Im Unterschied zu seinen Lehrbüchern, in welchen Hans Peter Willberg typografisches Wissen systematisch vermittelt, erlaubt er sich in Typolemik/Typophilie den Plauderton, der nicht auf ein bestimmtes Ziel zusteuert, sondern Streiflichter auf das wirft, was den Autor über 50 Jahre in seiner Branche beschäftigt und bewegt hat. Er beurteilt seine Fachkollegen wie sich selbst. Er erinnert sich, wie das letzte halbe Jahrhundert auch die Typografie erschüttert und bewegt hat. An den meist kurzen Aufsätzen, erkennt man zwar auch den Lehrer und den Lehrer von Lehrern, aber besonders den Lernenden, der auch nach 50 und mehr Jahren Berufserfahrung noch bereit ist, Neues aufzunehmen und dazuzulernen.
Über Willbergs typografisches Wissen braucht kein Wort verloren zu werden, das ist evident. In diesem Buch zeigt er sich darüber hinaus als Mensch, der seinen Beruf liebt. Die Art, wie er das tut, ist unvergleichlich; völlig unsentimental, aber doch berührend. Wer Typografie nicht (nur) lernen will, sondern verstehen, vielmehr erfühlen, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt.