Tyrannosaurus Klecks ist ein hervorragendes Buch, das sowohl durch seinen Wortwitz als wie auch durch seine Illustrationen besticht.
Der kleine Tyrannosaurus Klecks ist eigentlich ein Entenschnabel Dino, ein Vegetarier, der auf Grund einer kleinen Gaunerei, einem Eierklau, im falschen Dinonest landet und schließlich ausschlüpft. Die Tyrannoeltern merken nicht, dass er keiner der ihrigen ist und betrachten ihn eher als das schwarze Schaf der Familie. Tyrannosaurus Klecks fühlt sich einsam, fehl am Platz, als er plötzlich auf wunderschöne Stimmen aufmerksam wird, die von der anderen Seite des Flusses zu ihm dringen. Anders als seine falschen Eltern, scheut er sich nicht vor dem Wasser, springt hinein und findet seine eigentliche Herde, die ihn direkt freundlich aufnimmt. Als am Abend ein Gewitter heranzieht, schlägt der Blitz in einen Baum ein, der so unglücklich über den Fluss fällt, dass er eine Brücke für die wasserscheuen Tyrannen bildet, die sich direkt freudig auf den Weg zu den Entenschnabeldinos machen, auf zum vermeintlichen Festmahl. Dem schlauen Klecks aber gelingt es, das Unheil abzuwehren. Er schlägt die Fleischfresser in die Flucht, die vom Fluss ins Meer gespühlt werden.
Das Buch ist unglaublich witzig gezeichnet und die Dialoge sind lustig und lassen erkennen, wann ein Dinokind, wann ein Erwachsener etc. spricht. Es wird gesungen und gebrüllt, geschimpft und herausgefordert und man hat beim Vorlesen richtig Spaß bei der Sache, jedenfalls dann, wenn man nicht wie der andere Rezensent der Meinung ist, dass jedes Kinderbuch mit Werten und didaktischen Inhalten vollgestopft sein muss, bzw. ein Kinderbuch in erster Linie erziehen muss. Hierzu ist folgendes zu sagen: 1. Was ist falsch daran, wenn ein Kinderbuch in erster Linie unterhalten will? Erwachsene, die gerne lesen, freuen sich, wenn sie durch ein Buch etwas neues erfahren, aber auch bei uns steht doch die Unterhaltung im Vordergrund. 2. Tyrannosaurus Klecks ist ein Buch, dass sich an kleine Kinder richtet, die durchaus etwas aus ihm lernen können, und zwar nicht nur: Gut siegt am Ende über Böse. Der andere Rezensent geht viel zu sehr von sich selber als Erwachsenem und seiner Lektüre des Buches aus und lässt sich überhaupt nicht darauf ein, dass Kinder auf Grund ihrer geringeren Efahrung notwendigerweise Bücher ganz anders lesen und verstehen: leist man das Buch als 2 oder 3jähriiger, dann lernt man, um nur einige wenige Beispiele zu nennen: dass es unter den Dinos Fleischfresser und Vegetarier gibt; dass man anders fühlen kann als die, die um einen herum leben und, dass es dafür eine Erklärung geben kann; dass man sich eingeschüchtert fühlen kann, wenn andere um einen herum skrupellos sind oder ständig an einem herummäkeln; dass man sein eigenes Lied anstimmen kann und nicht im Takt der anderen tanzen muss; man kann lernen dass man nicht nur mit überragender Körperkraft, scharfen Krallen und durch Einschüchterung an sein Ziel gelangt, sondern auch durch Intellekt; ganz davon abgesehen können Kinder ihr Sprachgefühl durch die Reime stärken; ...
Mein Sohn hat das Buch ca. einen Monat vor seinem dritten Geburtstag geschenkt bekommen, mittlerweile ist er 3 Jahre und 3 Monate alt und liest das Buch genauso gerne wie am ersten Tag! Und tatsächlich, holt er es fast täglich aus seiner ziemlich umfassenden Bibliothek hervor, um es sich noch ein weiteres Mal vorlesen zu lassen, wobei er gerne den Reim vervollständigt, wenn ich ihn erwartungsvoll ansehe.