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Tynset.
 
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Tynset. [Taschenbuch]

Wolfgang Hildesheimer
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 268 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp; Auflage: 4 (August 1992)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518384686
  • ISBN-13: 978-3518384688
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 10,6 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 673.294 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Tynset - das ist der magische Pol eines exzessiven Monologs, in dem ein Ich-Erzähler in einer langen schlaflosen Nacht das Inventar seines Lebens und seines Bewußtseins ausbreitet.

Über den Autor

Wolfgang Hildesheimer, geb. am 9.12.1916 als Sohn jüdischer Eltern in Hamburg, verlebte seine Kindheit in Hamburg, Berlin, Cleve, Njimegen und Mannheim. Nach der Machtergreifung Hitlers musste er 1933 mit seinen Eltern über England nach Palästina emigrieren. In Israel absolvierte er von 1934-37 eine Tischlerlehre und wurde in Möbeldesign und Innenarchitektur unterrichtet. 1937-39 studierte Hildesheimer in London Malerei und Bühnenbildnerei an der Central School of Arts and Crafts. Während dieser Zeit hielt er sich auch in Cornwall auf; nach seiner Rückkehr nach Palästina 1939-42 als Englischlehrer am British Council in Tel Aviv und bis 1946 als Informationsoffizier in Jerusalem tätig. Bei den Nürnberger Prozessen arbeitete Hildesheimer als Simultandolmetscher (1946-49), nach 1948 als Redakteur ihrer gesamten Protokolle. Danach zog er sich für vier Jahre an den Starnberger See zurück, wo er zu schreiben anfing und als Maler seinen Lebensunterhalt bestritt. 1957 siedelte Hildesheimer ins schweizerische Poschiavo/Graubünden über, wo er am 21.8.1991 verstarb. Bereits 1983 hatte der Autor bewusst aufgehört, literarische Texte zu schreiben. Danach widmete er sich vorwiegend seinen Grafiken und Collagen. 1966 erhielt Hildesheimer den Georg-Büchner-Preis. Zu den weite

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Klingende Seiten... 15. September 1999
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Von vielen Büchern wird behauptet, sie wären nach einem bestimmten musikalischen Muster aufgebaut. "Kontrapunktisch erzählt", "Der Autor beherrscht die Erzähl-Kunst der Fuge" usw. "Tynset" ist eines der Bücher, für die diese Kunst-übergreifende Kompositionsidee tatsächlich zutrifft. Der Roman gipfelt in einer Sprach-Fuge, wie sie ausgefeilter wohl niemals komponiert worden ist. 7 Stimmen, die nacheinander einsetzen, schrauben die Spannung des Werkes auf einen grausamen Höhepunkt zu...

Das Werk handelt von Schuld, von Schuldlosigkeit, von Erinnerungen an Schuld. Der Erzähler liegt in einem überdimensionalen Bett, was noch aus dem Mittelalter übriggeblieben ist (ein Massen-Schlaf-Bett, in dem er nun allein liegt), und reflektiert Stationen seiner Schuld bzw. Unschuld.

Viele Geschichten tauchen auf, verwehen wieder, tauchen wieder auf, verschwinden im Nichts. Grandiose Bilder (der Vergleich des Hahnenrufes mit dem Anfang der fünften Sinfonie Beethovens!) wechseln mit innerer Verlorenheit, äußerer Verlogenheit.

Ein wahnsinnig gutes Buch, was Hildesheimer da auf dem Höhepunkt seines Schaffens verfaßt hat. Im Zusammenhang mit "Marbot. Eine Biografie" und "Masante" verrät es auch sehr viel über den Autor selbst. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die Lehre von der Leere 28. Juli 1999
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
In Tynset versucht Wolfgang Hildesheimer, so scheint es jedenfalls, den Spagat zwischen verschiedenen Kunstformen: der Literatur und der Musik. So schreibt er selbst später einmal zu dem Thema, Tynset sei sein "musikalischstes" Buch. Auch wenn Tynset natürlich ein Buch ist - der Inhalt ist Musik, und zwar sehr dunkle, schwere...

Über verschiedene Geschichten aus dem Leben eines Einzelgängers findet Hildesheimer den Einstieg in einen ungeheuer fesselnden Roman. Der Hauptheld, der ruhelos in seinem Haus umherirrt, um den Schlaf zu finden, den er schon lange sucht, erinnert sich vergangener Tage, "damals, als ich noch in der Stadt lebte. Und in Deutschland". Parallelen zu Hildesheimers Biografie sind unübersehbar, und wie so oft endet das Buch tragisch. Die Suche mit dem Fernrohr nach der Leere zwischen allem, die man nie finden wird (weil man mit einem schärferen Fernrohr immer wieder irgendwelche Sterne erblickt), ist bezeichnend für alle Themen des Buches, die übrigens unübersehbar umfangreich sind. Sehr phantasievoll: Die Geschichte von den Hähnen in Athen, die der Held (auf der Akropolis stehend und krähend) aus dem Schlaf weckt und damit einen unglaublichen Effekt auslöst. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Aus tiefster Traurigkeit 29. November 2010
Von Bücherkeule TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
'Tynset' ist ein Ort im Niergendwo irgendwo im Norden. Ein Ort der Sehnsucht, den der Erzähler zuletzt doch nicht aufsuchen wird. Tynset, das klingt nach Glocke aus Blech, nach Totenglöcklein. Und dieser Ton ist die musikalische Note, die als Cantus Firmus durch das gesamte Werk läuft: Tod und Schuld. Dramatischer Höhepunkt dieser Todesfuge ist eine Fiktion des Erzählers, zusammengesponnen auf einem ererbten Bett, erzählt in der ineinandergewebten Art einer Fuge: Im frühen Sommer des Jahres 1522, so phantasiert der Erzähler, treffen in einer Herberge in der Grafschaft Cheshire Reisende ein, von denen einer den Tod in Form der schwarzen Pest in sich trägt. Während sich die nackten Leiber im dunklen Bett schamlos aneinanderdrängen in der Erwartung erregender Abenteuer, springt der Tod auf alle über, und von dort übers Land.

Der Erzähler ist ein Schlafloser. Nachts irrt er durch sein Haus und durchmisst dabei den ganzen Hildesheimerschen Kosmos: Hamlets Vater ist dem Nachtwandelnden ein treuer Gefährte, Mozart wird, wenn nötig, zitiert. Ausflüge ins Gotische finden sich in der Form einer alptraumhaften Sequenz einer nächtlichen Abschiedsfeier. Ausflüge in die trübere Realität der jungen deutschen Republik finden auf schlechten Nebenstrassen statt. Und die Grundschuld dieses jungen Deutschlands wird in der humorvollen Sequenz entlarvt, als der Erzähler nächtens Wildfremde anruft und sie zur Flucht mahnt, bevor es zu spät sei - und nicht nur einer der so gewarnten verreist noch in derselben Nacht für immer.

'Tynset' ist ein intellektualistisches Spiel auf den Tasten von Schuld, Tod und Lebensschmerz. Der Ton des Buchs ist düster, auch wenn wenige heitere Momente, vor allem aber die schiere Lust am Spiel mit Form und Wort, Oberhand gewinnen. 'Tynset' wird mit Fug und Recht (auch vom Autor selbst) als das muskalischste seiner Werke bezeichnet. Auch wenn das geschriebene Wort weit weg ist vom komponierten Ton - am besten liest man dieses komplexe Werk, in dem zahlreiche Gedankenstränge wie Musiklinien ineinander verwoben werden, wie man ein Stück Musik hört: Mit unbedingter Aufmerksamkeit und dem Bewusstsein, dass nicht alles Bedeutung ist, was Klang hat.
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