes hat, dieser Schmelztiegel der Kulturen, Traditionen und Wunschträume. Die USA erstreckt sich von der Arktis bis in die Tropen Floridas und birgt Landschaften, die so unterschiedlich sind wie ihre Klimazonen. Das alles ist der perfekte Nährboden für diesen außergewöhnlichen Bildband mit den überaus eindrucksvollen Fotografien des Schweizers Christian Heeb. Die magische Wirkung entfaltet sich sofort aus den einmaligen Bildern von Landschaften und Menschen. Momentaufnahmen, perfekt in Aufbau, Lichtstimmung und Druckwiedergabe. Sie sind ganz offensichtlich das Resultat jahrelanger Reisen, denn eine so hohe Ausbeute an überragenden Fotos bringt man nicht von einem kurzen Schnupper-Trip mit nach Hause. Einige Fotos sind noch analog aufgenommen, was vielleicht geringe Einbußen in der Bildschärfe, aber keinerlei Kompromisse auf künstlerischer Ebene mit sich bringt.
Für einen Bildband bestimmt natürlich in erster Linie die Qualität der Fotos das Urteil. In diesem Fall muss ich aber auf die zum Teil unrichtigen Bildunterschriften hinweisen. Neben klar sachlichen Fehlern passen Bildbeschreibung und Bildinhalt oft nicht wirklich gut zusammen. Wenn sich der Leser zum Schluss immer noch fragt, was auf dem Foto denn eigentlich zu sehen ist, hat die Redaktion meiner Meinung nach versagt. Obwohl das sicher ein Mangel ist, will ich dem Buch trotzdem keinen Stern dafür abziehen, denn die eindrucksvollen Fotos machen den Mangel mehr als wett. Wie gesagt: Bildbände kauft man sich wegen der Bilder und darum ist der Band rundum empfehlenswert.