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Produktinformation
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Den Tod seiner Schwester vor 14 Monaten scheint David dabei überwunden zu haben. Dennoch fühlt er sich einsam und tröstet sich darüber mit einer jungen Zufallsbekanntschaft namens Rebecca hinweg. (Er ahnt jedoch noch nicht, auf wen er sich da eingelassen hat.) Noch während sich Rebecca in seiner Wohnung einnistet, kommt ihm eines Nachmittags seine Brieftasche abhanden. Sie scheint ihm gestohlen worden zu sein. Das bestätigt sich bald, als ein wildfremder Junkie versucht, ihn zuerst um einen Finderlohn und dann mit einem Foto seiner Schwester zu erpressen. Damit nimmt die Katastrophe ihren Lauf ...
Jason Starr zu lesen, das ist wie der Gang über die dünne Eisschicht eines frisch zugefrorenen Sees. Das Verhalten seiner Figuren mag mitunter ein wenig unglaubwürdig wirken, doch bereits im nächsten Augenblick ähneln ihre Handlungsweisen rasiermesserscharf den Dummheiten, die man selbst schon einmal begangen hat. Mit einer gewissen Vorahnung möchte man auch in Twisted City dem Helden mehr als einmal zurufen: Mach das nicht!
In einer Mischung aus groteskem Großstadtrealismus und schwarzem Humor führt uns Jason Starr erneut vor, wie ein durchschnittlicher Angestellter mit seinen eher banalen beruflichen und privaten Problemen an den Rand des Abgrunds gerät. Seine Protagonisten sind aber keineswegs nur Verlierer oder Opfer unmöglicher Situationen. In ihrem Fühlen und Handeln, das stets zu den entscheidenden Fehlern ihres Lebens führt, bieten die zunächst recht sympathisch gezeichneten Figuren der Bösartigkeit ihrer Umwelt die Stirn -- nicht ohne ihrerseits äußerst finstere Züge an den Tag zu legen.
Bei Jason Starrs hintergründigen Romanen beschleicht einen das Gefühl, als sei eine von Franz Kafkas Figuren in New York gelandet. So ist auch Twisted City wieder ein kleines Meisterwerk des schwarzen Humors, das sich vor allem Liebhaber kleiner Katastrophen nicht entgehen lassen sollten. --Christian Koch -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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„Twisted City" ist mehr als eine unterhaltsame Geschichte über Leben und Sterben in New York. Bei jedem Schritt des Protagonisten denkt man; „nicht doch...". David Miller, etwas über dreissig, ist Journalist und der Typ Mann, der halt eher einmal „Ja" als „Nein" sagt und darum sein Leben vor allem von anderen bestimmt wird. Da wäre seine Freundin Rebecca, die mit seinen Kreditkarten Partys und Drogen finanziert und auf seine Kosten in seiner Wohnung tut und lässt, was sie gerade will. Weiter ist da Sue, eine kleine Drogenabhängige, die anscheinend Millers Brieftasche gefunden hat und ihn jetzt erpresst, sie zurück zu bekommen. Die Story nimmt eine unerwartete Wendung, als bei der Geldübergabe plötzlich Sue's Liebhaber ins Spiel kommt. Und wieder denkt man: Hätte es David doch nur gelassen!
Starr, der vor „Twisted City" 4 Romane geschrieben hat, ist bekannt für seine schnörkellose, spannende Sprache die das wirkliche Leben schildert, interessante Charaktere formt und überzeugende Dialoge darstellt. Der selber in Brooklyn aufgewachsene Schriftsteller schreibt über die US-Mittelklasse, meistens aus New York, wo Starr heute noch selber wohnt, und formt so eine neue Art von schwarzen Psychothriller. Vermischt mit einer schnellen Abfolge verschiedener Schicksale, Gefühlslagen und Launen seiner Charaktere, erinnert er an die grosse Patricia Highsmith. Sein Protagonist, David Miller, fällt durchs Soziale Netz, hinein in die Tiefen der menschlichen Psyche bis hin zum illegalen Treiben. Das fasziniert als Aussenstehender.
Starr schreibt unkompliziert, direkt und einfach. Damit vermag er keine wirkliche Poesie zu erzeugen, dafür ist sein „Twisted City" unterhaltsam, spannend und liest sich in einem Zug. Die Geschichte nimmt einige unerwartete Wendungen, wobei Starr mit seiner nüchteren Analyse im Nacherzähl-Stil Spannung aufbaut bis zum unausweichlichen Krimihöhepunkt. Während dem Lesen fühlt man sich der Erzählung so nahe, dass man doch um Himmelswillen eingreifen möchte. Man fühlt sich kräftelos wie in einem Traum und wünscht sich am Schluss nur noch: „mehr!".
Das setzt sich so weit fort, dass einem dieser anfangs sympathische Mensch immer suspekter wird, je mehr man über seine Vergangenheit efährt. Er gerät in einen Strudel aus negativen Handlungen und Gefühlen, aus denen es zwar immer irgendwie einen Ausweg zu geben scheint, welche aber zunehmend größere Opfer fordern.
Starr hat hier einen sehr spannenden Thrillervorgelegt, der das New Yorker Mittelklasse Milieu sehr schön aufgreift und einen langsam aber sicher an der Hauptfigur verzweifeln lässt.
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