Als vor 3 Jahren Natasha Khans Debut Fur & Gold als Bat For Lashes erschien, konnte sich die Britin mit pakistanischen Wurzeln über Vergleiche mit Björk und Kate Bush freuen (über den mit Dido vielleicht weniger), begründet durch leichte vokale Ähnlichkeiten und den Eindruck, dass hier eine weitere Dame mit einer ganz eigenen Vision daherkam - und diese auch noch, Prince-artig, musikalisch fast im Allleingang umzusetzen wusste. Two Suns folgt der eingeschlagenen Route weitgehend. Besonders gut gelungen sind das folkige Sleep Alone" mit seinen elektronischen Einsprengseln, Piece of Mind", mit schönem Sprechgesang und Gospelchor, und der folgende Siren Song, der durch den Gegensatz von Marschrhythmus und vokaler Exaltation zu überzeugen weiss. Andere Nummern, etwa die erste Single Daniel" mit ihrem öden Beat fallen dagegen ab und insgesamt lässt sich der Eindruck nicht abschütteln, als würde Produzent David Kosten (der selbst unter dem Namen Faultline einige düstere Alben veröffentlichte) ein wenig zu sehr auf Chartsplazierungen hinarbeiten. Diese Vorbehalte werden allerdings durch die elegische Schlussnummer The Big Sleep" mehr als ausgeglichen, für die Khan das Kunstück gelang, keinen geringeren als Scott Walker für einen raren Gastauftritt zu gewinnen. Ein Geniestreich, denn dank seiner Hilfe endet das Album mit 3 magischen Minuten, die dem ergriffenen Rezensenten locker einen Extrapunkt wert sind.