Nein, nicht schon wieder. Ein Buch von diesen selbst ernannten Spezialisten für Kommunikation. Doch immer mit der Ruhe und erst mal reinschauen in „Typisch!“ Oder in der beigefügten CD-ROM rumstöbern, wo kurz und knapp, dazu noch pointiert die Intention auf den Punkt gebracht wird. Da kann man eine Menge erfahren über die „Potenziale erlebter Kommunikation“. Ein Titel, der sich quasi an alle richtet. An die Entscheider in der Wirtschaft, an die Medienschaffenden und den Rest, der mit diesem Wissen, wenn er es denn umsetzt, alltagstauglicher und damit erfolgreicher wird. Zu empfehlen ist die Lektüre auch allen, die mit dem Gedanken spielen, sich selbstständig zu machen.
Und so kann der Leser sich einzelne Kapitel, der gut ein Dutzend Autoren, rauspicken. „Der Mensch steht im Mittelpunkt“ zeigt die vielfältigen Möglichkeiten der verbalen Kommunikation auf innerbetrieblicher Ebene auf. Als gutes Beispiel nonverbaler Kommunikation sei das Kapitel „Kleider machen Leute" empfohlen. Klar werden die meisten sagen, alles schon mal gehört. Wer sich dann aber die Mühe macht und das ist das schwierigste, selbstkritisch die gar nicht so neuen Erkenntnisse an sich überprüft, wird so manches feststellen, dass dringend einer Verbesserung bedarf.
Die Autoren sind keine reinen Theoretiker oder Ideologen, denn fast alle können auf eine handwerkliche und akademische Ausbildung zurückblicken. Die Summe von beidem spiegelt sich in den Texten wider. Gemeinsam ist ihnen, so unterschiedlich ihre Arbeitsfelder auch sein mögen, das Menschenbild, das ihren Erkenntnissen zugrunde liegt. Der Mensch, in diesem Fall der Mitarbeiter, steht im Mittelpunkt. Das mag für die Herren aus der Chefetage zunächst eine bittere Pille sein. Da kommt denen der Unternehmensberater erstmal wie ein Pfarrer vor. Hören sie genau zu, merken sie schnell, was dahinter steckt. Denn für beide Seiten ist diese Vorgehensweise ein Gewinn. Bezieht man die Beschäftigten in Planungsprozesse mit ein, so fühlen sie sich ernstgenommen und werden in Zukunft motivierter sein. Ein weiterer Pluspunkt: Die Praktiker aus den Abteilungen kommen mit vielen sehr sinnvollen Vorschlägen und Ideen, die ein Abteilungsleiter oder eine externe Unternehmensberatung gar nicht mitbringen kann. Besonders wichtig ist dieses Verfahren, wenn Umstrukturierungsmaßnahmen im Unternehmen anstehen. Nichts kann die Motivation von Mitarbeitern stärker lähmen, als das sie davon aus den Medien erfahren. Angst geht um, berechtigt oder nicht. Mit einer funktionierenden innerbetrieblichen Kommunikation lassen sich solche Konfliktsituationen abmildern oder sogar vermeiden.
Zu dem Menschenbild der Autoren gehört aber zunächst auch das Finden der eigenen Identität. So sind sie der Überzeugung, dass die Außenwirkung schon entscheidenden Einfluss auf den positiven oder negativen Verlauf eines Gesprächs hat. Es ist ja offensichtlich und deutet für den Betrachter auf eine gewisse Zügellosigkeit hin, wenn man mit der Figur etwas aus den Fugen geraten und die Kleidung so eng ist, dass man aussieht wie die Wurst in der Pelle. Oder bei der Farbwahl voll daneben liegt. Als Beispiel wird hier eine Rothaarige in einem pinkfarbenen Kostüm genannt. Und die richtige Außenwirkung erreicht man nur, wenn das Outfit vom Scheitel bis zur Sohle dem Typ entspricht. Wem dies nicht gelingt, dem bleibt nichts anderes übrig als in eine sach- und fachgerechte Beratung zu gehen. Im Normalfall gelingt es dann, die positiven Eigenschaften zu verstärken und die Schwächen zu kaschieren. Ein Pluspunkt mehr also auf dem Weg zum individuellen Gesamtkunstwerk.