Die Rainbirds sind tot - es leben die Rainbirds!
Im Grunde war der Name Rainbirds ohnehin immer nur ein Synonym für Katharina Franck, die charismatische Frontfrau und Songwriterin der Band. So traurig der Weggang der früheren Bandmitglieder auch sein mag, so undramatisch war er im Grunde genommen auch.
Mit diesem dritten unter dem Namen Rainbirds vertriebenen Album beginnt Katharina Francks Zusammenarbeit mit der Keyboardvirtuosin Ulrike Haage und gemeinsam stoßen die beiden in völlig neue, avatgardistische Klangdimensionen vor, die vielleicht manchen Altfan, der Songs im Blueprint - Stil erwartet, zunächst vor den Kopf stoßen mögen, aber für offene, unvoreingenommene Ohren nicht weniger als perfekt produzierte Kunstwerke sind, von denen man nicht mehr genug bekommt.
Dem geneigten Hörer entfaltet sich eine blühende Landschaft athmosphärischer melancholisch - magischer Klänge, die im hellen Licht von Katharina Francks lupenreiner Stimme erstrahlen, wie eine Supernova am Nachthimmel.
"Two Faces" ist mit großem Abstand das beste Popalbum, das ich jemals gehört habe. Leider wurde der Besetzungs- und Stilwechsel von weniger aufgeschlossenen Leuten und Radiostationen nicht so gut aufgenommen, was aber wirklich niemanden vom Kauf dieses brillianten Albums abhalten sollte, genau so wenig, wie es Frau Franck und Frau Haage davon abgehalten hat, noch DREI weitere schöne Platten aufzunehmen, die ich bei der Gelegenheit ebenfalls wärmstens empfehlen möchte.