Als begeisterter Spieler des "18 Wheels of Steel Extreme Truckers", bei dem ich bereits riesige Frachtcontainer, Hubschrauber, Bagger, Betonröhren, Baumstämme und Gefahrgut über Eisstraßen in Alaska und schmale Anden-Pässe transportiert habe und bei dem ich mit 5 Hängern an einer Zugmaschine quer durch Australien gefahren bin, habe ich mir nun auch den Schwertransport-Simulator zugelegt.
Und ich bin mehr als schwer enttäuscht.
Die Grafik wirkt wie aus grauer Vorzeit und ist Meilen von der des Extreme Truckers entfernt. Grobe Texturen, eintönige Umgebung, vieles schlichtweg einfarbig. Wenn ich fahre, baut sich selbst auf meinem 2,5 GHz QuadCore-Rechner mit einer NVidia 9800 GT die Landschafts-Grafik nur stückweise und scheibenartig auf, sowas habe ich zuletzt auf meinem 486er Mitte der 90er Jahre erlebt. Die aufdringliche Musik schaltet man besser gleich ab, die Geräuschkulisse insgesamt überzeugt nicht wirklich. Doch das Beste ist die Steuerung - denn schon kontrolliertes bremsen und beschleunigen werden hier zu einer Herausforderung. Man muss beinahe ein Gran Tourismo-Meister sein, um nicht eine Straßenlaterne nach der anderen umzunieten (die verschwinden dann übrigens spurlos) und immer rechtzeitig zum Stehen zu kommen. So holpert man regelmäßig über den Straßenrand und bleibt dann mit einer vor PS strotzenden LKW-Zugmaschine am Bordstein oder an einer Miniböschung hängen als wäre es ein Dreirad mit angezogener Handbremse.
Spätestens wenn man den ersten Hänger angekoppelt hat, sollte man nicht mehr auf die Idee kommen eine Kurve zu fahren. Die sind im Spiel nämlich so eng geraten, dass es kaum zu schaffen ist, die Hänger ohne Schaden um die Ecke zu steuern. Nerviger als die hier erforderliche Präzisionsarbeit (bei gleichzeitig unlogischer Kollisionsabfrage) ist aber die Tatsache, dass man ständig tanken gehen muss, sonst kommt man nicht am Ziel an - und man muss hier so oft tanken - das ist einfach unrealistisch. Wer mitten in einer Route tanken muss, darf übrigens zuerst abkoppeln, denn die Hänger passen nicht unter die Tankstellendächer....
Bis zum Ziel fährt man durch öde Strecken, man begegnet keinem anderen Verkehr, alles wirkt wie ausgestorben. Die Aufträge gleichen sich, es wird sehr schnell langweilig. Den Planungsaspekt kann man übrigens ganz vergessen. Es gibt zwar eine Karte, dort sind aber weder Start noch Ziel sichtbar markiert noch der eigene Standort. Somit ist eine Routenplanung bzw. Orientierung während der Fahrt kaum möglich. Schade, gute Idee, miserable Umsetzung. Nach zwei öden Spiel-Abenden mit diesem zähen Titel fahre ich lieber weiter Extreme Trucker.