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4.0 von 5 Sternen
Neuer Stern am Prog-Himmel, 26. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Tyranny (Audio CD)
Das Debut war nett, das zweite Album schon großartig. Auf "Tyranny" vermögen "Shadow Gallery" tatsächlich sich nochmals zu steigern und liefern ein echtes Meisterwerk mit streckenweise genialen Anwandlungen ab. Daß Allman, Cadden-James & Co. offenbar auf die Bezeichnung "Konzeptalbum" nicht verzichten wollten, sei meinetwegen zugestanden, auch wenn meines Erachtens ein bloßer textlicher Zusammenhang, wie er hier vorliegt, dafür nicht ausreicht. Die Musik ist jedenfalls vom Feinsten. Während der relativ einfach gestrickte Opener "War For Sale" sich als einziger Track bereits nach einigen Durchläufen abnutzt, d.h. an Reiz verliert, legen die folgenden zwölf Nummern allesamt Zeugnis äußerst kreativer Songwriting-Sessions ab. Zwar zählen Shadow Gallery auch in technischer Hinsicht zu den Meistern ihres Fachs, die größte Stärke der Band sind aber eindeutig die grandios ausgearbeiteten Gesangsmelodien. "Out Of Nowhere", "Hope For Us?" oder das traumhaft schöne "Ghost Of A Chance" bieten keyboardlastigen Progrock der Güteklasse A. Die beiden absoluten Highlights liegen aber im epischen Bereich: Zum einen ist das "New World Order", das dank seines Spannungsverhältnisses zwischen Harmonie und furchteinflößender Stimmung eine unheimliche Intensität erreicht und durchaus als "1984"-Soundtrack vorstellbar wäre. Das symphonisch arrangierte "I Believe" mit Dream Theaters James LaBrie als Gastsänger ist dagegen ein wahres Feuerwerk verschiedenster, aufwendig zusammengeführter und ineinander gefügter Melodien. Aber auch dann, wenn Shadow Gallery weniger komplex zu Werke gehen und direkter zum Punkt kommen, büßen die Songs nicht an Charme ein ("Roads Of Thunder"). Nur den Instrumentals bzw. wenigen ausgedehnten Instrumentalparts fehlt es etwas an Ausdrucksstärke. Fazit: Ein fast durchgängig hochklassiges Album, das nicht nur in der Lage war, die Wartezeit zwischen zwei Dream-Theater-Alben zu verkürzen, sondern Shadow Gallery auch in der ersten Liga des Progrocks etabliert. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Nicht heavy, aber schön, 21. Dezember 2002
Rezension bezieht sich auf: Tyranny (Audio CD)
Wenn die zwei/drei arg ruhigen Nummern durch etwas schnellere ersetzt worden wären, würde ich sagen "Prog Metal-Scheibe des Jahres". So ist das Album im Schnitt zwar wunderschön, nie nervig, manchmal an der Grenze zum Kitsch (aber nie dahinter), irgendwie fehlt aber der letzte Kick, der mich zur Höchstnote greifen liesse. Stets hoffte ich, dass es jetzt mal abgehen und sich die Musiker wenigstens einmal so richtig austoben würden. Dazu kommt es jedoch nur ansatzweise kurz vor Schluß in "Chased". Letztendlich ist das ganze Album mit angezogener Handbremse eingespielt worden. Eher was für stimmungsbetonte Abende. Deshalb gefällt mir "Legacy" im direkten Vergleich auch besser, weil abwechslungsreicher.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Überhammer!, 29. März 2000
Rezension bezieht sich auf: Tyranny (Audio CD)
Musik muss nicht kompliziert, besonders anspruchsvoll oder gar technisch perfekt sein, um zu begeistern. Ein Glück, sonst hätten wahrscheinlich 9 von 10 Bands nach einer Prise "Tyranny" ihren Proberaum an den Nagel gehängt. Was "Shadow Gallery" mit diesem Album allerdings geschafft haben, ist Musik auf höchstem Niveau in allen Bereichen. Klar sind das alle fantastische Musiker. Doch ohne sich in einem Dickicht von Soli und krummen Takten zu verirren, treiben SG dem Hörer mal die Tränen in Augen, um ihn dann wieder wünschen zu lassen, vor Freude laut loszulachen. Die größte Stärke liegt in der Geschichte, die "Tyranny" erzählt. Nicht besonders neu zwar (Einzelkämpfer kämpft gegen das System und findet dabei seine große Liebe), doch mit einer Lyrik und so perfekt von der Musik getroffen, dass man aus einer Gänsehaut in die nächste fährt. Etwas, dass so fantastisch zusammenpasst, haben nur "Blind Guardian" mit "Nightfall on Middleearth" geschafft.
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