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Überhaupt ist das Songprogramm ungewöhnlich: Jimi Hendrix(!), Jeff Buckley(!!), Radiohead(!!!), Cole Porter, Standards wie besagtes "Singin' in the rain" oder "Blame it on my youth". Sehr gewagt, oder? Dabei klingt nichts, aber auch gar nichts, abgenutzt und ausgeleiert, vielmehr pustet Cullum eine höchst erfrischende Brise durch die moderne Jazzlandschaft, und das ohne einen einzigen schwachen Moment auf dem gesamten Album. Anspieltipp: "I could have danced all night" (aus "My fair lady"), das eine aberwitzig transformation in einen gefährlich-percussiven Groove durchmacht.
Cullums eigenes Material rundet die Songsammlung bestens ab und ist ebenfalls ganz formidabel, wie das Titelstück "Twentysomething" mit einem wunderbar deftigen Swing belegt. Der junge Meister spielt daneben vortrefflich Klavier, Orgel und Akkordeon. Produziert wurde das Album von Stewart Levine in audiophiler Manier, die bewusst gewählte analoge Aufnahmetechnik kommt der überwiegend akustischen Instrumentierung sicher zugute. Der Klang ist sehr organisch und geschlossen, ungekünstelt und enorm druckvoll, mit einer plastischen Abbildung der Stimme.
Alles in allem ein Volltreffer!
Wer nun denkt, das ist aber eine bunte und gewagte Mischung, dem sei zugestimmt. Doch Jamie Cullum bringt mit seiner erstaunlichen Stimme, die sowohl ekstatisch als auch intim ihre Wirkung nicht verfehlt, alles ins Lot. Produziert von Stewart Levine singt und swingt er sich durch den Jazz ("What A Difference A Day Made", "I Get A Kick Out Of You" - besonders gelungen) und Titel von Jeff Buckley ("Lover You Should Have Come Over") oder Jimi Hendrix ("Wind Cries Mary").
Doch erst seine eigenen Songs - verfaßt mithilfe seines Bruders Ben - machen das Album perfekt. Denn ihnen ist in keiner Weise ein Klassenunterschied zu den o.g. Klassikern anzumerken. So ist er nicht einfach ein kopierender Jazzer, sondern ein eigenständiges musikalisches Talent mit einem durchweg begeisternden Album. Und wenn Robbie Williams schon millionenfach CD`s verkauft hat, dann hat es Jamie Cullum mindestens eine Stufe kleiner verdient.
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