"In einzigartigen Bildern, mit zum Teil bisher unveröffentlichten Privatfilmaufnahmen ehemaliger U-Boot-Kommandanten, wird der Seekrieg aus der Sichtweise der deutschen U-Boote dargestellt." So wird der Inhalt der History Films-DVD "U-Boote in See" auf der Hülle beschrieben. Nun, viele der gezeigten Bilder kommen mir aus anderen Dokumentationen bekannt vor. Zudem stechen die "bisher unveröffentlichten Privatfilmaufnahmen" nicht unbedingt ins Auge. Auch der Kommentator weist nicht auf sie hin. Apropos Kommentar: dieser geht inhaltlich weitestgehend in Ordnung. Kommentierte Passagen wechseln sich in der Dokumentation mit Filmsequenzen mit NS-Wochenschau-Ansagen ab. Das läßt das ganze hohle Pathos der NS-Propaganda noch mehr hervortreten. Darüber hinaus ist z. B. der einleitende Rückblick auf die Einsätze der deutschen U-Boote im Ersten Weltkrieg recht gelungen. Und auch die Herausarbeitung der Tatsache, daß Großbritannien im Unterschied zu Deutschland der U-Boot-Waffe immer eine geringere Bedeutung eingeräumt hat, ist lobenswert. Insgesamt betrachtet ist mir die Berichterstattung allerdings zu sprunghaft. Ich war auf eine DVD-Laufzeit von 90 Minuten eingestellt, wie es auf der Hülle verzeichnet ist. Der Hauptfilm dauert aber gerade mal 46 Minuten. Klar, daß dann nur sehr wenig Zeit für Schwerpunktsetzungen bleibt. Im übrigen ist es eine verbreitete Unart, den Käufer solcher Dokumentationen mit derartigen Laufzeitangaben in die Irre zu führen. Auf eine 'Filmgalerie', die wie im vorliegenden Fall eine tonlose Filmcollage zum Einsatz der deutschen Kriegsmarine im Atlantik enthält, und deren Lauflänge dann offenbar auf die angegebene Gesamtlaufzeit der DVD anrechnet wird, kann ich gut und gern verzichten. Dasselbe gilt für die Präsentation von Seemannsgedichten und mehr als fragwürdigen Seemannsliedern. Alles in allem habe ich mir von "U-Boote in See" mehr erwartet.