Der ledige Mittdreißiger Charlie Harper hat alles, was sich ein Mann erträumt: ein gutes Äußeres, einen sündhaft teuren Wagen in der Garage und eine Traumvilla am Strand von Malibu, in der er regelmäßig mit den schönsten Frauen der Stadt schläft. Arbeiten muss er kaum, denn die Werbejungles, die er praktisch im Schlaf komponiert, sichern ihm ein sehr gutes Einkommen. Doch sein Luxus-Lotterleben, das hauptsächlich aus Zigarrenrauchen, Glücksspielen, Margeritas zum Frühstück und heißem Sex besteht, gerät durcheinander, als sein Bruder Alan vor der Tür steht. Der neurotische und kleinkarierte Chiropraktiker leidet nicht nur unter der Tatsache, dass niemand in ihm einen vollwertigen Arzt sieht, sondern er wurde von seiner Frau Judith aus seinem eigenen Haus geworfen und finanziell von ihr bis aufs letzte Hemd ausgezogen. Charlie nimmt ihn widerwillig bei sich auf. Am Wochenende ist regelmäßig Alans Sohn Jake zu Besuch. Der bauernschlaue Zehnjährige ist aufgrund seiner Faulheit leicht übergewichtig, nicht besonders gut in der Schule und sitzt am liebsten auf dem Sofa, um Videospiele zu spielen. Doch zwischen Jake und Charlie entwickelt sich eine besondere Freundschaft, denn Charlie genießt es, anders als sein tugendhafter Bruder, Jake richtig auf das wahre Leben vorzubereiten und was es wirklich mit den Frauen auf sich hat - sehr zum Unwillen von Alan und Judith, die es gar nicht gern sehen, dass Charlie den Jungen "moralisch verdirbt" und ständig halbnackte Frauen durch die Villa springen. Weitere Gäste sind Charlies Putzfrau Berta, eine dicke Zynikerin mit Knasterfahrung, die Nachbarin Rose, eine von Charlie nach einer heißen Nacht Abservierte, die ihm seither hinterherstellt und trotz Unterlassungsklage im Haus ein- und ausgeht ("Rose, wie kommst du immer wieder in mein Haus? Ich habe schon zehnmal das Schloss ausgewechselt." "Du hast zwar das Schloss ausgewechselt, aber nicht den Schlosser."), sowie die herrische und nymphomane Evelyn, die Mutter von Charlie und Alan, die bereits vier Ehemänner verschliss und sich permanent einredet, bei der Erziehung ihrer Söhne absolut nichts falsch gemacht zu haben.
Ganz klar, "Two and a half Men" ist für mich mit Abstand die beste Sitcom des neuen Jahrtausends. Sie hat wunderbar witzig gezeichnete Charaktere und knallige Dialoge im Übermaß zu bieten. Besonders herausragend ist dabei Charlie Sheen, einen Schauspieler, den ich bis dato nie richtig mochte. Sheen spielt sich praktisch selbst. Das tut er mit soviel Sympathie und Coolness, dass jeder Dialog zum Höhepunkt wird. Hilfreich in dieser Hinsicht ist hier auch sein genialer deutscher Synchronsprecher Benjamin Völz, die unterkühlte deutsche Stimme von David Duchovny aus "Akte X", die zu Charlie Sheen einfach super passt.
Einen Stern Abzug gibt es allerdings, weil die erste Staffel noch nicht ganz so schwungvoll wie die folgenden ist und wegen des falschen 4:3-Bildformats, denn schon diese Staffel wurde in 16:9 gedreht, was man bei genauem Hinsehen auch merkt. Ansonsten sage ich: lernen Sie mit diesen vier DVDs die derzeit witzigste TV-Serie kennen.