10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
...ein Rollenspiel, das es in sich hat!!, 13. Februar 2002
Rezension bezieht sich auf: Grandia (Videospiel)
Die Spielefirma Game Arts - den Rollenspiel-Fans sicher alleindurch die LUNAR-Serie ein Begriff - brachte im Jahre 2000 gehörigSchwung in den doch etwas in Europa ermüdendenPlaystation-Rollenspiel-Markt, na ein Segen!
Die Helden diesesSpiels sind Justin und dessen kleine Freundin Sue auf der Suche nachden Geheimnissen der untergegangenen Zivilisation desAngelou-Volkes. Justin ist der Sohn eines Abenteurers und einerPiratenbraut, somit ist es natürlich überhaupt keine Frage, wonachEuch dürstet: nämlich nach Abenteuern und großen Schätzen, ist dochklar!!
Doch nicht nur Justin interessiert sich für die Ruinen undzahlreichen Schätze der ehemaligen Hochkultur, leider setzt auchGeneral Baal seine beachtliche Privatarmee auf der Suche nach denverborgenen Reichtümern ein, so'n Mist aber auch!
Auf EurerForschungsreise zum Ende der Welt trefft Ihr allerdings schon bald aufeinige Verbündete wie beispielsweise die grünhaarige (ne, was apart!)Feena oder den bulligen Schwertkämpfer Gadwin. Damit Ihr den Truppendes Generals nicht hilflos ausgeliefert seid, dürft Ihr Euchselbstredend eines beachtlichen Waffen- und Zauberarsenalbedienen...
Ein großes Plus bei Grandia ist es, daß jederCharakter verschiedene Waffen wie Bogen , Schwert, Messer, Peitscheoder Axt benutzen kann, Zaubersprüche erhaltet Ihr im Laden im Tauschgegen die wertvollen Mana-Eier. Verwendet Ihr dann bestimmte Waffenoder Zauber regelmäßig im Kampf, steigt Eure Erfahrung im Umgangdamit, und Ihr bekommt Zugriff auf neue Spezialmanöver.
DiePalette an unterschiedlichen Waffen und den Zaubersprüchen dabei sehrgroß, Ihr solltet für die unterschiedlichen Helden (es kommen einigein der erfreulich langen Geschichte vor!) nur bestimmte Magiesprüchehochpuschen, die sich im Zusammenspiel mit den anderen Helden gutergänzen, denn alle möglichen Sprüche werdet Ihr wohl kaumperfektionieren können, es sei denn, Ihr wollt an die200-Stunden-Grenze Spielzeit gelangen...
Ähnlich verhält es sichmit den Waffen, wobei jede Person aber nur bis maximal dreiverschiedene Arten von Waffen führen kann. Hier solltet Ihr allerdingsdarauf achten, daß die Figur alle drei Waffen möglichst gutbeherrscht!
Manchen Feinden machen in GRANDIA zum BeispielWurfmesser oder Schwerter überhaupt nichts aus, hingegen sind siebeispielsweise gegen Äxte sehr "allergisch".
DieZwischen- oder Endgegner haben es zumeist ganz schön in sich, habt Ihrallerdings einmal den Bogen raus - und beherrscht Verteidigungs- undHeilsprüche sehr gut und wendet diese auch regelmäßig an.
In derOberwelt von GRANDIA wandert Ihr durch frei rotierbare3D-Hintergründe, diese Hintergründe gewinnen zwar keinen Oskar, störenaber auch nicht besonders.
Ein kleiner Kompass in derBildschirmecke zeigt in die Richtung Eures aktuellen Ziels und führtEuch sicher durch die weit verzweigten Höhlen, die von zahlreichenFeinden bewohnt werden. Diese erscheinen aber nicht zufällig auf derBildfläche, sondern Ihr könnt diese in der Regel schon frühzeitigerkennen, und falls Ihr des Kämpfens überdrüssig seid, Ihnen auch abund an ausweichen und somit Kämpfe vermeiden.
Ein wahrerRollenspieler macht das natürlich nicht und klöppt sich stets voran,denn schließlich locken doch die sehr wichtigen Erfahrungspunkte,höhö!!
Ihr habt also die Möglichkeit, einer Konfrontation aus demWeg zu gehen.
Das Kampfgeschehen läuft dabei in Echtzeit ab. Ihrwartet daher, bis Eure Charaktere (endlich) an der Reihe sind undwählt dann zwischen den verschiedenen Kampfoptionen.
BeimAuswählen herrscht jedoch keine hektik, der Kampf pausiert"netterweise" in der Zeit. Die etwas fauleren oder vomständigen Kämpfen schon etwas genervten Spieler unter uns dürfen imTaktikmenü der Gruppe schon vorgegebene Befehle erteilen, der Kampfläuft dann automatisch entsprechend der eingegebenen Grundhaltung derHelden ab. Eure Helden bewegen sich dabei ständig über den gesamtenBildschirm und können so flächendeckenden Zaubersprüchen undSpezialattacken ausweichen. Sie bleiben also nicht an einer Stelle"wie angetackert" stehen, sondern wetzen während des Kampfesbei Bedarf quer über den Bildschirm.
Von schweren Treffern müssensich die Charaktere allerdings erst erholen, bevor sie erneut in dasGeschehen eingreifen. Dies bedeutet, daß oft die angestrebte Attackenicht erfolgen kann, neu eingegeben werden muß und Ihr sozusagen einTempo verloren habt, dies ist meines Erachtens aber auch gut so, sosoll es sein, schließlich gilt dasselbe auch für die Computergegner!
Zugegebenermaßen ist die eigentlich ansonsten ganz saubere Grafiknicht mehr ganz "up-to-date", manchmal erscheint sie einbißchen grob oder etwas zu knallig, das ist zumindest meineMeinung...
GRANDIA überzeugt aber trotzdem durch sympathischeCharaktere (aber glaubt mir, dies zeigt sich erst nach einer Weile,bleibt also am Ball!) und eine absolut spannende Geschichte, keineFrage!
Die zahlreichen Zwischensequenzen fesseln Euch zudem,besonders gelungen finde ich die Sprachdialoge und die sehr gutenSoundeffekte!
Die Hintergrundmusik wechselt je nach Situationzwischen schönen klassischen Orchesterklängen und Rockeinlagen, sieist wirklich gut gelungen, könnte aber während des Kampfes ruhig etwasabwechslungsreicher sein...
GRANDIA ist ein richtig gutesRollenspiel, welches mich vor allem durch seine lange und sehrfesselnde Geschichte beeindruckt hat!
Inzwischen bekommt man esschon teilweise für 50 DM, wer es noch nicht hat und Rollenspiele mag,sollte unbedingt zugreifen...
Vorteile:
Verhältnismäßig netteGrafik, gute Geschichte, gut durchdachte Steuerung, umfangreich, vielAbwechslung, teils sehr witzige Dialoge, teilweise mit Sprachausgabe,sehr gute Soundeffekte
Nachteile:
eventuell etwas zu bunt,manchmal etwas übertrieben "coole" Dialoge, Musik manchmaldoch etwas eintönig, grauenhafte Zwischensequenzen mit schlimmenSynchronsprechern
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