Handlung
Als Bella zu ihrem Vater, Polizeichef im Küstenort Forks, zieht, schließt sie an ihrer neuen Highschool schnell Freundschaften. Nur der coole Edward ' bleichgesichtig schön wie eine griechische Statue ' verhält sich distanziert. Dabei fühlt er sich unwiderstehlich von Bella angezogen, doch befürchtet er, sie im Blutrausch zu töten, denn Edward ist wie der Rest seiner Familie ein Vampir. Alsbald kommen sich die Teenager dennoch näher. Als ein durchreisendes Trio von Blutsaugern auf der Bildfläche erscheint, gerät Bella in Lebensgefahr.
Unterschiede Buch/Film
Die Unterschiede sind hier zum Teil recht groß. Einiges wurde gar nicht umgesetzt, andere Sachen sind einfach hinzugekommen, die es im Buch nicht gibt ' allerdings fand ich dies nicht allzu schlimm, da man die Geschichte dennoch erkennen kann.
Neu hinzugekommen sind hier Szenen in einem Restaurant, welches es im Buch nicht gibt. Charlie und Bella treffen sich nach der Schule bzw. der Arbeit hier, um gemeinsam zu Mittag zu essen, was beinahe täglich vorkommt. Das ist zwar etwas, was ich jetzt nicht unbedingt gebraucht hätte, aber es ist nochmal gut zu erkennen, wie unsicher Vater und Tochter immer noch miteinander umgehen.
Recht enttäuschend empfand ich im Film die Lichtung, in der Bella und Edward sich ihre Liebe gestehen. Im Buch wurde dies als wahnsinnig romantisch, bunt und weit abgelegen beschrieben, im Film war dies jedoch ernüchternd. Die Lichtung war für mich weder romantisch, noch etwas besonderes. Ein weiterer Punkt, der mich gestört hat, ist die Tatsache, dass Alice hier viel zu kurz kommt. Am Ende des Buches wird etwas über Alice' Vergangenheit verraten, u.a. auch, wer sie damals verwandelt hat. Für mich war das im Buch ein wichtiger Punkt, da ich Alice dadurch viel besser verstehen und einschätzen konnte. Was ebenfalls gefehlt hat, aber für mich jetzt nicht sooo wichtig war, sind die vielen Cafeteria-Szenen zwischen Bella und Edward, in denen sie sich von den anderen Mitschülern entfernen, um sich besser kennen zu lernen.
Einen Pluspunkt gibt es allerdings für sämtliche Emotionen, die gut auf die Leinwand transportiert wurden. Das Buch lebt von seinen vielen Emotionen: Sehnsucht, Zweifel, Melancholie. In nahezu jeder Szene ist die Melancholie zu spüren, sodass die Atmosphäre fast perfekt war.
Insgesamt kann man schon sagen, dass der Film trotz mancher Unterschiede ziemlich gut umgesetzt wurde.
Schauspielerische Leistung
Hätte ich mir damals, als ich das Buch gelesen habe, die Schauspieler für die Film aussuchen können, wären es mit Sicherheit nicht Robert Pattinson und Kristen Stewart geworden. Beide fand ich von Anfang an mehr als deplatziert und hätte mir lieber andere Schauspieler gewünscht. So hatte ich bei Edward immer wieder den Schauspieler Shane West vor Augen und mir bei Bella jemanden wie Claire Danes (auch wenn diese für die Rolle viel zu alt ist) oder Leighton Meester erhofft. Jetzt, wo ich den Film zum ca. fünften Mal gesehen habe, kann ich mich jedoch langsam an Kristen Steward und Robert Pattinson gewöhnen.
Zwar finde ich Gestik und Mimik einer Kristen Stewart immer noch furchtbar, finde sie bei weitem aber nicht mehr so schlimm wie beim ersten Mal. Auch Robert Pattinson wird immer mehr zu meinem Edward. Beide geben auf der Leinwand (und auch privat) ein gutes Paar ab und harmonieren nahezu perfekt miteinander. Auch ein Taylor Lautner, der hier in die Rolle von Jacob Black schlüpft, konnte mich nicht ganz von sich überzeugen. Zwar passt er optisch perfekt in die Rolle, aber seine schauspielerische Leistung ist noch steigerungsfähig. Der Film lebt für mich in erster Linie durch die wunderbaren Nebendarsteller, die ich allesamt großartig fand.
Jackson Rathbone, Ashley Greene, Nikki Reed und Kellan Lutz, die hier als Edwards Geschwister ihren mehr oder weniger großen Auftritt haben, konnten mit Witz, Charme und der nötigen Melancholie überzeugen. Alle vier spielen sogar so gut, dass ich ihnen eine größere Rolle gewünscht hätte. Auch Billy Burke, der Bellas Vater verkörpert, ist mein perfekter Charlie. Seine Mimik ist absolut wunderbar, die der Buchfigur gerecht wird. Seine trockene, stellenweise leicht gleichgültige Art, haben mich so manches Mal zum Schmunzeln gebracht.
Ebenfalls gut verkörpert wurden die Nomaden Victoria, James und Laurent. Alle Drei strahlen die nötige Gefahr und Unberechenbarkeit aus, die man von den Buchfiguren gewohnt war. Lediglich von Bellas Mitschülern war ich ein wenig enttäuscht und habe mir andere Schauspieler gewünscht, aber dennoch konnte ich mit den fünf Jungschauspielern gut leben. Sehr schön fand ich auch den kleinen, aber feinen Gastauftritt von der Buchautorin Stephenie Meyer, die im Diner an der Theke an ihrem Laptop arbeitet.
Insgesamt kann man hier sagen, dass die Hauptdarsteller noch an sich arbeiten müssen, während die Nebendarsteller allesamt mit ihrem Können, Charme und Witz überzeugen konnten.
Soundtrack
Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Zum einen gibt es einen ganz 'normalen' Soundtrack, auf dem die jeweiligen Songs im Film vertreten sind, zum anderen gibt es da noch den Instrumental-Soundtrack von Carter Burwell, der u.a. schon für die Musik von "No Country for Old Men", "Being John Malkovich" und "Blind Side" zuständig war.
Auf dem gemischten Soundtrack findet man u.a. "Leave out all the rest" von Linkin Park, "I Caught Myself" von Paramore und 'Supermassive Black Hole' von Muse. Als kleines Highlight können sich Fans von Robert Pattinson freuen, denn auch er ist auf dem Soundtrack mit 'Never think' vertreten.
Fazit
Insgesamt ist "Twilight - Bis(s) zum Morgengrauen" eine ganz nette Verfilmung, die dem Buch gerecht wird. Zwar sind hier viele langatmige Szenen vorhanden, auf die ich gerne verzichtet hätte, aber dennoch wurde ich in den knapp 120 Minuten gut unterhalten. Die Schauspieler haben sich zum Ende hin immer mehr in ihre Rolle eingefunden, sodass man auf die Weiterentwicklung in den nächsten Filmen gespannt sein kann. Dieser Film ist ein Muss für jeden Fan!