Ich bin ja ein Fan von gut umgesetzten, ansprechenden und herausfordernden Simulationen - aber was bitte schön ist denn das hier? Gruselige Grafik, scheppernde Soundkulisse, eine mehr als umständliche Steuerung und dazu ein Gameplay das von vorne bis hinten praktisch alles falsch macht.
Der Spielablauf der Level ist stets gleich: Sie fahren mit einer überaus klobigen und optisch schlichtweg hässlichen Lok Rückwärts bis zu einigen Güteranhängern, die brav hintereinander auf einem Bahngleis stehen. Wer hier nicht rechtzeitig bremst bekommt übrigens den ersten Bug zu spüren: Die Lok schiebt sich halb in den ersten Hänger hinein und nichts geht mehr. Wer rechtzeitig bremst kann dann per Mausklick alle Anhänger ankoppeln, die auf das gleiche Gleis sollen, tuckert mit diesen dann im Schneckentempo dorthin, koppelt ab, fährt über ein anderes Gleis zurück zu den verbliebenen Hängern und holt die nächsten.
Als wenn dies nicht schon schnell genug zu Eintönigkeit und Langeweile führen würde, kommen jetzt noch die (meist mehrfach im Level) defekten Weichen hinzu. Um eine solche zu passieren, muss man erst einen Arbeiter herbeirufen, der dann in 30 Sekunden Echtzeit - in denen man nichts machen kann außer warten - die Weiche repariert. Das zieht die Mini-Missionen unnötig in die Läääänge.
Später kommen noch defekte Wagen und sogar ausbrechende Feuer hinzu. Doch mehr als reine - lästige - Missions-Bremsen sind diese Gameplay-Elemente nicht. Sie nerven schon nach wenigen Missionen nur noch, vor allem weil sie viel zu häufig auftreten. Dazu kommen die Bugs: Da erscheinen Reparaturzeichen für einen Wagen wo schon längst kein Wagen mehr steht, da koppelt man einen Wagen ab und dennoch folgt er der Lok wie von Geisterhand zurück aufs Startgleis - im Abstand von ca. 20 Metern versteht sich (?!?!?).
Die ersten 10 Level spielen alle am gleichen Provinzbahnhof. Wer die bewältigt hat, kommt auf einen neuen Bahnhof mit Western-Ambiente. Mehr Gleise, mehr Wagen - die gleiche Einöde die gleichen Aufgaben - Spannung, Herausforderung und vor allem auch Realismus nahe dem Nullpunkt.
100 Level verspricht das Spiel, ein Drittel davon habe ich durchgehalten, aber eigentlich nur, weil ich wissen wollte, ob da irgendwann noch was nennenswertes kommt - Fehlanzeige. Wer sich wirklich für Eisenbahn und Simulation interessiert, der greift aus meiner Sicht besser zum MS Train-Simulator, den es samt Erweiterungspacks auch schon in dieser Preisklasse gibt.