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Tzili: Roman
 
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Tzili: Roman [Taschenbuch]

Aharon Appelfeld , Stefan Siebers
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 192 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. März 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423133074
  • ISBN-13: 978-3423133074
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 623.683 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Aharon Apelfeld
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Appelfelds Sprache fasziniert. Sie berichtet mal nüchtern und sachlich, mal beschreibt sie blumig poetisch.«
Andreas Herkens, Aachener Volkszeitung



»Die Eindringlichkeit der Sprache zieht den Leser in ihren Bann, vor allem das geradezu geniale Bild der Welt, wie sie sich einem leicht ›geistig Behinderten‹ darbietet.«
Wiener Zeitung



»Ein Poet der lautlosen Beschwörung, der nur im Schreiben die Stimme erhebt, damit das Gewesene nicht vergessen werde.«
Anne Uhde in ›Die Welt‹



»Ein erschütterndes Stück Zeitgeschichte aus dem letzten Krieg.«
Neue Osnabrücker Zeitung



»Appelfeld hat mit ›Tzili‹ eines seiner Meisterwerke geschaffen. Was seine Heldin durchlebt und erleidet, gibt Zeugnis von der Unmenschlichkeit der Kreatur Mensch schlechthin.«
Donau-Lech Anzeiger



»Die ergreifende Schlichtheit der Story packt unsere Herzen.«
Hörzu



»Mit einer Sprache, die in ihrer Eindrücklichkeit kaum zu übertreffen ist, zeichnet er Schicksale, die in ihrer Beispielhaftigkeit die oft sprachlose Vereinzelung der vom Rassenwahn Verfolgten durchbrechen helfen.«
Roland Tschrepp in ›Bücher der Gegenwart‹, RAI – Sender Bozen



»›Tzili‹ ist ein wunderbares Stück Prosa, das trotz allem Schrecklichen und Unsagbaren, das es be- und manchmal auch nur umschreibt, so viel Hoffnung und Überlebenswillen ausstrahlt, dass es den Leser ansteckt.«
Winfried Stanzick auf ›sandammeer.at‹

Kurzbeschreibung

Sie ist verträumter als ihre Geschwister. Als ihre Familie bei Kriegsbeginn flieht, wird Tzili allein zurückgelassen. Wochenlang versteckt sich das 13jährige Mädchen in den Wäldern, findet danach Unterschlupf bei einer alten Prostituierten, verdingt sich als Magd bei Bauern, wird ausgenutzt und immer wieder geschlagen, bis sie Reißaus nimmt und erneut Zuflucht in den Wäldern sucht.

Dort trifft Tzili nach langem Umherirren auf Mark, dem die Flucht aus dem Lager geglückt ist. Bei ihm, dem wesentlich älteren, gebildeten Juden, bleibt sie, weil er der erste Mensch ist, der ihr zuhört, mit ihm lebt sie einige Monate in einer Höhle eine schwierige, von Angst, Zuneigung und Überlebenskampf geprägte Beziehung.

Auf sein Geheiß tauscht Tzili im Dorf Kleider gegen Brot und Wodka. Ihn hätten die Leute ausgeliefert, sie hingegen sieht nicht sehr jüdisch aus. Eines Tages geht er dann doch selbst. Und kommt nicht wieder. Der Hunger treibt die schwangere Tzili schließlich ins Tal. Wieder nimmt sie Arbeit an, wird auch hier geschlagen. Der letzte Kriegswinter geht zu Ende. Flüchtlinge ziehen nach Süden, drängen zum Meer, sie wollen mit dem Schiff nach Palästina – und Tzili mit ihnen.


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Ein wunderbares Buch 10. Oktober 2005
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Es ist Winter 1941. Die deutsche Wehrmacht und die SS sind auf dem Vormarsch nach Osten. Auch in einem kleinen Dorf irgendwo in Osteuropa spüren die Menschen, dass da etwas Gewaltiges auf sie zukommen wird. Insbesondere die jüdischen Einwohner des Dorfes haben große Angst, denn die Gerüchte über die Gräueltaten der Deutschen speziell an Juden eilen den Soldaten weit voraus.

Als die Gefahr nicht mehr von der Hand zu weisen ist, entscheidet die Familie von Tzili Kraus, deren Geschichte im folgenden erzählt wird, zu fliehen und das jüngste und ihrer Meinung nach dümmste Familienmitglied Tzili zur Bewachung des ärmlichen Hofes zurückzulassen. So schwer diese Entscheidung auch für die zehnjährige Tzili zu begreifen ist, sie wird dem jüdischen Mädchen das Leben retten.

Sie flieht und schlägt sich die nächsten drei Jahre allein durch. Sie trifft dabei die Hure Katharina, von der sie einiges lernt, was ihr später auf ihrer Flucht weiterhelfen wird, sie trifft den Juden Mark, den sie lieben lernt und von dem sie schwanger wird und sie verliert ihn wieder.

Ihre letzte Zeit vor der Befreiung der Vernichtungslager durch die Alliierten verbringt sie bei einer Bäuerin, die sie schlägt und misshandelt.
Niemand außer Mark hat sie auf ihrer ganzen Flucht eigentlich gut behandelt, weil sie sich immer wieder als eine Tochter von Maria ausgibt, einer in ihrem Heimatdorf und der ganzen Gegend berühmt-berüchtigten Prostituierten. Alle verachten sie deswegen, besonders nachdem ihre Schwangerschaft nicht mehr zu übersehen ist, aber niemand hält sie für eine Jüdin.

Auch von dieser Bäuerin flieht sie und schließt sich jüdischen Überlebenden der Lager an und folgt ihnen auf ihrem Weg quer durch Europa bis an die Adria, wo sie sich nach Palästina einschiffen wollen.

Aharon Appelfeld, der einem breiten deutschen Publikum erst durch seine jüngst veröffentlichte Lebensgeschichte bekannt geworden ist, hat jüngst in einem lesenswerten Interview mit der Zeit darauf hingewiesen, dass er , ähnlich wie Imre Kertesz und andere, die die Lager und die Verfolgung der Juden als Kinder erlebt hätten, nicht historisch über dieses Zeit schreiben könnten, sondern seine Aufgabe sei es Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammenzubinden.

„Tzili“ muß als eines von Appelfelds gelungensten Beispielen dafür gelten. Wer seine Lebensgeschichte gelesen hat, wird in dem Kind Tzili viel Autobiographisches entdecken. „Tzili“ ist ein wunderbares Stück Prosa, das trotz allem Schrecklichen und Unsagbaren, das es be- und manchmal auch nur umschreibt, so viel Hoffnung und Überlebenswillen ausstrahlt, das es den Leser ansteckt.

Das vorliegende Buch ist der vierte Band von Romanen Appelfelds , die DTV in einer preisgünstigen und schön aufgemachten Ausgabe dem deutschen Publikum zur Verfügung stellt.

Nachdem Aharon Appelfeld mit „Geschichte eines Lebens“ nun auch breiteren Leserschichten bekannt geworden ist, steht zu hoffen, dass DTV diese Reihe fortsetzt. Bei 30 Romanen, die Appelfeld in Israel veröffentlicht hat, sollte das kein großes verlegerisches Problem sein.

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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der Mensch ist kein Wurm 24. August 2005
Format:Taschenbuch
Ob sie nun bei Katharina, einer gesundheitlich angeschlagenen Dorfdirne, oder bei sie ausbeutenden und verprügelnden Bauern Aufnahme findet, Tzili erklärt immer wieder dasselbe, und zwar, sie sei die Tochter Marias (was selbstredend nicht stimmt). Zwischendurch irrt sie im Wald umher und geht an Bächen entlang. Auf eine Jahreszeit folgt die andere. In einem Sommer trifft sie auf Mark. Mark hat es geschafft, aus einem Lager zu fliehen. Er ist ein gequälter Geist, aber in Tzilis Gegenwart kommt er einigermaßen zur Ruhe. Nach einigen Monaten hält er es jedoch nicht mehr aus, beruft sich darauf, der Mensch sei kein Wurm und geht statt Tzili im Tal Versorgung holen. Da Mark verschollen bleibt, hat Tzili bald keinen anderen Ausweg, als sich erneut in den Dienst von Bauern zu stellen, die sie - das altbekannte Lied - rücksichtslos ausnutzen und schonungslos durchprügeln. Schließlich muß sie, die von Mark schwanger ist, wieder zurück in den Wald. Als dann alles vorbei ist, schließt sich Tzili, die nicht so recht weiß wohin, einigen Überlebenden an, die, zwischen Gleichgültigkeit und Verzweiflung schwankend, zwischen Erstarrung und Ausgelassenheit hin- und hergerissen, nach Süden ziehen. Tzili wandert einfach mit. Aber das Fötus, das sie in sich trägt, überlebt es nicht und stirbt kurz vor der Geburt in ihrem Leib. Unter notdürftigen Bedingungen kommt Tzili in einem Feldkrankenhaus unter und mit dem Leben davon. Es folgt das Gerenne zum Meer. Das Warten. Das Widersehen mit Linda. Und das Zusammenpferchen in einem Schiff, das auf Palästina Kurs nimmt. Die Geschichte ist ebenso scharf wie verschwommen, ebenso einfach wie tiefschürfend. Es ist von Tzili Kraus die Rede. Im Gegensatz zu ihren zahlreichen Geschwistern legt Tzili keinerlei intellektuelle Begabung an den Tag. Das Dorf in Mitteleuropa, wo die Familie wohnt, wird bis 1942 von antisemitischen Ausschreitungen verschont. Wird also spät, dafür aber gründlich heimgesucht. Innerhalb von nur wenigen Augenblicken wird die dreizehnjährige Tzili von ihren flüchtenden Angehörigen getrennt, die sie nimmermehr wiedersehen wird. Im sich anschließenden Gemetzel wird sie wie durch ein Wunder übersehen, und von nun an leitet sie ein erstaunlicher Überlebensinstinkt, der ihr z.B. eingibt, sich als eine Tochter Marias auszugeben, einer in der ganzen Umgebung bekannten, leichtlebigen Frau. Außer, daß diese erfundene Identität glaubwürdig wirkt, hat sie den Vorteil, von ihrer wirklichen, jüdischen Identität abzulenken. Der Groll so mancher Bäuerin gegen ihre angebliche Mutter bringt ihr zwar jede Menge sühnend gemeinte Züchtigungen ein, was aber ist das schon gegen die Errettung des blanken Lebens? In dieser Erzählung weist die Prosa Aharon Appelfelds einige bemerkenswerte Eigenschaften auf: Trotz der Knappheit der Mittel, mit denen er umgeht - nur einige Zeit- und Ortsangaben werden hie und da leichthin eingestreut, es wird bloß in straffen Zügen geschildert, und die Umrisse der Mörder bleiben schemenhaft -, ist es so gut wie unmöglich, sich der Suggestivkraft der Erzählung zu entziehen. Zum anderen ist nicht nur Tzili, sondern auch etlichen anderen Gestalten eine unleugbare, innere Größe eigen. Diese innere Größe wirkt um so ergreifender und echter, als jeglicher Idealisierungs- oder gar Verklärungsversuch ausbleibt. Manche Gestalten, darunter auch Tzili, werden im Gegenteil samt ihren Schwächen und Mängeln dargestellt, mitunter in einem sogar sehr kruden Licht. Offenbar versucht der Autor nicht zu mogeln. Nichtsdestotrotz geht von seinen Gestalten, sei es individuell oder gruppenweise, anerkennungs-, wenn nicht gar bewunderungswürdiger, großzügiger Edelmut aus. Ebenso bemerkenswert ist die Hoffnungsbotschaft, die aus dieser Erzählung mit denkbar unerquicklichem Thema hervorgeht, können doch die Hauptgestalten nicht davon lassen, auch unter widrigsten Bedingungen nach einem Leben in Würde zu streben. Wer versucht, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, der stößt bald auf die autobiographische Dimension der Erzählung. Tzili, wenn es sich auch um eine weibliche Gestalt handelt, scheint nämlich Aharon Appelfeld sehr nahezustehen, der 1932 in der Bukowina geboren wurde, die Shoah überlebte und 1946 nach Palästina gelangte. Stefan Siebers' Übersetzung läßt das fein ziselierte Hebräisch erahnen, in dem das Original geschrieben ist. Jenes Hebräisch, das Aharon Appelfeld gegen die deutsche Muttersprache austauschen mußte. Und in dem sich denkwürdigerweise die reiche jüdisch-deutsche Literatur der Bukowina fortschreibt, die bereits in Paul Celans „Mohn und Gedächtnis" gezeigt hatte, sie würde wohl so bald nicht verlöschen.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Tzili, ein Mädchen, das innerhalb ihrer Familie eine Aussenseiterin ist, wird als Kind allein zurück gelassen, als ihre Familie während des Zweiten Weltkrieges flüchten muss. Von da an schlägt sie sich alleine durch. Ihr Kampf ums Überleben gleicht einem Spiessroutenlauf bis sie eines Tages Mark trifft, ein Jude, der aus einem Lager entflohen ist. Doch auch Mark ist nur eine vorübergehende Station. Tzili, in Erwartung, schliesst sich nach Ende des Krieges dem Menschenstrom an, dessen Ziel Israel ist...
Der Roman liest sich wie ein Märchen, in dem trotz der grossen Tragik so etwas wie Romantik durchschimmert. Appelfeld macht mit einer einfachen, präzisen Sprache Stimmungen spürbar und entwickelt einen beständigen Fluss. Prädikat: sehr empfehlenswert!
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