Zynismus ist die Kunst, die Dinge so zu sehen, wie sie sind, und nicht, wie sie sein sollten. (Oscar Wilde)
Der Deutsche an sich (und das schließt aktuell eben Ost und West ein) neigt nicht dazu, die Dinge so zu sehen, wie sie sind.
Anstatt einen Grundstein für die in den 40 Jahren der Teilung verlorengegangenen Verständigung zu legen, benutzen der Großzügige (West)und der Übervorteilte (Ost) gerne eben jene Gemeinplätze, die in diesem Buch so vortrefflich aufgeführt sind.
Ich habe mich beim Schmunzeln in den Kapiteln "West gegen Ost" ertappt, da ich viele Sprüche von Westlern mit eigenen Ohren gehört habe (und überstanden habe).
Bei den Kapiteln "Ost gegen West" hat mich die Art überzeugt, in der A.Elis die Anpassung des Durchschnittszonis nach der Wende beschreibt.
Wer sich gerne einredet, Stereotypen im Umgang zwischen Ost und West wären nach den Jahren des Zusammenwachsens passé, dem sei von diesem Buch abgeraten.
Wer lustvoll Sticheleien in beide Richtungen ertragen kann und ein Nachschlagewerk mit den treffendsten (aktuellen) Plattitüden sucht, sollte zugreifen.
Eine leichte Kost, die schwer im Magen liegt.