Hier die Hauptpunkte (die Details werden unten ausgeführt)
* Das Buch ist nüchtern und aus meiner Sicht neutral geschrieben
* Ob neu in der Thematik oder belesen, das Buch lohnt sich
* Die Anzahl an Berichten ist gewaltig und daher manchmal auch schwer zu lesen
Wenig Neues, aber gut:
Der klare Mehrwert des Buches liegt in der starken Strukturierung der Thematik. Wenn man sich mit dem Thema bereits ausführlich auseinandergesetzt hat, dann wird man schon alles irgendwie und irgendwo gehört oder gelesen haben. In diesem Sinne habe ich nichts Neues erfahren. Allerdings die Tatsache das Dolan dies in eine strukturierte chronologische Weise arbeitet, ist aus meiner Sicht von großem Mehrwert. Ich fühle mich als hätte jemanden diese ganze Menge an Informationen in meinem Kopf eine Ordnung gegeben. Hierfür lohnt sich!
Neutralität? Das ist relativ:
Manche Leute werden das Buch zu "nüchtern" finden. Besonders wer im Internet schon mal über Galaktische Föderation, Dulce Wars, Reptioloiden und Illuminaten usw. gelesen hat, wird hier nicht bedient. Diese Themen werden nicht explizit oder ausführlich behandelt (manchmal nur kurz und vorsichtig erwähnt). Das ist auch gut so aus meiner Sicht und finde das Buch daher schon sehr neutral gestaltet.
Allerdings für die Leute, die noch in der Phase sind, wo sie sich überlegen, ob das UFO-Phänomen real ist oder nicht, ist das Buch nicht ganz so neutral. Dolan vertritt im Lauf der Erzählungen immer stärker die These (wie der Titel des Buchs es andeutet), dass die ETs bereits hier unter uns sind und die Regierungen der Welt (insb. die der USA) dies vertuscht.
Kein Roman, aber lesbar:
Es ist mühsam über so viele Berichte zu lesen, die seit 30 Jahren ähnlich sind. "Immer dieser Lichter im Himmel.. Mensch wann kommt was Neues" habe ich mir oft im Lauf der knapp 600 Seiten gedacht. Allerdings, wenn man eben eine Chronologie schreibt, ist das nicht immer spannend. Andererseits muss ich erwähnen, dass die etwas "verrücktere" Themen zufälligerweise eher am Ende des Buches angesprochen werden. Ob sie tatsächlich in dieser Reihenfolge geschehen sind, oder ob man das Buch bewusst so geschrieben hat, damit der Leser zumindest etwas an Spannung spürt.. hmm das fand ich nun etwas fragwürdig. Vielleicht wurden diese Themen am Anfang nur "weggelassen" damit man zuerst etwas Glaubwürdigkeit aufbauen kann und der Leser nicht sofort mit krasse Behauptungen konfrontiert wird. Ich glaube die Botschaft ist eben, dass die Unmengen an Berichten einem dazu zwingen sollten, daran zu glauben (The power of repetition).
Noch etwas möchte ich erwähnt haben:
Sehr hilfreich ist die gut gearbeitete Bibliographie und Quellenangabe. Es ist so einer Art Wiki für mich geworden. Z.B. schlage ich üblicherweise im Namenindex am Ende des Buches nach, bevor ich Videos oder Texte im Internet anschaue, ob der Autor glaubwürdig ist, ob er zu den Desinformanten gehört oder von der Community eher als ein Schwindler gesehen wird.
Fazit:
Das Buch habe ich sehr gemocht. Es ist nicht perfekt, daher keine 5 Sterne, aber es lohnt sich.