Auf Empfehlung des in musikalischer Hinsicht ansonsten nicht unbedingt stilsicheren Hamburger Abendblattes begab ich mich unlängst in das Westwerk in der Hamburger City, um die Zukunft des Stoner-Rock zu besichtigen (und bei der Gelegenheit die bereits 2010 erschienene CD
Tweak Bird der gleichnamigen Band zu erwerben). Es folgte eine sehr unterhaltsame Stunde infernalischen Lärms, der mit ungebremster Spielfreude dargeboten wurde.
Die beiden Brüder Caleb (Gitarre) und Ashton Bird (Schlagzeug) verheimlichen dabei zu keiner Zeit ihre musikalischen Wurzeln. Die Stoner Legenden Kyuss (
Blues for the Red Sun,
Welcome to Sky Valley) und die frühen Queens Of The Stone Age (
Queens of the Stone Age) lugen jederzeit kopfschüttelnd um die Ecke, schaffen es doch zwei unscheinbare Jungspunde aus Carbondale/Illinois, mit einer Minimalstbesetzung ein dermaßenes Brett abzuliefern, für das sich üblicherweise vier Musiker schwer ins Zeug legen müssten.
Der überwiegend zweistimmig vorgetragene Gesang erinnert vage an Supergrass (
In It for the Money) oder Jane's Addiction (
Ritual de Lo Habitual), während man sich die ganze Zeit fragt, wie der Gitarrist es schafft, neben seinen Gitarrenparts auch noch den Bass beizusteuern (was im Studio leicht zu bewerkstelligen ist, live aber schon beeindruckt). Der Drummer geht derweil mit einer Energie ans Werk, die an Dave Grohl (
Songs For The Deaf,
Them Crooked Vultures) oder John Bonham (
The Song Remains the Same) erinnert.
Auf CD reichen den Jungs 27:36 Minuten, um ihren Standpunkt zu verdeutlichen. 10 Songs, keine Mätzchen, das kennt man sonst nur von den Pixies. Anspieltipps: The Future, Lights in Fire und Sky Ride, allesamt radiotauglich, wenn sich hierfür mal ein Sender begeistern würde. Schon aufgrund der bemerkenswerten Originalität: Höchstwertung!