Ein ganz ganz wichtiger Film über das Sterben, den Tod, das Leben und über Familienbande.
Anita Bergman ist eine starke Frau, die auch angesichts des nahenden Krebstodes nicht aufgibt, um Würde und Selbstbestimmung zu kämpfen und den Menschen, die ihr wichtig sind, Botschaften mit auf den WEg zu geben. Da ist ein Film, den sie mit Hilfe ihres Sohnes Keith erstellt, auf dem sie ihren erwachsenen Kindern Rede und Antwort steht zu solchen Fragen, wieso sie sich hatte scheiden lassen oder ob sie ein Lieblingskind hatte. Und sie bestimmt, was mit ihren Dingen geschehen soll und dass ihre Asche auf dem Grab ihres Vaters verstreut werden soll.
Die Kinder gehen ganz unterschiedlich mit der sterbenden Mutter um. Die Tochter setzt sich mutig und pragmatisch mit dem Thema Sterben auseinander und nimmt auch fremde Hilfe in Anspruch. Sie bleibt dabei immer realitätsnah und zeigt ihre Gefühle.
Die Söhne lassen alte Geschwisterfehden wieder aufleben, wer der Lieblingssohn sei, und sind auch sonst zunächst nicht immer zu gebrauchen. Der Älteste muss zunächst seine Aversion überwinden, auch mal Bettwäsche von Erbrochenem zu säubern. Der Jüngste hat mehr Probleme mit seiner Frau, die sich von der Familie ausgeschlossen fühlt und die, wo es geht, Schwierigkeiten macht. Keith, der anscheinend keine Gefühle zeigen kann, ist der, der am ehesten die Situation verkennt und verdrängen will. Er weigert sich, die Eventualität des Todes in Erwägung zu ziehen, beruft sich auf seine Zen-Lebensphilosophie, die nur im Hier und Jetzt verweilt. Dabei verpasst er, sich der Unausweichlichkeit des Sterbens zu stellen, sieht sogar im sehr langsamen Siechtum der Mutter einen einsetzenden Heilungsprozess.
Er ist es dann auch, der am Ende am erschüttertsen ist und am zerbrechlichsten wirkt.
Der Film ist sehr ehrlich, nie kitschig und in einigen Momenten wohltuend lustig. Toll ist das Abendessen mit Spare Ribs und natürlich der Rabbi-Assistent. Klasse! Mehr will ich hier nicht dazu verraten, anschauen!
Der Cast ist exorbitant. Die großartige Sally Field, ein charismatischer Ben Chaplin als emotionsphober Keith und die anderen Schauspieler ergeben ein hochklassiges Ensemble!
Ein ruhiger, berührender, wichtiger Film über ein Tabu-thema!