Spielberg hat John Williams, Burton Danny Elfman und David Lynch ist am besten mit seinem Companion Angelo Badalamenti.
Eine weitere erfolgreiche Liason stellt das Duo Wenders/Knieper da. Für acht seiner Produktionen zeichnete sich der gebürtige Deutsche, Jürgen Knieper als Komponist verantwortlich, darunter Filme wie „Der Himmel über Berlin", „Die Angst des Tormanns vor dem Elfmeter" (sein erstes Filmwerk) oder „Der Stand der Dinge".
Doch darüber hinaus schenkte man ihm eher wenig Beachtung. Er komponierte nebenher für Serien („Lindenstraße") und Bühnen; für weitere Kinoproduktionen wurde er nur selten angesprochen („Das Versprechen").
Eines dieser seltenen „nicht-Wenderischen" Arbeiten ist auch der Score zu Tuvalu.
Tuvalu ist eine kleine Insel weit weg, das Traumparadies für Eva und Anton. Der Weg vom baufälligen Schwimmbad bis auf die Karibikinsel ist jedoch beschwerlicher als gedacht.
In surrealen und witzigen Bildern, ganz ohne Worte erzählt Veit Helmer eine Geschichte zweier Träumer, die die Liebe und ihre Freiheit finden - ohne sie wirklich zu suchen. Kritiker waren begeistert und so regnete es dementsprechend Festivalpreise für diesen kleinen Film.
Da nicht gesprochen wird, ist die Funktion der Filmmusik eine gänzlich andere als im normalen Fall. Hier ist die Musik nicht nur Begleitung der Szenerie, sondern muss Teile der Handlung tragen.
Erstmal ist es ein typischer Knieper-Soundtrack, weich und melancholisch - auf der Gradwanderung zwischen Kitsch und Kunst. Doch auf den zweiten Blick findet man in diesem Soundtrack mehr, als in manch anderem Knieper-Soundtrack. Seine Musik ist naiv, kindlich und träumerisch. Sie sagt uns das, was die Akteure denken. Ob traurig schmelzend oder karibisch leicht, immer hat es einen Hang zur Übertreibung, der jedoch nicht schadet, sondern fasziniert.
Neben den tragenden Leitthemen enthält die CD auch Tracks, die mit Skurrilität nur so glänzen:
Cemetry ist ein Stück, das den Sound einer Laien-Blaskapelle auf einer Beerdigung widergibt. Herrlich traurig. Ebenso schön traurig, doch energischer ist das reine Vokalstück „Funeral", welches auch im Trailer zu hören war.
Als dritten Leckerbissen gibt es noch das völlig surchgeknallte Lied „The Mocking Song" von Goran Bregovic obendrauf (Tuba, Xylophon und Gesang!!).
Es ist schade, dass Knieper nicht so bekannt ist. Seine Musik ist wie ein Diamant -ein ungeschliffener Diamant (wer weiß, vielleicht leigt daran allerdings auch sein Reiz).